Arbeitsrecht

Die richtige Gestaltung des Arbeitsplatzes

Die richtige Gestaltung des Arbeitsplatzes
Arno Schrader
geschrieben von Arno Schrader

Die richtige Gestaltung des Arbeitsplatzes ist wichtig. Weshalb das so ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Das Arbeitsschutzgesetz geht direkt auf das Grundgesetz zurück. Die Würde des Menschen ist unantastbar und die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit muss auch am Arbeitsplatz gewährleistet sein.

Und Maßnahmen des Arbeitsschutzes sind insbesondere auch Maßnahmen der menschengerechten Gestaltung der Arbeit und des Arbeitsplatzes. Der Begriff der menschengerechten Gestaltung des Arbeitsplatzes stellt klar, dass es nicht um die Arbeitsgestaltung im betriebswirtschaftlichen Sinn und unter Vorrangigkeit der Wirtschaftlichkeit des Betriebs geht. Wichtig ist die Anpassung der Arbeit und des Arbeitsplatzes an den Menschen.

Dazu gehört zunächst eine körpergerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes. Es muss alles passen, insbesondere hinsichtlich Körpergröße, Greif- und Bewegungsräumen und es muss Möglichkeiten zur Wahrnehmung von der Steuerung der einzelnen Arbeitsschritte geben.

Arbeitnehmer sind vor Beeinträchtigungen durch Blendungen, Dämpfen, Gasen, Hitze, Lärm, Lichtmangel oder Nässe möglichst zu schützen. Auch körperlich oder geistige Beanspruchungen oder anstrengende Körperhaltungen sollten möglichst vermieden werden.

 

Daraus lässt sich ableiten, dass es bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes um eine rein technische Frage geht. Es handelt sich um die richtige Gestaltung und Anordnung der Arbeitsmittel und der Arbeitsumgebung.

Arbeitsplatz und Betriebsrat

Der Arbeitgeber und sein Betriebsrat sollten darauf achten, dass die Arbeitsplätze menschengerecht gestaltet werden.

So heißt es in § 91 BetrVG: „Werden die Arbeitnehmer durch Änderungen der Arbeitsplätze, des Arbeitsablaufs oder der Arbeitsumgebung, die den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit offensichtlich widersprechen, in besonderer Weise belastet, so kann der Betriebsrat angemessene Maßnahmen zur Abwendung, Milderung oder zum Ausgleich der Belastung verlangen…“

Der Arbeitgeber hat seinen Betriebsrat also bei der Gestaltung der Arbeitsplätze zu beteiligen.

Das ergibt sich unmittelbar aus § 90 BetrVG. Es besteht eine Vielzahl von Unterrichtungs- und Beratungsrechte des Betriebsrats. Der Arbeitgeber hat seinen Betriebsrat rechtzeitig und unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen zu unterrichten über die Planung

  • von Neu-, Um- und Erweiterungsbauten von Fabrikations-, Verwaltungs- und sonstigen betrieblichen Räumen,
  • von technischen Anlagen,
  • von Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufen oder
  • der Arbeitsplätze.

Der Arbeitgeber muss mit seinem Betriebsrat die vorgesehenen Maßnahmen und ihre Auswirkungen auf die Arbeitnehmer so rechtzeitig beraten, dass Vorschläge und Bedenken des Betriebsrats bei der Planung berücksichtigt werden können.

Der Arbeitgeber darf also noch nicht in die weiteren Planungen eingestiegen sein. Andernfalls hat er seinen Betriebsrat schon übergangen.

Beschwerderecht der Arbeitnehmer

Passt etwas am Arbeitsplatz nicht, können Arbeitnehmer von ihrem Beschwerderecht beim Betriebsrat Gebrauch machen. Existiert kein Betriebsrat, bleibt nur der Weg direkt zum Arbeitgeber über den Vorgesetzten.

Bildnachweis: © Cathy Yeulet/123rf.com

 

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Arno Schrader

Arno Schrader

Arno Schrader ist Rechtsanwalt und zugleich Fachanwalt für Arbeitsrecht sowie seit über 20 Jahren als Autor tätig. Er hat mehrere Jahre für Arbeitgeberverbände gearbeitet und ist als selbstständiger Rechtsanwalt in Herford niedergelassen. Er hat eine Vielzahl an Fachpublikationen u.a. in den Bereichen Arbeitsvertragsrecht, Betriebsverfassungsrecht, Kündigungsrecht und Urlaubsrecht verfasst. Sein Merkmal: komplizierte juristische Sachverhalte in eine allgemein verständliche Form übersetzen.