Kündigung

Die betriebsbedingte Kündigung

Die betriebsbedingte Kündigung

Prüfen Sie, egal ob als Arbeitgeber oder als Arbeitnehmer, ob eine Kündigung durch dringende betriebliche Erfordernisse sozial gerechtfertigt sein kann.

Schritt-für-Schritt:

1. Schritt:Wegfall des Arbeitsplatzes
2. Schritt:Keine andere Beschäftigungsmöglichkeit
3. Schritt:Sozialauswahl

1. Schritt:

Zunächst muss ein Arbeitsplatz wegfallen. Die Ursache des Wegfalls von Arbeitsplätzen ist stets eine unternehmerische Entscheidung. Die Erfordernisse für diese Entscheidung können sich aus innerbetrieblichen oder außerbetrieblichen Umständen ergeben. Das kann zum Beispiel sein:

Innerbetriebliche UmständeAußerbetriebliche Umstände
Umstellung, Einstellung oder Einschränkung der ProduktionAuftragsrückgang
FremdvergabeAbsatzrückgang
Rationalisierung

Folgendes Beispiel verdeutlicht die unternehmerische Entscheidungsfreiheit:

Beispiel:

Ein Arbeitgeber hat in seinem Betrieb eine Maschine, die von 3 Mitarbeitern bedient wird. Nunmehr trifft er die unternehmerische Entscheidung, eine neue Maschine anzuschaffen. Diese Maschine wird nur von 2 Mitarbeitern bedient. Somit trifft er die Entscheidung, 1 Mitarbeiter zu kündigen.

2. Schritt:

Sie prüfen danach, ob eine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit an anderer Stelle im Betrieb besteht.

So könnte eine Kündigung vermieden werden durch

  • den Verzicht auf Leiharbeit,
  • die Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz oder
  • den Abbau von Überstunden.

3. Schritt:

Nunmehr ist die Sozialauswahl zu prüfen. Zunächst wird bestimmt, welche Arbeitnehmer in die Sozialauswahl einzubeziehen sind. Hierbei kann es sich nur um vergleichbare Arbeitnehmer handeln. Vergleichbar sind die Arbeitnehmer, die austauschbar sind. Dabei sind Teilzeitkräfte und Vollzeitkräfte in der Regel nicht vergleichbar (BAG vom 15.7.2004, Az.: 2 AZR 376/03).

Bei der Sozialauswahl sind nach dem KSchG folgende soziale Gesichtspunkte zu beachten:

  • Dauer der Betriebszugehörigkeit,
  • Lebensalter,
  • Unterhaltspflichten und
  • Schwerbehinderung.

Als erste Orientierung kann auch ein Punkteschema dienen (BAG, Urteil vom 12.03.2009, Az.: 2 AZR 418/07). Eine Einzelfallprüfung ist jedoch unerlässlich!

Kündigung: Punkteschema zur Entscheidungserleichterung

Betriebszugehörigkeitje Dienstjahr1 Punkt
ab dem 11. Dienstjahr je Dienstjahr2 Punkte
bis max. zum 55. Lebensjahrd.h. maximal 70 Punkte
Lebensalterfür jedes volle Lebensjahr1 Punkt
bis max. zum 55. Lebensjahrd. h. maximal 55 Punkte
Unterhaltspflichtenje unterhaltsberechtigtem Kind4 Punkte
Verheiratet8 Punkte
Schwerbehinderungbis 50%5 Punkte
über 50% je 10%1 Punkt

Der Arbeitnehmer mit dem geringsten Punktestand ist sozial am wenigsten schützenswert und von zu kündigen.

Bildnachweis: Andrey Popov / Adobe Stock

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Über Ihren Experten

Rechtsanwalt Arno Schrader

Rechtsanwalt Arno Schrader

Arno Schrader ist Rechtsanwalt und zugleich Fachanwalt für Arbeitsrecht sowie seit über 20 Jahren als Autor tätig. Er hat mehrere Jahre für Arbeitgeberverbände gearbeitet und ist als selbstständiger Rechtsanwalt in Herford niedergelassen. Er hat eine Vielzahl an Fachpublikationen u.a. in den Bereichen Arbeitsvertragsrecht, Betriebsverfassungsrecht, Kündigungsrecht und Urlaubsrecht verfasst. Sein Merkmal: komplizierte juristische Sachverhalte in eine allgemein verständliche Form übersetzen.