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WLAN langsam? Das könnte die Ursache sein

Lesezeit: 4 Minuten WLAN ist ausgesprochen praktisch, funktioniert aber in manchen Fällen einfach nicht richtig. Die Verbindung ist derart langsam, dass Surfen im Internet keinen Spaß mehr macht. Aber woran liegt das und was lässt sich dagegen tun?

4 min Lesezeit

WLAN langsam? Das könnte die Ursache sein

Lesezeit: 4 Minuten

Für das private Heimnetzwerk ist WLAN eine der besten Erfindungen überhaupt. Ob Computer, Notebooks, Smartphones oder sonstige Geräte aus dem Sektor Unterhaltungselektronik, alles ist mit wenigen Handgriffen an das heimische Netwerk angeschlossen und kann problemlos auf das Internet zugreifen. Zumindest sollte das so sein.

In der Praxis sieht es oft anders aus, da sind die Übertragungsgeschwindigkeiten über das Funknetzwerk derart langsam, dass man geneigt ist, sich per Kabel zu vernetzen. Und das obwohl die Verbindung zum WLAN-Router geradezu ideal ist (Signalstärke besonders gut).

Ein wesentlicher Grund für Probleme dieser Art ist die Technologie selbst, die sich – wenn Sie gehäuft vorkommt – selbst behindert und stört. Wohnen Sie in einer Großstadt und dann vielleicht noch in einem großen Mehrfamilienhaus, dann könnten Sie besonders von diesem Problem betroffen sein, denn es gibt garantiert eine Menge Netzwerke um Sie herum.

Die Sache mit dem doppelten Kanal

Der Router ist immer der Grundbaustein für ein WLAN-Netzwerk und ist dafür zuständig, dass mehrere Geräte untereinander und allesamt mit dem Internet verbunden werden. Entscheidend ist die Übertragung per Funk, die nach festgelegten technischen Abläufen funktioniert. Router für den privaten Gebrauch senden und empfangen in einem Frequenzbereich von 2,4 GHz.

Sie können sich vorstellen, dass es Probleme geben wird, wenn etwa alle Router in einem Mehrfamilienhaus auf exakt der gleichen Frequenz arbeiten würden, daher hat diese Technologie gleich den Schlüssel zur Problemlösung eingebaut.

Die Übertragung findet auf verschiedenen Kanälen statt, die frei gewählt werden können. Das Problem bei der Sache ist, dass ein Router im Auslieferungszustand meist auf Kanal 6 (von insgesamt 13 möglichen) eingestellt ist und damit das schon erwähnte Problem des sich Behinderns unvermeidlich ist.

Ist das der Fall, so beeinflussen sich die Router gegenseitig. Gesendete Daten von Router 1 werden auch von Router 2, 3, 4 und so weiter empfangen. Die Folge ist, dass diese "Störsignale" Bandbreite rauben. Sie werden statt der eigentlich gewollten Signale verarbeitet und es dauert einfach länger, bis alle nötigen "eigenen Signale" übertragen sind. Aus diesem Umstand resultiert dann die besonders langsame Verbindung.

Warum ein anderer Kanal Wunder bewirken kann

Wenn Sie eine ausgezeichnete Verbindung zu Ihrem Router erkennen können, aber dennoch keine akzeptable Geschwindigkeit im Internet erreichen, dann könnte das oben genannte Problem durchaus auch bei Ihnen zutreffen.

Die Lösung ist eigentlich banal, birgt aber noch eine Tücke in sich, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben darf. Die Idee besteht darin, einfach den entsprechenden Kanal am Router zu ändern, sodass Sie sozusagen Ihre Daten in Ihrem ganz persönlichen Frequenzbereich übertragen.

Der Kunstgriff besteht aber darin, den richtigen Kanal zu wählen. Wollen Sie einfach vom Standardkanal 6 abweichen, dann sind Sie sicher geneigt, Kanal 5 oder 7 zu wählen. Grundsätzlich haben Sie richtig gedacht, aber das Problem könnte immer noch (zumindest in Teilen) bestehen bleiben. Denn die Frequenzverschiebung, die Sie durch den Abstand von nur einem Kanal erreichen, ist relativ gering.

