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Wirbelsäulenschmerzen: Das kann man selbst tun

Rückenschmerzen gelten inzwischen als Volkskrankheit. Dabei leiden schätzungsweise ungefähr 80 Prozent aller Menschen in den westlichen Industrieländern an Wirbelsäulenschmerzen. Die Schmerzen lassen sich häufig schwer definieren, sodass ein Besuch beim Facharzt unabdingbar ist. Dieser kann jedoch nach einer umfangreichen Untersuchung feststellen, ob die Schmerzen angeboren, entzündlich, degenerativ oder erblich bedingt sind. Doch wie lassen sich die Wirbelsäulenschmerzen effektiv lindern?

Wirbelsäulenschmerzen: Das kann man selbst tun

Wirbelsäulenschmerzen: Das kann man selbst tun

Wie zeichnen sich Wirbelsäulenschmerzen aus?

Viele Leidtragende sprechen einfach nur von Rückenschmerzen, andere bezeichnen sie als Wirbelsäulenschmerzen. Gemeint ist jedoch häufig dasselbe: ein starkes Schmerzempfinden im Rahmen der Wirbelsäule. Dass sich die einzelnen Wirbel tatsächlich gelegentlich schmerzhaft äußern, ist kein Wunder. 

Unsere Wirbelsäule gilt als tragendes Element unseres Körpers. Sie ist für unsere Haltung und viele verschiedene Bewegungsabläufe unerlässlich. Zudem sind viele weitere Teile unseres Skeletts mit der Wirbelsäule verbunden, die wiederum wichtige Funktionen haben. Unsere Wirbelsäule ist somit sehr wichtig. Doch nur in einem gesunden Zustand kann sie alle ihre Aufgaben erfüllen und verursacht dabei keine Schmerzen.

Die Wirbelsäule zeichnet sich seitlich betrachtet in einer doppelten s-förmigen Krümmung aus. Das ist nötig, um eine gewisse Elastizität bei verschiedenen Bewegungen zu ermöglichen. Damit das gelingt, sind 32 bis 33 Wirbel vorhanden, zwischen denen sich wiederum Bandscheiben befinden. Dieses Gerüst besteht von oben nach unten betrachtet aus 

  • sieben Halswirbeln
  • zwölf Brustwirbeln
  • fünf Lendenwirbeln 
  • sowie fünf Kreuz- nebst Steißbeinwirbeln. 

24 Stunden am Tag übernimmt unsere Wirbelsäule verschiedene Aufgaben, um unseren Körper zu stützen. Doch nicht immer geht der Mensch vorteilhaft mit seinem Rücken um. Laut verschiedener medizinischer Studien leidet jeder dritte bis vierte Menschen heutzutage an Wirbelsäulenschmerzen. Dieses Leid kann zwar nach kurzer Zeit von selbst wieder verschwinden, in vielen Fällen verschlimmert sich jedoch der Zustand. 

Hinweis: Halten die Wirbelsäulenschmerzen länger als zwölf Wochen an, so sprechen Mediziner von chronischen Wirbelsäulenleiden. Der Körper kann sich nicht mehr selbst heilen und eine Behandlung ist erforderlich. 

Was verursacht Wirbelsäulenschmerzen?

Wirbelsäulenschmerzen können verschiedene Ursachen haben. In einigen Fällen handelt es sich um unfallbedingte Schmerzen, andere treten erblich bedingt oder aufgrund hohen Alters auf. Dabei differenzieren Ärzte zwischen spezifischen sowie nichtspezifischen Symptomen. 

Bei unspezifischen Schmerzen lässt sich die Ursache nicht genau zuordnen. Es wird vermutet, dass die Schmerzen aufgrund Abnutzungserscheinungen oder degenerativen Veränderungen des Körpers auftreten. 

Bei spezifischen Schmerzen lässt sich hingegen eine deutliche Ursache erkennen. In den meisten Fällen ist ein Bandscheibenvorfall Grund für die Wirbelsäulenschmerzen. Die Bandscheiben treten in diesem Fall hervor und verengen den Wirbelkanal. Die Folge sind leichte bis schwere Schmerzen. 

Wie lässt sich feststellen, dass es sich wirklich um eine Wirbelleiden handelt?

Je nach Hintergrund lassen sich die Wirbelsäulenschmerzen unterschiedlich wahrnehmen. Einige Patienten sprechen von einem plötzlich auftretenden Schmerz, andere bezeichnen die Schmerzen als kurzweilig, stechend, ziehend oder krampfartig. 

Kommen Schmerzen auf, nehmen viele Betroffene eine sogenannte Schonhaltung ein. Hierbei handelt es sich um eine Körperhaltung, die die Schmerzen lindern soll. Doch oftmals ist eben diese Körperhaltung mitunter dafür verantwortlich, dass weitere Beschwerden entstehen. Infolgedessen nimmt nicht nur die Bewegungsfreiheit, sondern auch die Lebensqualität ab. 

Ein Besuch bei einem Facharzt ist in der Regel unerlässlich. Dieser kann feststellen, wo die Schmerzen herrühren und kann eine Diagnose stellen. Eine degenerative Erkrankung mit Verschleißerscheinungen lässt sich häufig sehr gut operativ behandeln. Auch Bandscheibenvorfälle sind mittels Operation behandelbar. Es gibt allerdings Fälle, die schwieriger zu handhaben sind und die auch mit einer OP keine Besserung versprechen. 

