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Mein Österreich-Ausflugstipp: besuchen Sie die Kulturstadt Innsbruck

Mein Österreich-Ausflugstipp: besuchen Sie die Kulturstadt Innsbruck
geschrieben von Katti Mieth

Wenn Sie in Richtung Süden unterwegs sind, sollten Sie unbedingt die Kulturstadt Innsbruck besuchen. Von München aus kommend bietet sich das besonders an: mit der Bahn oder dem PKW sind Sie in gut zwei Stunden in der österreichischen Stadt am Inn und können Kulturgut vom Goldenen Dachl bis zum denkmalgeschützten Hofgarten aus dem 15. Jahrhundert oder Schloss Ambras auf 635 Metern Höhe besichtigen.

Die Tiroler Landeshauptstadt ist voller geschichtlichem Wissensgut. Mit einer kulturhistorischen Stadtführung tauchen Sie in die kaiserlich-königliche Monarchie (Doppel- oder Donaumonarchie 1867 – 1918) und die Historie von Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus ein und lernen noch heute fortlebende Geschichten kennen: auf dem Weg durch die Stadt wird Ihnen zum Beispiel der heilige Christophorus überall begegnen. Der Geschichte nach war es für Reisende wichtig, vom Schutzpatron geleitet zu werden – und bis heute wacht er über das fahrende Volk.

Ein besonders schönes Gemälde des Christophorus befindet sich am Mundigplatz in der Altstadt. Neben unzähligen Bildnissen zeigen Ihnen Antonella und Tina (Kulturkinder) die Highlights der Stadt, leiten Sie aber auch in versteckte Gassen, die Sie ohne fachkundige Führung niemals entdecken würden.

Neben lebendiger Historie und einem türkisfarbenen Gletscherfluss punktet die Stadt mit ihrem grandiosen Alpenpanorama – das 2300 Meter hohe Felsmassiv haben Sie von fast überall im Blick. „Mit diesen Bergen vor der Haustür sind viele unserer 120.000 Einwohner sehr sportiv“, verweist Berg- und Stadtkennerin Antonella auf das Klettergebiet hoch über der Stadt.

Das Areal ist ganzjährig im „Einsatz“. Während im Frühling, Sommer und Herbst Einheimische und Gäste die Wände erklimmen oder Mountainbiker das Gebiet durchkreuzen, gehören die Hänge und Abfahrten im Winter den Skifahrern. „Ins Innsbrucker Skigebiet kommen Gäste aus aller Welt, denn die Pisten auf über 2000 Metern Höhe sind schneesicher. Mit dem Mountainbike die Strecken aufwärts zu bewältigen erfordert große Kondition, racen Sie hinunter, sind Sie in neun Minuten im Tal“, so die Führerin.

Vom Hofgarten zum Landestheater

Ausgestattet mit Kopfhörern startet Ihr Stadtspaziergang im denkmalgeschützten Hofgarten, der im Jahr 1763 von Kaiserin Maria Theresia als Barockgarten gestaltet wurde. Vor dem Energiestein aus Granit machen Sie Ihren ersten Halt. „In der Erde verborgene Kristalle erfüllen die Wünsche derer, die den Stein berühren. Probieren Sie es aus: gehen Sie in Kontakt mit dem Koloss. Sie können aber auch im Gras liegend neben dem Stein entspannen und ihm Ihre Wünsche meditierend übermitteln.“

Rundherum gruppieren sich 200 Jahre alte Platanen, Ginkgo- und Mammutbäume aus der Jahrhundertwende. Aus dem Park heraus führt die Stadtwanderung zum gläsernen Bahnhofsvorbau der irakischen Stararchitektin Zaha Hadid.

Einen Katzensprung davon entfernt liegt das Tiroler Landestheater mit dem Leopoldsbrunnen aus dem 17. Jahrhundert. Über das Reiterdenkmal kursiert die Geschichte eines Ärgernisses: Andreas Hofer (Freiheitskämpfer gegen die bayerische und französische Besetzung seiner Heimat) forderte, dass unbekleidete Göttinnen- und Meeresgottheiten, die am Rand des Brunnens zu sehen sind, eingeschmolzen werden. Einige der Aufsehen erregenden Skulpturen wurden sodann in die Hofburg, andere nach Schloss Ambras verfrachtet.

Entlang des Inns führt der Weg durch massiv verstärkte Häuserfluchten. Schwere Steinpfeiler sollten die Bewohner vor den Fluten des Gletscherflusses schützen. Spazieren Sie weiter in Richtung Altstadtkern, schimmert Ihnen durch die Fassaden hindurch ein prunkvolles Monument entgegen.

Der mit 2657 feuervergoldeten Kupferschindeln gedeckte und mit Fresken des Hofmalers Jörg Kölderer verzierte Prunkerker ist als Goldenes Dachl auf der ganzen Welt berühmt. Nikolas Tüning d. Ä. konnte es im Auftrag von Kaiser Maximilian I. nach bayerischem Vorbild im Jahr 1550 fertigstellen.

