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Zum Kuscheln und Liebhaben – warum Kinder Stofftiere brauchen

Lesezeit: 3 Minuten Sie heißen Schnuff, Flusi oder Bärli und sind für kleine Kinder unentbehrlich. Viele Eltern treibt dagegen die große Liebe der Kleinen für ihre Stofftiere oder Schmusetücher manchmal in den Wahnsinn. Denn ohne den Kuschelfreund geht gar nichts. Auch wenn es nicht so scheint, diese Phase hilft Kindern zu mehr Selbstständigkeit.

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Zum Kuscheln und Liebhaben – warum Kinder Stofftiere brauchen

Zum Kuscheln und Liebhaben – warum Kinder Stofftiere brauchen

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Kinder und ihre Kuscheltiere

Für Eltern ist es nicht immer nachvollziehbar, woran Kinder ihr Herz hängen. Das kann ein weiches Stofftier, eine harte Plastikfigur, eine verwaschene Decke oder ein zotteliges Lammfell sein.

Aussehen oder Beschaffenheit spielt gar keine Rolle. Das Lieblings-Kuschelobjekt wird heiß und innig geliebt, selbst wenn sich der Kuschelfreund im Lauf der Zeit optisch zum Negativen verändert. Schlafen ohne Stofftier ist nicht denkbar und so wird es selbst auf Reisen mitgenommen. Und wehe, Schnuffi ist plötzlich nicht mehr auffindbar. Dann spielen sich Dramen im Kinderzimmer ab.

Warum Kinder Stofftiere lieben

In der Regel schätzen Kinder ein Stofftier oder eine Kuscheldecke, weil diese von Anfang an mit im Kinderbettchen lag. Das Baby oder Kleinkind hat sich daran gewöhnt, dass etwas Warmes und Vertrautes neben ihm im Bettchen liegt. Rein zeitlich gesehen hat das Kind mit dem Schmusetier länger andauernden Kontakt als mit den Eltern. Durch die ständige räumliche Nähe wird das Kuscheltier fast so etwas wie ein Teil des Kindes. Deshalb reagiert es auch so durcheinander, wenn es einmal nicht verfügbar ist.

Kuscheltier als Übergangsobjekt

In der psychologischen Forschung wird dem Schmusetier eine wichtige Rolle zugesprochen. Der englische Kinderarzt Donald Winnicott prägte den Begriff Übergangsobjekt. Ungefähr ab dem vierten Monat erkennt ein Baby seine losgelöste Eigenständigkeit von der Mutter. Das Stofftier schlägt eine Verbindung zwischen seinem inneren Empfinden und der äußeren Welt.

Dabei überträgt das Baby seine subjektiven Bedürfnisse auf das immer erreichbare Kuscheltier. Es spendet zum Beispiel Trost, wenn die Mutter gerade nicht anwesend ist. Im ersten Lebensjahr ist das so genannte Übergangsobjekt für das Kleinkind sehr bedeutungsvoll, aber mit den Jahren lässt diese starke Bindung immer mehr nach.

Kuschelgefährte gibt Sicherheit

Im Lauf der Kindheit erleben Kinder immer wieder schwierige Situationen, die sie mit dem Schmusetier meistern können. Die meisten Kinder brauchen zum Beispiel etwas Vertrautes, um einschlafen zu können. Auch wenn es Kindern schlecht geht, sie zum Arzt müssen oder auf Reisen gehen, sorgt der vertraute Gefährte für ein sicheres und beruhigendes Gefühl.

Verlässlicher Freund

Das Kuscheltier hat eine emotional beruhigende Wirkung und ist damit ein verlässlicher Spielpartner für Kinder. Mit dem Stofftier kann das Kind Rollenspiele erleben, was auch die Abgrenzung von den Eltern erleichtert.

Geduldig hört es sich alle Sorgen und Nöte an, nimmt an der Gefühlswelt der Kinder teil und ist aus Sicht der Kinder sogar ein hervorragender Ratgeber. Außerdem verstärkt der Kuschelfreund auch positive Gefühle. Wenn es dem Kind gut geht, darf Schnuffel sich ebenfalls mit dem Kind freuen.

Gleichzeitig ist das Stofftier ein ausdauernder Spielgefährte, der ständig verfügbar ist. Ohne zu klagen übernimmt er jede Rolle, die ihm das Kind überträgt. Auch murrt es nicht, wenn es an-, um- oder ausgekleidet wird oder sonstigen Prozeduren unterzogen wird. Und manchmal übertritt der kleine Freund auch die von Eltern aufgestellten Verbote.

Kuschelobjekt ernst nehmen

Die meisten Kinder bevorzugen ein Stofftier wie einen Teddybären als Schmusetier. Aber auch eine Puppe, Decke oder ein Tuch kann diese Funktion übernehmen. Nicht immer entspricht dieses Objekt den Wunschvorstellungen der Eltern. Die Gefühle der Eltern spielen allerdings keine Rolle.

Hat sich ein Kind für ein Kuscheltier entschieden, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als es zu akzeptieren. Machen Sie sich nicht lustig darüber, denn damit verletzen Sie Ihr Kind. Das Kuscheltier als Strafe wegzunehmen oder heimlich auszutauschen, kann bei Kindern sogar ein Trauma auslösen.

In der Hektik des Alltags kann es passieren, dass Sie das Kuscheltier zu Hause vergessen. In diesem Fall kann etwas Persönliches der Eltern als kurzfristigen Ersatz dienen. Das kann das Halstuch der Mutter und der Schlüsselanhänger der Eltern sein.

Wenig Waschen

Im Lauf der Jahre ist so ein Kuscheltier ziemlich abgenutzt. Da Kinder recht robust mit ihrem liebsten Kuschelfreund umgehen, wird es auch immer schmutziger. Waschen ist allerdings ein heikles Problem, denn das frisch gewaschene Stofftier verliert den vertrauten Geruch. Waschen Sie das Schmusetier auf keinen Fall heimlich, denn Ihr Kind würde es sofort merken und sich hintergangen fühlen.

Wenn eine hygienische Auffrischung absolut nötig ist, versuchen Sie Ihr Kind zu überzeugen, Schnuffi mit in die Badewanne zu nehmen. Ihr Kind kann das Stofftier aber auch in Form eines Rollenspiels in einer kleinen Schüssel baden. Und anschließend fährt das mutige Kuscheltier eine Runde Karussell im Schleudergang der Waschmaschine.

An Ersatz denken

Sobald Sie merken, dass ein Stofftier oder eine Decke für Ihr Kind Bedeutung erhält, besorgen Sie sich unbedingt ein zweites Exemplar. Denn es kann immer passieren, dass das Kuscheltier kaputt oder verloren geht. So ist Ersatz vorhanden.

Bildnachweis: Halfpoint / stock.adobe.com

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