Recht

Können Sie einen erhöhten Unterhalt bei einem kranken Kind einfordern?

Können Sie einen erhöhten Unterhalt bei einem kranken Kind einfordern?
geschrieben von Christian Günther

Haben sich die Eltern getrennt, gehen die Streitereien um den Unterhalt der Kinder los. Die Düsseldorfer Tabelle dient dabei als Richtschnur, wie viel Geld der Unterhaltspflichtige – abhängig vom Einkommen – zu zahlen hat. Doch nicht selten entstehen beispielsweise durch eine Krankheit des Kindes Extrakosten. Steigen bei einem kranken Kind die Unterhaltsansprüche?

Zur Düsseldorfer Tabelle

Die Düsseldorfer Tabelle stellt kein Gesetz, sondern eine bloße Richtschnur dar, mit deren Hilfe die Familiengerichte für eine vereinheitlichte Festlegung des Unterhaltsbedarfs in Deutschland sorgen können. Dabei wird grundsätzlich von zwei Unterhaltsberechtigten – zwei Kindern – ausgegangen.

Gibt es aber beispielsweise noch ein drittes unterhaltsberechtigtes Kind, so wird die niedrigere Einkommensgruppe in der Tabelle als Grundlage zur Feststellung des Bedarfs herangezogen; bei nur einem Kind gilt entsprechend die höhere Einkommensgruppe. Zu beachten ist auch, dass die Hälfte des Kindergeldes auf den Unterhaltsbedarf angerechnet wird.

Gesundheitliche Beeinträchtigung des Kindes

Da die Düsseldorfer Tabelle aber nur den "normalen" Bedarf eines gesunden Kindes festlegt, sind Extrakosten für beispielsweise Medikamente oder der Kauf einer Brille von dem Tabellenunterhalt nicht erfasst. Voraussetzung ist daher, dass die Mehrkosten aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung des Kindes (auch starke Fehlsichtigkeit!) entstehen und der Mehrbedarf z. B. mit Rechnungen nachgewiesen wird (OLG Brandenburg, Beschluss v. 24.11.2011, Az.: 9 UF 70/11).

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Christian Günther

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