Diese Sehenswürdigkeiten müssen Sie besuchen

Der Dom St. Jakob

Der Innsbrucker Dom St. Jakob im Baustil des Barock ist seit dem Jahr 1964 Bischofssitz. Im Inneren des Gotteshauses glänzen Stuckaturen und Fresken aus schwarzen, italienischen oder rotem, heimischen Kramsacher Marmor, die von den Asambrüdern aus Bayern erschaffenen wurden, wie ebenso die Asamkirche in der Münchner Innenstadt. Das barocke Altarbild Mariahilf von Lucas Cranach dem Älteren gelangte als besonderes Prunkstück im Jahr 1650 in die Kirche, die sich daraufhin zu einem Marien-Wallfahrtsort entwickeln konnte.

Kaiserliche Hofburg

Bereits Ende des 15. Jahrhunderts maßen die Gemäuer die Ausdehnung der heutigen Hofburg. Kaiserin Maria Theresia ließ das Areal mit den heute frisch renovierten Fest- und Zeremoniensälen zu einer monumentalen spätbarocken Residenz umbauen. Einhundert Marmorstufen führen Sie ins Dachgewölbe hinauf, von wo Sie einen der exzellentesten Ausblicke über die Dächer der Stadt bis hin zu den Alpen genießen. Hofburganlage und Sakralbereich sind jetzt wieder für Gäste geöffnet – besichtigen Sie in der Hofkirche das Grabmal Kaiser Maximilians I., das bedeutendste Denkmal Tirols und großartigste aller europäischer Kaisergräber.

Innsbrucker Stadtturm

Haben Sie im Innsbrucker Zentrum den Stadtturm aus der Zeit um 1450 über 148 Stufen erklommen, werden Sie mit einer Aussicht über die gesamte Stadt und einem grandiosen Alpenpanorama belohnt. Zu kulinarischen Genüssen können Sie in den Innsbrucker Stiftskeller einkehren. Neben einem Tiroler Bier oder einem Münchner Augustiner bekommen Sie hier die österreichische Köstlichkeit Heiße Offenkartoffel mit frischem Spinat.

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

Im Ferdinandeum können Sie von der Urgeschichte über die Römerzeit oder das frühe Mittelalter, die Romantik, Gotik bis in die Moderne einen Kunststreifzug durch die Tiroler Geschichte unternehmen und die Ausstellung TIROL – MÜNCHEN – Begegnungen von 1880 bis heute besuchen: Die Landschaft Tirols nimmt seit Entdeckung der Alpen in der bildenden Kunst einen besonderen Stellenwert ein.

Größte Bedeutung erlangte sie für die Künstler der „Münchner Schule“, die bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts das bayerischen Voralpenland und die angrenzenden Alpen durchwanderten. (Quelle: Tiroler Landesmuseum) In der Ausstellung sehen Sie das „Portrait Franz von Lenbach“, 1905 von Franz von Defregger, die „Landschaft bei München“, 1905 von Hans Josef Weber-Tyrol, „Aus Tirol“, 1912 von Alexander Kanoldt, „Ohne Titel“, 1987 von Kollektiv Herzogstraße oder „Die Baumblüte in Lana“, 1908 von Gabriele Münter.

Das Tirol Panorama

Das Tirol Panorama beherbergt das größte Kunstwerk Tirols: das Innsbrucker Riesenrundgemälde aus Öl auf knapp 1.000 m² Fläche, das in 360-Grad-Sicht den Tiroler Freiheitskampf vom 13. August 1809 zeigt. Unterirdisch ist das Tirol Panorama mit dem Kaiserjägermuseum verbunden, das Tirols Militärgeschichte dokumentiert.

Weltberühmte Swarovski-Kristalle

Seit über einhundert Jahren produziert Österreichs zweitgrößte Firma Swarovski ihre weltweit berühmten glitzernden Glasschätze, „dafür haben wohl alpine Bergkristalle Pate gestanden“, so eine Besucherin. „Ich kann mich kaum zwischen einem Kristall- oder einem Edelsteinmitbringsel aus Innsbruck entscheiden.“ Wie kommen Sie hin: Ab Innsbruck Hauptbahnhof fahren Busse nach Wattens zu den Swarovski-Kristallwelten.

Schloss Ambras

Der Sightseeing-Bus bringt Sie im Halbstundentakt zum Schloss Ambras. Sie können an jeder Haltestelle einsteigen und die Fahrt mit dem Tagesticket so oft unterbrechen, wie Sie mögen. Oder Sie fahren ab Hauptbahnhof mit der Postbus-Linie 4134. Das Schloss hat von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Innsbruck sportiv

Sie können sich durch Tirols Landeshauptstadt mit der Droschke fahren lassen oder selbst sportiv in die Pedale treten: unter Rent a Bike oder Die Börse können Sie für 12€ pro Tag vom Kinderfahrrad übers Mountainbike bis hin zum E-Bike ein Stahlross anmieten und damit die Stadt erkunden.

Bergisel-Sprungstation

Als modernes Wahrzeichen der Stadt Innsbruck kam der 50 Meter hohe Sprungturm mit Restaurant und Aussichtsplattform der Stararchitektin Zaha Hadid hinzu. Im Eintrittspreis von neun Euro ist eine Auf- und Abfahrt mit Schrägaufzug, der Turmlift zur Aussichtsterrasse und die Stadionbesichtigung enthalten. Öffnungszeiten: 7. Februar – 31. Mai 10:00 – 17:00 Juni bis Oktober: 9:00-18:00.

Quellen: Vor-Ort-Recherche und Informationen der Innsbrucker Stadtführung „Kulturkinder“.

Bildnachweis: ilolab / stock.adobe.com

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