Überschussbeteiligung: Gerichte erweitern Ihre Rechte

Lukrativ kann die Kapital-Lebensversicherung erst durch die Überschussbeteiligung werden, die über die garantierte Verzinsung von zurzeit 2,75 Prozent auf den Sparanteil hinausgeht. Mit der Überschussbeteiligung bekommen Sie einen Anteil an den durch Anlage Ihrer Beiträge erwirtschafteten Gewinnen. Wie die Überschussbeteiligung berechnet wird, ist allerdings sehr undurchsichtig.

Die Überschussbeteiligung bei Lebensversicherungen wird neu geregelt
Die Berechnung der Überschussbeteiligung ist sehr undurchsichtig. Dagegen hatte ein Versicherungskunde geklagt. Seine Kritik: Die Versicherung habe üppige stille Reserven gebildet, an denen sie ihn nicht angemessen beteilige. Die Klage ging über 10 Jahre durch alle Instanzen, bis das Bundesverfassungsgericht Mitte 2005 dem Kläger Recht gab.

Bis 31.12.2007 muss der Gesetzgeber nun neue und faire Regeln für eine Überschussbeteiligung schaffen (Bundesverfassungsgericht, Urteil vom 26. Juli 2005, Az.: 1 BvR 80/95). Allerdings ist noch nicht klar, ob die zu erwartende Gesetzesänderung auch für vor 2008 abgeschlossene Verträge gilt.

Überschussbeteiligung: Verrechnung ist verboten
Früher verrechneten die Versicherer die ersten 10 bis 24 Beiträge komplett mit den Abschlusskosten. Folge: Bei einer Vertragskündigung nach kurzer Laufzeit erhielten Sie von der Versicherung unter Umständen kein Geld zurück. Dem hat der Bundesgerichtshof einen Riegel vorgeschoben. Er hat eine eigene Berechnungsmethode entwickelt, die höhere Rückkaufwerte sichert. (Bundesgerichtshof, Urteil vom 12. Oktober 2005, Az.: IV ZR 162/03, IV ZR 177/03 und IV ZR 245/03).

Veröffentlicht am 25. Dezember 2006
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