Wie läuft ein Gespräch beim Facharzt ab?

Viele Ärzte, wie auch Dr. Schneiderhan – der führende Experte für Wirbelsäulenschmerzmedizin in Deutschland – besprechen mit ihren Patienten zunächst die Lage. Nach der Anamnese ist im nächsten Schritt eine körperliche Untersuchung nötig. Anhand von Tests und bildgebenden Verfahren wie 

  • Sonografie
  • Röntgen
  • Computertomografie (CT) 
  • oder Magnetresonanztomografie (MRT) 

lassen sich schließlich erste Ergebnisse erzielen.  

Manchmal lassen sich Rückenschmerzen nach einer Untersuchung sehr schnell beheben. Mit Massagen, dem Lösen von Blockaden oder Krankengymnastik gelingt es schließlich schrittweise, eine Entlastung des Rückens und eine Schmerzerleichterung zu erwirken. Doch nicht immer lassen sich die Schmerzen mit einfachen Sportübungen lindern. 

Ist eine Diagnose gestellt, gilt es, die Schmerzen zu minimieren. Dabei unterscheiden Mediziner zwischen akuten und chronischen Wirbelsäulenschmerzen, die es zu behandeln gilt. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen bei Wirbelsäulenschmerzen zur Verfügung?

Häufig wurde Patienten mit Wirbelsäulenleiden früher strikte Bettruhe angeraten. Heute weiß man hingegen, dass Bewegung wesentlich besser ist, um den Schmerzen beizukommen. Dabei ist oftmals von angeleiteter und zielgerichteter Bewegung die Rede. Experten und Therapeuten sollen Patienten mit Wirbelsäulenschmerzen betreuen und im Rahmen von physiotherapeutischen Übungen begleiten. 

Neben Bewegung und Sport kommen ebenso Heilbäder, Entspannungsübungen und Medikamente zum Einsatz. So soll schnell und effektiv ein Heilungsprozess in Gang gesetzt werden. Bei rund 90 Prozent aller Wirbelsäulenpatienten trägt dieser Behandlungsablauf zum Erfolg bei. Dabei ist es das Ziel, die Schmerzen nicht nur kurzzeitig, sondern vor allem dauerhaft zu lindern. 

Manchmal ist eine Operation jedoch der letzte Ausweg, um die Wirbelsäulenschmerzen zu verbessern. Hier ist allerdings ein spezieller Schweregrad der körperlichen Belastung und des Schmerzaufkommens maßgeblich, ehe ein OP in Betracht gezogen wird. Bringt nämlich sowohl die medikamentöse als auch therapeutische Behandlung keine nennenswerten Erfolge, kommt erst die Operation ins Spiel. 

Wie lassen sich Wirbelsäulenschmerzen am besten vorbeugen?

In einer Zeit, in der wir viel im Sitzen arbeiten, kann auch unsere Wirbelsäule leiden. Doch nicht nur fehlender Sport, sondern auch falsche Bewegungsabläufe lassen Rückenschmerzen entstehen.  Die Verwendung von höhenverstellbaren Tischen, um im Stehen zu arbeiten, Lockerungsübungen und richtige Bewegungen im Alltag sorgen jedoch dafür, dass der Rücken Entlastung erhält. Das dankt uns natürlich wiederum unsere Wirbelsäule. 

Tipp: Wer nicht immer den Fahrstuhl nutzt, sondern auch Treppen steigt, Spaziergänge einplant und Rückenübungen im Alltag vollzieht, tut der Wirbelsäule viel Gutes. Somit lassen sich bereits erste Wirbelsäulenschmerzen ausmerzen und Linderungen bei aufkeimenden Beschwerden erreichen.

Auch die Stufenlagerung entlastet den Rücken. Lege dazu eine Unterlage auf den Boden, in die Nähe eines Stuhls, Sofas oder Sessels. Mit dem Rücken auf dem Boden liegend, sind nun die Beine auf die Sitzgelegenheit zu legen. Die Beine liegen dabei im rechten Winkel auf. Diese Stufenlagerung entlastet den Rücken und sorgt für sofortige Schmerzlinderung. 

Auch eine komplette Rückenlage auf dem Boden kann sinnvoll sein. Wer diese Position unangenehm findet, nutzt ein zusammengerolltes Handtuch, um den Nacken und die Knie zu stützen. In dieser Position finden nicht nur der Rücken eine angenehme Entlastung. Auch die Beine können sich erholen. Verweile in dieser Position fünf bis zehn Minuten. Finde Entspannung, schließe die Augen und genieße die Erleichterung. 

Im Anschluss kann es sinnvoll ein, die Seitenlage auszuprobieren. Wähle eine bevorzugte Seite aus und stütze die Beine im Kniebereich mit einem Kissen. Die nun verbesserte Stabilität sorgt für eine entlastete Wirbelsäule. Rückenschmerzen lassen allmählich nach, was daran liegt, dass die Wirbelsäule sich wieder in ihre natürliche Form begeben kann. Eine Erleichterung, die sich schnell bemerkbar macht. Weitere Linderung kann ebenso eine Kälte- sowie Wärmetherapie schaffen. Eispackungen mit zerstoßenem Eis in Küchentüchern oder warme Kirschkernkissen sind dazu auf die betroffenen Stellen zu legen. Die Behandlung sollte jeweils um die 20 Minuten andauern. 

Bildnachweis: SciePro / stock.adobe.com

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