Computer Praxistipps

ZIP-Archive mit dem iPhone oder iPad öffnen

ZIP-Dateien sind im Internet und bei PC-Nutzern stark verbreitet und daher werden Sie früher oder später als E-Mail-Anhang auch einmal eine ZIP-Datei erhalten. Doch wie öffnen Sie so ein gepacktes ZIP-Archiv? Im Gegensatz zu Windows unterstützt das iOS von iPhone und iPad nämlich keine ZIP-Dateien.

ZIP-Archive mit dem iPhone oder iPad öffnen

Was ist eine ZIP-Datei und wofür braucht man sie?

Das ZIP-Format ist uralt und stammt noch aus DOS-Zeiten. Es wurde 1989 mit den DOS-Programmen PKZIP zum Komprimieren von Dateien und PKUNZIP zum Entpacken von komprimierten Dateien eingeführt. Später wurde es häufig mit WinZIP unter Windows genutzt, heute unterstützen Windows XP, Vista und 7 das Format auch direkt.

Der Name ZIP kommt vom englischen Wort zipper, das bedeutet Reißverschluss, bzw. dem Verb to zip, mit dem das Schließen eines Reißverschlusses gemeint ist. Die deutsche Bezeichnung "zippen" für das Komprimieren von Dateien im ZIP-Format finden Sie sogar im Duden, so gebräuchlich ist es in der deutschen Sprache.

Genutzt wird das ZIP-Format, um eine oder mehrere Dateien zu verkleinern und zusammen in einer neuen Datei mit der Endung .ZIP zu packen, eine andere Bezeichnung für zippen. Eine ZIP-Datei ist im Durchschnitt etwa halb so groß wie die Originaldatei, wobei die Komprimierung vom Format der gepackten Datei und deren Inhalt abhängt. Die Komprimierung geht bei bereits komprimierten Daten wie JPG-Bildern gegen Null, kann dagegen Bitmap-Bilder um bis zu 90 Prozent verkleinern.

Eine geringere Datenmenge mag heute nicht mehr so wichtig erscheinen, aber das ZIP-Format macht immer noch Sinn, um Dateien zu archivieren oder für den Versand per E-Mail zu verkleinern und dabei zusammenzufassen. ZIP-Archive lassen sich auch mit einem Passwort-Schutz versehen und können je nach ZIP-Format auch über 2 Gigabyte groß werden. WinZIP hat mit Version 12.1 auch ein Format mit verbesserter Komprimierung eingeführt, dessen Dateien mit .ZIPX enden.

ZIP-Dateien lassen sich bei iPhone und iPad nur mit einer App lesen

Während Sie bei Windows XP, Vista oder 7 eine ZIP-Datei wie einen Ordner öffnen und auf die Dateien darin zugreifen können, ist das beim Betriebssystem iOS von iPhone und iPad keineswegs so einfach. Das beginnt schon damit, dass es hier nicht üblich und gewollt ist, dass Sie mit einem Programm direkt Dateien bearbeiten. In iOS öffnen Sie erst eine App.

Die App öffnet dann die Dateien mit den unterstützten Formaten. Sie müssen nicht wie bei Windows Laufwerk und Pfad heraussuchen, sofern sich die Dateien nicht auf einem Cloud-Server befinden. Passende Apps für den Zugriff auf ZIP-Dateien sind:

Alle vier Apps sind in englischer Sprache und dienen im Wesentlichen dazu, den Inhalt eines Anhangs im ZIP-Format einzusehen und darin befindliche Dokumente und Fotos bzw. Bilder zu öffnen.

Zip Browser

Zip Browser verfügt über keine weitere Funktion, unterstützt aber auch kopiergeschützte ZIP-Dateien. Außerdem ist die Support-Seite in englischer Sprache und nicht etwa in Koreanischer wie bei Zip File Viewer von Byto. Zudem ist Zip Browser erfreulicherweise werbefrei.

iZip

iZip ist nach eigenen Angaben die am besten bewertete App zur Verwaltung von ZIP-Dateien und tatsächlich sprechen über 500 Bewertungen mit vier und fünf Sternen eine deutliche Sprache. Abgesehen davon entpackt iZIP aber auch als einzige der hier vorgestellten Apps das RAR-Archivformat und zeigt bei Fotos eine Vorschau an.

Sie können auch ZIP-Dateien mit Passwort-Schutz öffnen und eigene ZIP-Dateien mit iZIP erstellen. Die Bedienung ist einfach. Es gibt zur Erläuterung der Funktionen eine englischsprachige Support-Seite und Hilfe per E-Mail.

Da iZIP insgesamt ein rundes Bild liefert und auch noch einige Sonderfunktionen hat, wie etwa das komprimierte Übertragen von Fotos zu Dropbox, ist es in dieser Übersicht die empfehlenswerteste ZIP-App.

Zip Explorer und Zip File Viewer

Zip Explorer und Zip File Viewer erlauben es ebenfalls, Dateien in ZIP-Dateien zu komprimieren von einer URL (Internet-Adresse) herunterzuladen.

Im Fall von Zip File Explorer lassen sich auch Dateien per WiFi (WLAN) übertragen. Klicken Sie hier auf Download, wird Ihnen eine Beispieldatei mit der Bezeichnung Sample.zip angeboten, mit der Sie die App ausprobieren können.

Es gibt zu beiden Apps etliche kritische Bemerkungen, obwohl diese grundlegend funktionieren. Zip Explorer soll jedoch keine ZIP-Dateien öffnen können, deren Dateinamen zwei Punkte enthält. Andere berichtete Fehler bei Zip Explorer und Zip File Viewer werden auf ähnlichen Inkompatibilitäten beruhen.

Die koreanische Support-Seite der Firma Byto zu Zip File Viewer dürfte den Frust einiger Anwender weiter erhöht haben, denn hier bekommen Sie auch nach dem Klick auf die amerikanische Flagge weiterhin nur koreanische Schriftzeichen angezeigt. Zu Zip Explorer gibt es aber eine Support-Seite mit englischer Oberfläche.

Die Grenzen der ZIP-Apps

Das Format .ZIPX unterstützt keine dieser Apps. Nicht alle der Apps unterstützen ZIP-Dateien mit Passwort-Schutz. Dazu ist zu beachten, dass es für Windows eine Vielzahl an Dateiformaten gibt, die von iOS nicht  unterstützt werden und für deren Anzeige es auch nicht immer eine App gibt.

Gängige Formate wie DOC (Word), Excel, PDF, PNG und einige mehr zeigen jedoch alle ZIP-Apps an. Die leistungsfähigste ZIP-App ist iZIP und das ist kostenlos. Sie brauchen also für eine Zip-App kein Geld auszugeben. Weitere Tipps, wie Sie beim Kauf von Apps Geld sparen, finden Sie hier.

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