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Zu langes Sitzen & falsche Haltung: So entstehen Probleme

Lesezeit: 3 Minuten Ob mehrere Stunden tagsüber auf dem Bürostuhl und im Auto oder abends auf dem Sofa — wer zu lange und noch dazu mit einer falschen Haltung sitzt, mutet seinem Körper einiges zu. In der Folge entstehen häufig Verspannungen und Rückenbeschwerden. Wie zu langes Sitzen auf den Körper wirkt und welche Möglichkeiten es gibt, die potenziellen Risiken zu vermeiden, lesen Sie hier.

3 min Lesezeit
Zu langes Sitzen & falsche Haltung: So entstehen Probleme

Zu langes Sitzen & falsche Haltung: So entstehen Probleme

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Warum fördert zu langes Sitzen die Beschwerden?

Zunächst einmal vertreten verschiedene Mediziner die Ansicht, dass der menschliche Körper rein anatomisch nur bedingt für das Sitzen und vielmehr für aufrechte Tätigkeiten (im Stehen oder Gehen) geeignet ist. Durch den modernen Lebenswandel und die große Menge an Zeit, die Menschen dadurch in einer sitzenden Position verbringen, ist es verständlich, dass sich in der Folge verschiedene körperliche Probleme entwickeln können. Gerade auch dann, wenn eine falsche Haltung hinzukommt. Unter dieser ist etwa das Sitzen mit

  • gebeugtem beziehungsweise rundem Rücken,
  • nach vorne gefallenen Schultern,
  • nach unten geneigtem Nacken oder
  • seitlich verdrehter beziehungsweise geneigter Wirbelsäule gemeint.

Durch das häufige und zu lange Sitzen kann es dazu kommen, dass sich verschiedene Muskelgruppen (etwa in Beinen, Rumpf und Rücken) zurückbilden und nicht mehr für ausreichend Stabilität und Unterstützung der jeweiligen Körperregion sorgen. So sind beispielsweise Rückenbeschwerden vorprogrammiert. Neben Haltungsschäden, (Nacken-) Verspannungen, damit einhergehenden Kopf- oder Rückenschmerzen, besteht hierbei auch das Risiko eines sogenannten Hexenschusses (Lumbalgie). Gemeint ist damit ein plötzlich auftretender Schmerz, der bei einer schnellen und ungünstigen Bewegung — beispielsweise beim Bücken oder Heben — meist in der Lendenwirbelregion (unterer Rücken) einschießt. Häufig entstehen die Schmerzen durch eine leichte Verschiebung oder Blockade der Wirbelgelenke im Zuge der Bewegung, die dann auf Nerven drücken. Für Tipps zur ersten Hilfe sowie Möglichkeiten der Behandlung können Sie hier erfahren, was man bei einem Hexenschuss tun kann.

Weitere mögliche Krankheiten durch zu langes Sitzen

Neben einer falschen Haltung, die durch das viele Sitzen häufig auftritt, sorgen jedoch die körperliche Untätigkeit und der Bewegungsmangel währenddessen für eine Reihe von weiteren Problemen. Unter anderem fährt in dieser Zeit die Durchblutung und der Stoffwechsel des Körpers herunter, wodurch die körpereigenen Zellen schlechter versorgt werden. Andauernde Trägheit und Müdigkeit sind dabei häufige Begleiterscheinungen. Mit einhergeht, dass der Kalorienverbrauch während des zu langen Sitzens aufgrund des verringerten Stoffwechsels — im Vergleich zu einer Tätigkeit im Stehen oder Gehen — erheblich reduziert ist. Dies sorgt in Kombination mit wenig Bewegung und mit weiteren Faktoren (etwa ungesunder Ernährung) nicht selten dafür, dass der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum deutlich erhöht ist und häufig über dem gesunden Maß liegt. Eine mögliche Folge davon ist etwa ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung des Diabetes Typ 2 (erworbene Diabetes).

Mittel- bis langfristig kann das zu lange Sitzen und die reduzierte körperliche Tätigkeit also zu einem gravierenden Anstieg des Risikos etwa für Übergewicht oder verschiedene Krankheiten wie zum Beispiel Stoffwechselstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

So können Sie entgegenwirken

Zwar führt für die meisten Menschen kein Weg am täglichen Sitzen vorbei, jedoch kann an einigen Stellen im Alltag deutlich reduziert werden. Um sowohl einer falschen Haltung als auch den Risiken von Folgeerkrankungen möglichst aus dem Weg zu gehen, gibt es verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können.

Die oberste Regel lautet: Integrieren Sie so viel Bewegung in den Alltag wie möglich. Hierbei reicht es in der Regel jedoch nicht aus, einen mehrstündigen Büro-Tag mit einer kurzen Sporteinheit nach Feierabend kompensieren zu wollen. Für eine gesunde Abwechslung sorgt diese zwar — sie kann jedoch die mehrstündige Belastung tagsüber nur geringfügig ausgleichen. Vielmehr hilft es, den gesamten Tag über in Bewegung zu bleiben:

  • Wechseln Sie die Sitzposition regelmäßig (am besten in Kombination mit einem Stehtisch).
  • Stehen Sie öfter vom Schreibtisch auf, um beispielsweise etwas zu trinken zu holen.
  • Ersetzen Sie möglichst viele Telefonate oder E-Mails durch persönliche Gespräche, sodass Sie ihre Kollegen persönlich besuchen müssen.
  • Organisieren Sie den Arbeitsbereich so, dass nicht alles in greifbarer Nähe liegt und sie gezwungen sind zwischendurch aufzustehen.
  • Verabreden Sie sich in den Pausen, um mit Kollegen eine Runde an der frischen Luft spazieren zu gehen.
  • Nutzen Sie so selten wie möglich den Fahrstuhl und gehen Sie stattdessen über die Treppe.
  • Für den Arbeitsweg ist das Fahrrad oder bei kurzen Strecken ein kurzer Fußmarsch zu empfehlen — bei weiteren Wegen sind die öffentlichen Verkehrsmittel die bessere Wahl. Hier einfach eine oder zwei Stationen vorher aussteigen und den Rest zu Fuß gehen.

Darüber hinaus kann es auch hilfreich sein, sich von Zeit zu Zeit zu Strecken oder leichte Dehnübungen der Muskulatur in Nacken, Beinen oder im oberen Rücken zu machen, um auf diese Weise Verspannungen vorzubeugen und die Blutzirkulation anzuregen.

Bildnachweis: New Africa / stock.adobe.com

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