Freiwillige Rentenversicherung: Das sind Ihre Vorteile

Was nützt Ihnen die freiwillige Rentenversicherung?

Viele Freiberufler und Nichterwerbstätige sind nicht versicherungspflichtig. Daher entscheiden sich viele für eine freiwillige Rentenversicherung. Was aber passiert dann mit den Beiträgen, die man bereits früher eingezahlt hat? Welche Vorteile haben Sie wirklich von der freiwilligen Police?

Viele selbstständige Berufstätige und nichterwerbstätige Menschen (Hausfrauen, Hausmänner) oder Existenzgründer denken über den Sinn einer freiwilligen Rentenversicherung nach. Anspruch auf Rente erhält man grundsätzlich erst nach regelmäßiger Zahlung in die gesetzliche Rentenversicherung. Doch nicht alle sind gesetzlich versichert. Die freiwilligen Beiträge sorgen damit für finanzielle Sicherheit und ausreichend Geld für das Rentenalter.

Verfallen die Beiträge, die Sie damals als Student oder Auszubildender bereits eingezahlt haben, wenn Sie eine freiwillige Rentenversicherung beziehen? Die vorgeschriebene Mindestversicherungszeit haben Sie ja noch nicht erfüllt. Daher würden alle Ansprüche auf eine Altersrente später verfallen. Mit der freiwilligen Police profitieren Sie später von den bereits gezahlten Beiträgen.

Jeder kann ab dem 16. Lebensjahr eine freiwillige Rentenversicherung beantragen, der nicht versicherungspflichtig ist. Sind Sie als Arbeitnehmer automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung gemeldet, können Sie keine freiwilligen Beiträge zahlen.

Beitragshöhe der freiwilligen Rentenversicherung

Die Beitragshöhe bestimmen Sie dabei ganz flexibel. Der Vorteil der Versicherung ist, dass Sie nicht nur den Betrag sondern auch die Anzahl, sprich die Monate, der Einzahlung individuell definieren können. Hier empfiehlt sich eine professionelle Beratung, bei der Sie erfahren, welche Beitragshöhe mit Ihrem Einkommen kompatibel ist. Bedenken Sie aber: Jede Einzahlung zählt und je höher der Beitrag ist, umso höher fällt später Ihre Rente aus. Der Mindestbeitrag beträgt derzeit 85,05 Euro, der Höchstbeitrag 1124,55 Euro.

Vom Angestellten zum Selbstständigen

Sie wechseln von einem versicherungspflichtigen Job in die Selbstständigkeit, für die keine Versicherungspflicht mehr besteht? Dann sollten Sie ebenfalls die freiwillige Rentenversicherung in Betracht ziehen, um nicht den Anspruch auf Ihre Rente zu verlieren. Ihr Anspruch entfällt, wenn Sie nach dem Wechsel keine Beiträge mehr zahlen. Ein Ausstieg aus der Pflichtversicherung sollte daher gut überlegt sein. 

Vorteil der freiwilligen Police

Ein Grund für eine freiwillige Versicherung ist, dass man seine Rente mit höheren freiwilligen Beiträgen erhöhen möchte. Sie selbst bestimmen den Betrag und somit auch die Höhe Ihrer späteren Rente. Momentan steigt Ihre Rente um 5,13 Prozent pro Jahr, angerechnet auf die gezahlten Beiträge. Zahlen Sie den Mindestbeitrag von 85,05 ein, erhöht sich Ihr monatlicher Rentenanspruch um 4,36 Euro, beim Höchstbeitrag bereits um 57,64 Euro pro Jahr.

Außerdem können Sie wie oben schon angedeutet, Ihren Anspruch auf Rente mit der freiwilligen Versicherung geltend machen. Anspruch auf Rente haben Sie nämlich erst dann, wenn Sie fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Machen Sie sich aber schon vor Ablauf der fünf Jahre selbstständig, lohnt es sich, die freiwilligen Beiträge zu zahlen bis zum Ende der Fünf-Jahres-Grenze.

Wo Vorteile sind, lauern auch Nachteile…

Besonderes Augenmerk sollten Sie auf die Krankenversicherung legen, vor allem wenn Sie kostenlos familienversichert sind. Liegen Ihre Renteneinkünfte nämlich über 395 Euro pro Monat, verfällt die kostenlose Police.

Veröffentlicht am 10. Juli 2014