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Wiederholungsmethode: So entwickeln Sie Verständnis im Paargespräch

Lesezeit: 2 Minuten Vieles lernt man erst durch Wiederholung. Für etliche Menschen trifft das auch auf Paarbeziehungen zu. Man sucht sich offensichtlich "immer dieselben Typen" aus oder gelangt zu der Ansicht: "Alle Männer (oder Frauen) sind gleich." Die "Wiederholungsmethode" aber kann im Paargespräch dafür sorgen, dass sich unliebsame Erfahrungen auflösen. Lesen Sie hier, wie sie funktioniert.

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Wiederholungsmethode: So entwickeln Sie Verständnis im Paargespräch

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John Gray: Wiederholungsmethode

John Gray, Jahrgang 1952, gilt weltweit als einer der bekanntesten Paar- und Familientherapeuten. In seinem Buch "Mars und Venus im siebten Himmel – Beziehungsschule für Männer und Frauen" stellt er die Wiederholungsmethode als eine der möglichst täglich zu übenden "Herzmethoden" vor. Er vertritt dabei die Ansicht, dass Wiederholung Spannungen lösen und Verbundenheit erzeugen kann.

Die Wiederholungsmethode im Hochleistungssport

Die Wiederholungsmethode gibt es übrigens auch im Hochleistungssport. Hier wechseln wiederholt hohe Belastungen mit Ruhephasen ab. In gewisser Weise lässt sich das mit der hier gemeinten Methode vergleichen. Die Partner können sich zunächst belastet fühlen, um später umso mehr zu entspannen.

Kummer, noch einmal dargestellt, wird gleich viel kleiner

Man kennt das aus dem Gespräch mit der besten Freundin. Sie beklagen sich bitter, zum Beispiel darüber, dass Kollegin X sich so und so und vor allem ganz gemein verhalten hat. Die Freundin antwortet, indem sie zunächst Ihren Gefühlen beipflichtet und zugleich Ihre Aussage wiederholend zusammenfasst, etwa so: "Echt? Das ist ja schrecklich. Also, wenn meine Kollegin mich so in die Pfanne hauen würde, dann wäre ich auch kreuzunglücklich." Sie atmen durch, fühlen sich verstanden und schon viel besser als zuvor.

Sehen Sie sich, von Liebeskummer gebeutelt, im Kino oder im Fernsehen einen traurigen Liebesfilm an, so ist es tröstlich, über das Schicksal der Protagonisten heulen zu können. Danach schnäuzen Sie sich und krempeln gestärkt die Ärmel hoch. "Ich schaffe das auch ohne dich, du Mistkerl/du Mistbiene!" Die wahrgenommene Wiederholung Ihres Schmerzes hat die emotionale Spannung reduziert. In Paargesprächen geht es darum, die emotionale Spannung – bei beiden Partnern – aufzulösen. Das funktioniert aber nur, wenn man sich vom Anderen verstanden fühlt. Verletzte Gefühle hingegen führen zu Aggressionen. Irgendwann ist die Situation völlig verfahren.

Der Ablauf der Wiederholungsübung

Die Wiederholungsübung kann hier helfen. Sie geht folgendermaßen:

  • Sie einigen sich, die Übung anzuwenden. Es ist anfangs nicht ganz leicht, sich darauf einzulassen. Anfänglicher Widerstand ist also normal.
  • Einer fängt an und bittet den Partner, seine Gefühle der Reihe nach auszudrücken.
  • Der tut das und der oder die andere wiederholt jeweils, was er oder sie gesagt hat – mit denselben Worten. Bleiben Sie sachlich. Äffen Sie ihren Partner nicht nach. Versuchen Sie stattdessen, nachzufühlen wie es ist, bestimmte Gefühle zum Empfinden.
  • Die heftigsten Gefühle liegen in einem Streit obenauf: Wut, Zorn, vielleicht sogar Hass. Kann man sie ausdrücken, kommen andere, tiefe Gefühle zutage, Angst zum Beispiel, den Partner zu verlieren. Kann man alle Gefühle ungehindert aussprechen, spürt man schließlich auch die Liebe wieder und kann sagen: Ich liebe dich.
  • Kann der Partner diesen Satz wiederholen, ist es im besten Falle sein eigener Satz, sein eigenes Empfinden geworden.

In einem zweiten Schritt kann es gut sein, alle Gefühle des Partners zu wiederholen, ohne dass er oder sie sie vorsagt. Im dritten Schritt werden die Rollen getauscht.

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