Und da Frequenzen, die Daten übertragen, nicht exakt an einer Kanalgrenze aufhören, sondern immer ein wenig über das Ziel hinausschießen, könnten die nun benachbarten Frequenzen Ihr Signal immer noch stören und dafür sorgen, dass Ihr WLAN langsam bleibt. Sie können also leicht nachvollziehen, dass die wirklich richtige Kanalwahl entscheidend für Ihren Erfolg ist.

So wählen Sie den richtigen Kanal für Ihren Router aus

Um den passenden Kanal zu finden, sollten Sie vorab idalerweise wissen, welche Kanäle überhaupt wie stark genutzt werden. Nun können Sie natürlich schlecht bei allen Nachbarn anfragen und nach deren WLAN-Kanälen fragen. Stattdessen nutzen Sie einfach eine kleine Software wie NetStumbler, die Ihnen per Knopfdruck sagt, welche Kanäle stark belegt und welche weniger stark genutzt oder sogar noch frei sind.

Es könnte auch sein, dass Ihr WLAN-Modul im Notebook oder Smartphone schon die relevanten Informationen kennt. Dort werden bei der Einrichtung eines Funknetzes alle in der Nähe verfügbaren Netze angezeigt und in manchen Fällen auch direkt der verwendete Funkkanal. So oder so dürften Sie schnell herausfinden, welche Kanäle nun wenig genutzt oder gar frei sind.

Sofern Sie die Möglichkeit haben, bzw. sofern die entsprechenden Kanäle frei oder wenig genutzt sind, sollten Sie vom Standard möglichst weit abweichen. Wählen Sie also nicht, wie oben schon erwähnt, eine Alternative direkt neben dem Standardkanal, sondern gehen Sie nach Möglichkeit an die äußersten Grenzen.

Wählen Sie also einen Kanal im Bereich 1-4 oder 9-13. Je weiter am Anfang oder am Ende, desto besser, da umso weiter vom Standard entfernt. 4 oder 9 sollte das Minumum an Abstand sein, damit sich die Frequenzen vom Standardkanal nicht mehr einmischen und stören können.

Nach der Router-Einstellung geht die Arbeit noch weiter

Nachdem Sie einen neuen Kanal an Ihrem Router zur Datenübertragung definiert haben, liegt noch ein weiterer Arbeitsabschnitt vor Ihnen. Denn Ihre Geräte, die vorher schon an Ihrem Router angemeldet waren, können nun keine Verbindung mehr aufbauen.

Das ist ganz logisch, denn Sie suchen den Router immer noch auf dem alten Standardkanal. Sie müssen also bei jedem Ihrer Geräte ebenfalls den neu definierten Kanal eingeben, sodann funktioniert auch die Anbindung an das WLAN wieder. Die Einstellung der Geräte kann mitunter etwas knifflig ausfallen, halten Sie also für den Fall der Fälle die verfügbaren Dokumentationen zum Gerät bereit.

Eine praktische und relativ zuverlässige Alternative soll Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten werden: Lassen Sie die Arbeit doch einfach Ihre Geräte selbst erledigen. Es gibt nämlich bei den Einstellungsmöglichkeiten in fast jedem Fall auch die Option "Auto". Der Router ermittelt in dieser Einstellung ganz eigenständig, welcher Kanal frei ist oder zumindest gut verfügbar. Sollte sich die Kanalbelegung bzw.

Nutzung ändern, so passt der Router auch hier automatisch an. Wichtig ist, dass Ihre Geräte, die Sie mit dem Netzwerk verbinden wollen, ebenfalls diese Funktion unterstützen und dass diese auch aktiviert ist. Ein kleiner Nachteil bei dieser Variante kann sein, dass die Auto-Funktion nicht immer den ganz optimalen Kanal auswählt und somit nicht die bestmögliche Übertragung sichert.

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