Familie Praxistipps

Zuviel Elternliebe kann dem Kind schaden

Lesezeit: 2 Minuten Beim Thema Verwöhnen denken die meisten an übermäßigen Geld- und Geschenkesegen für das Kind. Doch Verwöhnen ist mehr: Es fängt da an, wo nicht nur die Bedürfnisse des Kindes befriedigt werden, sondern dem Kind jeder Wunsch erfüllt und jedes Verhalten akzeptiert wird. Dazu gehören z.B.:

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Zuviel Elternliebe kann dem Kind schaden

Zuviel Elternliebe kann dem Kind schaden

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  • Maßlosigkeit bei Geschenken, Süßigkeiten, Geldzuwendungen,
  • Wunscherfüllung immer sofort oder sogar im Voraus,
  • Inkonsequenz, etwa ständige Ausnahmen von Regeln, die „eigentlich“ gelten sollten,
  • dauerndes Verhätscheln oder „In-Watte-Packen“ beim kleinsten Unwohlsein,
  • auch ständige unnötige Hilfen bei Handlungen, die das Kind bei eigener Bemühung selbst durchführen oder schon erlernen könnte,
  • Befreiung von altersgemäßen Pflichten, Aufgaben oder Mitarbeit im Haushalt, aber auch
  • Konflikte für das Kind zu lösen, statt ihm Eigeninitiative zuzutrauen.
Diese Art des Verwöhnens mag zwar gut gemeint sein, sie schadet Ihrem Kind aber! Babys brauchen sofortige Zuwendung. Ein Baby ist ganz und gar von seiner Mutter abhängig, die alle seine Bedürfnisse befriedigt. Wenn die Mutter auf sein Schreien zuverlässig und schnell reagiert, entstehen in seinem Gehirn wichtige Verknüpfungen: Es fühlt sich sicher, geborgen und es lernt, dass es durch sein Schreien etwas bewirken kann. Stillen Sie also Ihr Baby nach Bedarf. Halten und tragen Sie es, wenn es danach verlangt. In den ersten sechs Lebensmonaten kann es gar nicht zu viel Körperkontakt bekommen. Im Gegenteil: Je mehr Nähe es jetzt erhält, desto weniger wird es später fordern. Kinder mit sicheren Bindungen verhalten sich später selbstbewusster.

Verwöhnung beginnt meist im Kleinkindalter

Als Eltern sollten Sie Ihr Handeln immer der Entwicklung Ihres Kindes anpassen. Und das bedeutet, ihm auch etwas zuzumuten, etwa sich eine Weile selbst auf der Krabbeldecke zu beschäftigen oder bei Hunger kurz bis zur nächsten Mahlzeit zu warten. Der Weg zur Selbstständigkeit Ihres Kindes ist lang und besteht aus vielen kleinen Schritten. Beobachten Sie es daher aufmerksam, um Ihre Erziehung und Ihr Handeln an seinem Entwicklungsstand auszurichten. Sie sollten Ihrem Kind nichts abnehmen, was es schon selbst tun kann.

Das Anti-Verwöhn-Programm

Was tun, wenn Ihr Kind immer mehr fordert und sich immer weniger dazu bequemt, altersgemäße Aufgaben zu übernehmen? Der Ausstieg aus dieser Situation scheint schwierig, ja gar unmöglich zu sein. Erziehungsexperten betonen jedoch, dass eine Änderung solchen Verhaltens jederzeit möglich ist. Sie müssen sich nur konsequent dafür entscheiden, sich künftig anders zu verhalten und Anforderungen zu stellen.
  • Beginnen Sie mit kleinen Schritten! Ihr Kind soll schließlich nicht das Gefühl bekommen, es würde nicht mehr geliebt, weil seine Eltern plötzlich so viel von ihm verlangen.
  • Überlegen Sie sich, welche Anforderungen Sie in Zukunft an Ihr Kind stellen wollen. Fangen Sie mit einer einzigen Sache an, die Ihnen am wichtigsten ist. Das kann das selbstständige Anziehen morgens sein oder die Vereinbarung, dass Ihr Kind mit Ihnen gemeinsam einmal täglich zu einer festgesetzten Zeit (dann gibt es weniger Diskussionen!) das Kinderzimmer aufräumt. Beginnen Sie hingegen mit zu vielen Dingen auf einmal, funktioniert es üblicherweise nicht.
  • Formulieren Sie Ihre Anforderung klar, freundlich und ruhig, jedoch unmissverständlich und mit fester Stimme. Beispiel: „Nina, zieh dich jetzt bitte an!“, und nicht „Nina, würdest du dich jetzt bitte anziehen?!“ Kommt Ihr Kind Ihren Anforderungen nicht nach, sollte es die Folgen seines Tuns zu spüren bekommen.

Das ist die wirksamste und lehrreichste Form der Erziehung. Klappt die erste Vereinbarung gut, lassen Sie nach und nach weitere Aufgaben und Handgriffe folgen, die Ihr Kind schon ausführen bzw. üben kann. Dazu müssen Sie es gut beobachten, anleiten sowie fordern und fördern. Leisten Sie Ihrem Kind Hilfe zur Selbsthilfe. Leiten Sie es so an, dass es lernt, immer mehr Dinge selbst zu tun. Loben Sie Ihr Kind, wenn es seine Sache gut gemacht hat. Manchmal sind kleine Belohnungen oder ein Punkteplan (mit einer größeren Belohnung wie etwa ein Ausflug für eine bestimmte Anzahl von Punkten) hilfreich und stärken die Motivation Ihres Kindes.

Bildnachweis: Robert Kneschke / stock.adobe.com

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