Arbeitgeber

Kennen Sie das Risiko der zu frühen Stellenausschreibung?

Kennen Sie das Risiko der zu frühen Stellenausschreibung?
Rechtsanwalt Heiko Klages

Die Suche nach guten Mitarbeitern wird zunehmend schwieriger. Immer mehr Arbeitgeber planen daher entsprechende zeitliche Vorlaufzeiten ein und starten zum Beispiel Stellenausschreibungen frühzeitig. Insbesondere, wenn die Stelle aber noch besetzt ist, kann sich das zum Eigentor entwickeln.

Risiko 1: die verpfuschte betriebsbedingte Kündigung

Gerade bei Mitarbeitern, denen nicht wirklich Verhaltensfehler nachgewiesen werden können, kündigen viele Arbeitgeber immer noch aus betriebsbedingten Gründen. Gehen Sie davon aus, dass sowohl Ihre Mitarbeiter als auch ein etwa von den Mitarbeitern eingeschalteter Anwalt standardmäßig prüfen wird, ob die Position des gekündigten Mitarbeiters aktuell oder kürzlich von Ihrem Unternehmen neu ausgeschrieben wurde. Dazu werden sowohl die einschlägigen Tageszeitungen als auch Stellenangebote auf ihrer Webseite und gegebenenfalls Veröffentlichungen der Agentur für Arbeit geprüft. Die Erfahrung zeigt, dass es entsprechende Stellenausschreibungen immer wieder gibt. Findet sich ein Hinweis darauf, dass die Stelle neu ausgeschrieben ist, werden Sie den Kündigungsschutzprozess wegen einer betriebsbedingten Kündigung verlieren.

Risiko 2: die Krankheitsquote steigt

Bekommt ein Mitarbeiter mit, dass seine Stelle bereits neu ausgeschrieben ist bevor er gekündigt wurde, wird das seine Motivation nicht verbessern. Die Chance, dass er kurzfristig krankheitsbedingt ausfällt, ist relativ groß. Das gilt selbstverständlich nicht, wenn der Mitarbeiter nur befristet beschäftigt wurde und aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen keine Weiterbeschäftigung möglich ist.

Risiko 3: Arbeitgeberimage beschädigt

Stellenausschreibungen, bevor ein Arbeitsverhältnis beendet wird, werden nicht nur der betroffenen Mitarbeiter, sondern auch alle Kollegen argwöhnisch beobachten. Insgesamt sind solche Verhaltensweisen dazu angetan, das Image des Arbeitgebers zu beschädigen. Das wird zumindest langfristig sowohl zur Demotivation der Mitarbeiter beitragen als auch die Suche nach neuen Arbeitnehmern erschweren.

Fazit: Beachten Sie diese Aspekte, wenn es darum geht, eine Stellenausschreibung für einen noch besetzten Arbeitsplatz zu schalten. Der falsche Zeitpunkt kann zu erheblichen Nachteilen führen.

Bildnachweis: Eisenhans / stock.adobe.com

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Please wait...

Über Ihren Experten

Rechtsanwalt Heiko Klages

Rechtsanwalt Heiko Klages

Heiko Klages ist selbstständiger Rechtsanwalt in Hamburg. Vorher war er zunächst Mitarbeiter einer Anwaltskanzlei und mehrere Jahre Geschäftsführer eines Arbeitgeberverbandes. Dabei gehörten sowohl die Rechtsberatung der Mitglieder als auch Tarifverhandlungen zu seinen Aufgaben. Er veröffentlicht regelmäßig für verschiedene Verlage Fachbeiträge zu juristischen Themen.