Homöopathie Praxistipps

Wie wirkt das homöopathische Mittel Ignatia?

Lesezeit: 2 Minuten Ignatia, genauer gesagt Ignatia Amara, ist ein Schlingpflanzengewächs aus der Familie der Brechnussgewächse. Sämtliche Teile der Pflanze enthalten die stark giftigen Indolalkaloide Brucin und Strychnin. Die Samen der Pflanze finden häufig Anwendung in der Homöopathie. Hier wird sie vor allem bei Krämpfen, Lebererkrankungen, Magenbeschwerden und auch bei Milz- und Darmerkrankungen angewandt.

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Wie wirkt das homöopathische Mittel Ignatia?

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Wo wächst diese Pflanze?

Der Ignatia Bohnenbaum kommt hauptsächlich in den tropischen Gebieten vor und auch auf den Philippinen und in Malaysia. Ignatia ist eine tropische Schlingpflanze, eine Liane ohne Dornen und erreicht Wuchshöhen bis zu 20 Meter. Blütezeit ist von April bis Juni und die Blütenstände sind Traubendolden, welche 10- bis 20-blütig sind.

Sie wächst sowohl in den offenen Wäldern, auf sandigen Böden, auf Kalkstein sowie vom Tiefland bis auf Höhen von 1500 Metern. Teilweise findet man den Ignatius-Bohnenbaum auch an den Flussufern. Leider ist der Bohnenbaum durch die einheimische Holzindustrie stark gefährdet.

Die Früchte sind zitronengroß und sind gelbe, hartschalige Beeren, die stark bitter sind. In dem Fruchtfleisch der Früchte befinden sich bis zu 40 Ignatiusbohnen (Samen), die mit hellen Haaren bedeckt sind. Die Samen sind dabei hart wie Stein.

Die Inhaltsstoffe und die Wirkung

Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe kann variieren aufgrund der jeweiligen geografischen Herkunft. Vom Geschmack sind die Samen bitter und enthalten zudem die starken Nervengifte Strychnin und Brucin, aber auch Kaffeesäure und Loganin. Nimmt man eine zu große Menge der Samen zu sich, tritt bei starken Vergiftungen ein Tod durch Ersticken ein.

Die Geschichte der giftigen Bohne

Die Bohne gelangte durch die spanischen Jesuiten im 17. Jahrhundert nach Europa. Ihren Namen verdankt die Pflanze dem spanischen Priester Ignatius von Loyola, welcher der Gründer des Jesuitenordens war. Die Inhaltsstoffe der Samen wurden in Europa eingesetzt gegen Krämpfe, Lebererkrankungen, Magenbeschwerden und auch bei Milz- und Darmerkrankungen. Die chinesische Medizin setzte die Wirkstoffe ein gegen Spulwürmer, Vergiftungen, Schwertwunden und auch bei der Entbindung.

Die Verwendung der Bohne in der Homöopathie

Das homöopathische Mittel Ignatia wird aus den philippinischen, reifen, geschälten Bohnen hergestellt, die dafür getrocknet und pulverisiert wurden. In dem zweiten Band seiner Arzneibücher „Reine Arzneimittellehre“, beschrieb Samuel Hahnemann dieses Mittel. Der Homöopath sah in Ignatia das optimale Mittel bei allen psychischen Erkrankungen, die durch „gramerzeugende Vorfälle“ entstehen, wie zum Beispiel Liebeskummer. Jedoch existieren keine Studien, die diese Aussagen Hahnemanns wissenschaftlich belegen.

Die häufig verwendeten Potenzen von Ignatia sind D6 – D 12, wobei das Präparat bis einschließlich D 3 verschreibungspflichtig ist. Ignatia ist ein Konstitutionsmittel und wird Menschen verabreicht, die oft empfindsam, unausgeglichen und idealistisch sind. Aber auch bei Depressionen, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen findet Ignatia Anwendung.

Weitere Anwendungsgebiete:

Erbrechen, Brechdurchfall, Halsentzündung, Magen-Darm-Grippe, Magengeschwür, Migräne, Reizhusten, Trauer, Schmerzempfindlichkeit, Ohnmachtsneigung, Hysterie oder auch Menstruationsbeschwerden.

Wichtig ist, dass man homöopathische Mittel nicht einfach einsetzt und damit eine ärztliche Begutachtung ersetzt. Wenn man unter unklaren oder ernsthaften Beschwerden leidet, dann muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, der den Krankheitssymptomen auf den Grund geht. Wenn man erkrankt ist, sollte man auch homöopathische Mittel wie Ignatia nur nach Absprache mit dem Arzt oder eines Heilpraktikers einsetzen.

Bildnachweis: Gerhard Seybert / stock.adobe.com

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