Britische Lebensversicherungen

Britische Lebensversicherungen scheinen der Renner zu sein. Kein Wunder, denn viele von Ihnen bekommen die Werbung, in der Ihnen zweistellige Renditen versprochen werden. Diese Versprechen basieren vor allem auf den Renditen, die die Policen in der Vergangenheit in Großbritannien erzielt haben.

Wenn Sie aber jetzt eine britische Lebensversicherung abschließen, bekommen Sie die Renditen von morgen – und niemand weiß, wie die aussehen werden. Denn in der Vergangenheit haben auch deutsche Lebensversicherer mehr Rendite erzielt als heute.
Tatsache ist: Die Verzinsung der Briten-Policen wird jährlich neu festgelegt und gilt dann für das eingezahlte Geld und die Beiträge der nächsten 12 Monate. Darüber hinaus kann der Kunde von einem Bonus am Ende profitieren – dem so genannten Schlussüberschuss, der dem angesammelten Sparguthaben zugeschlagen wird. Der soll wesentlich höher ausfallen als bei einer deutschen Versicherung. Doch ob das wirklich der Fall ist, das garantiert Ihnen eben niemand.
Ein weiteres Problem: Sie sind als Kunde einer britischen Versicherung nicht geschützt, wenn das Unternehmen Konkurs anmelden muss. Denn die britischen Anbieter gehören nicht der Auffanggesellschaft Protektor an, die für deutsche Lebensversicherungsunternehmen im Falle einer Pleite einspringt.
Gleichzeitig haben die Verträge deutscher Kunden mit wenigen Ausnahmen (z.B. Legal und General) seit 2001 auch keine Ansprüche mehr gegen den als "Feuerwehrfonds" bezeichneten Ausgleichsfonds "Financial Services Compensation Scheme" (FSCS), der die britischen Kunden schützt.
Dazu kommt, dass die Briten-Police alles andere als eine sichere Geldanlage ist, sondern stark von der Börsenentwicklung abhängig – läuft es nicht gut an den Aktienmärkten, werden Sie das an Ihrer Rendite merken.

Veröffentlicht am 29. Januar 2009
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