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Zu hoher Cholesterinwert – das sollten Sie wissen

Lesezeit: 2 Minuten Cholesterin hat einen schlechten Ruf, dabei ist die fettähnliche Substanz für den Körper an sich sehr wichtig. Sie ist Grundlage unserer Zellwände und an vielen Stoffwechselvorgängen des Gehirns beteiligt. Wieso Sie dennoch zu hohe Cholesterinwerte meiden sollten und warum die Unterscheidung zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Cholesterin so wichtig ist, erfahren Sie hier.

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Zu hoher Cholesterinwert – das sollten Sie wissen

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„Gutes“ vs. „schlechtes“ Cholesterin

Cholesterin ist ein Fettmolekül, dass unser Körper in der Leber zum Großteil selbst herstellt. Nur ein geringer Anteil wird über den Verzehr tierischer Produkte aufgenommen. Da es im Wasser nicht löslich ist und daher vom Blut nur schwer transportiert werden kann, bedient sich der Körper eines Tricks: Er verpackt die Substanz kurzerhand in eine Eiweißhülle und bildet daraus sogenannte Lipoproteine.

Abhängig von ihrem Fettanteil unterscheiden Mediziner zwischen Low-Density-Lipoproteinen (LDL) und High-Density-Lipoproteinen (HDL). Die HDL werden als „gutes“ Cholesterin bezeichnet, weil sie Cholesterin aus dem Körper aufnehmen und es zum Abbau in die Leber transportieren. Erhöhtes „schlechtes“ LDL-Cholesterin wirkt sich hingegen negativ auf die Gesundheit aus und kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Wenn Ärzte von hohen Cholesterinwerten sprechen, meinen sie meist das Gesamtcholesterin, dass aus allen Formen besteht. Häufig bezieht sich die Aussage aber auch nur auf das LDL-Cholesterin.

Tipp: Lassen Sie Ihre Blutfettwerte bei Ihrem Hausarzt messen. Hilfreich ist es außerdem, vorab einen Risikotest für den Arztbesuch auszufüllen, den der Mediziner dann mit Ihnen zusammen auswertet.

Zu hoher Cholesterinwert – mögliche Ursachen

Für gesunde Menschen wird ein LDL-Cholesterinwert unter 115 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) empfohlen. Hatten Sie bereits einen Herzinfarkt oder leiden Sie an Gefäßkrankheiten, sollte der LDL-Cholesterinwert hingegen unter 70 mg/dl liegen.

Sind die Blutfettwerte höher, sprechen Mediziner von einer Hypercholesterinämie. Die Gründe hierfür können vielfältig sein: Neben einer sehr fettreichen Ernährung, Stress oder übermäßigem Alkoholkonsum gelten auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder eine Unterfunktion der Schilddrüse als mögliche Auslöser eines zu hohen Cholesterinwertes. Aber auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen.

Welche Folgen kann ein erhöhter Cholesterin haben?

Zu hohe Cholesterinwerte selbst verursachen keine Beschwerden. Deshalb werden sie meist auch erst bei routinemäßigen Blutuntersuchungen entdeckt. Befindet sich jedoch dauerhaft zu viel Cholesterin im Blut, kann dies von den Zellen nicht mehr aufgenommen werden und gesundheitliche Folgen haben. Mediziner diskutieren noch über die genaue Rolle von Cholesterin bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es wird jedoch vermutet, dass sich das Blutfett an den Wänden von Blutgefäßen ablagert und dort zu Entzündungen sowie Verletzungen führt. Bei der Heilung entstehen wiederum Vernarbungen und Verkalkungen (Plaques), die die Gefäße langsam einengen (Arteriosklerose). Im schlimmsten Fall kann es deswegen zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt kommen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, die Cholesterinwerte regelmäßig im Blick zu behalten – auch wenn Sie keine konkreten Symptome verspüren. Denn nur so lässt sich rechtzeitig gegensteuern!

Cholesterinwerte senken – so geht’s!

Wurden bedenkliche Cholesterinwerte festgestellt, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Behandlung. Der Arzt empfiehlt in der Regel den eigenen Lebensstil anzupassen. Dazu gehört beispielsweise mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu treiben und auf eine gesunde Ernährung zu achten. Sie sollten weniger Fett aus Fleisch, Wurst und Käse essen und dafür Gemüse, Obst sowie Vollkornprodukte bevorzugen. Ebenso sollten mehr pflanzliche Öle (Oliven-, Lein-, Walnuss- oder Rapsöl) beim Kochen verwendet werden.

Da auch chronischer Stress den Cholesterinspiegel nach oben treibt, darf auch die Entspannung nicht zu kurz kommen. Yoga, Autogenes Training oder Atemübungen können dazu beitragen, den Alltag hin und wieder zu „entschleunigen“.

Bei einer fortgeschrittenen Fettstoffwechselstörung, also wenn beispielsweise bereits Ablagerungen an den Gefäßen diagnostiziert wurden, verschreibt der Arzt zudem Medikamente, um die Cholesterinwerte zu senken und das Fortschreiten von Gefäßerkrankungen zu verlangsamen beziehungsweise zu stoppen. Die Arzneimittel müssen dann regelmäßig – meist ein Leben lang – eingenommen werden.

Bildnachweis: jarun011 / stock.adobe.com

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