Lebensberatung Praxistipps

Wie Sie Wut gezielt loslassen lernen

Lesezeit: 2 Minuten Neueste Ergebnisse aus der Gehirnforschung ergaben, dass es besser ist, Wut gezielt loszulassen, statt sich einem regelrechten Wutanfall hinzugeben. Denn wenn man sich in Wut hineinsteigert, besteht die Gefahr, dass sich Schaltungen im Gehirn bilden, die die negativen Gefühle verlängern und verstärken. Hier erfahren Sie, wie Sie gezielt Ärger und Wut loslassen können.

2 min Lesezeit
Wie Sie Wut gezielt loslassen lernen

Wie Sie Wut gezielt loslassen lernen

Lesezeit: 2 Minuten

Das Unterdrücken schlechter Gefühle wie Ärger und Wut macht krank, das Ausleben ist ineffektiv und schadet uns und Anderen. Der dritte und beste Weg ist die Integration. Sie führt uns zu unserer Mitte und lässt uns geistig wachsen. Dabei sind prozessorientierte Fragetechniken ein effektiver Weg, mit negativen Gedanken und Gefühlen umzugehen. Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Der Kampf gegen negative Gefühle verstärkt das Negative.
  • Bewusstes Loslassen gelingt nicht jedem.
  • Das Loslassen von Wut und Ärger ist aber möglich.
  • Der Trick besteht darin, dass man eine indirekte Technik anwendet,
  • Dabei ist das Stellen von Fragen eine indirekte Technik: Wir fragen, ohne uns Druck zu machen und die Antworten steigen zwanglos aus unserem Innern auf.

Der hier zum Zuge kommende Ansatz zum Auflösen von Gefühlen des Ärgers und der Wut stammt von Lester Levenson und beruht darauf, folgende vier Fragen zu stellen:

  • Können Sie dieses Gefühl in diesem Moment akzeptieren?
  • Könnten Sie dieses Gefühl jetzt loslassen – nur für einen Moment?
  • Würden Sie dieses Gefühl loslassen?
  • Wann würden Sie es loslassen?

Schreiben Sie Ihren Ärger und Ihre Wut auf oder beantworten Sie diese Fragen beim Auto fahren, Spazierengehen oder Entspannen.

Warum ärgern wir uns eigentlich?

Ärger und Wut sind per se nichts Negatives. Sie haben einen Sinn. Allerdings sind in unserer heutigen Zeit manche biologisch sinnvollen Strategien des Organismus nicht mehr zielführend. Zum Teil haben sich in unserem Gehirn feste Denkbahnen gebildet, die nicht immer vorteilhaft sind.

Indem wir Antworten auf die Frage finden, weshalb wir uns eigentlich ärgern, können wir besser mit Ärger und Wut umgehen:

  • Ärger und Wut lässt sich häufig auf unerfüllte Wünsche zurückführen.
  • Bei hoffnungslosen, nicht erfüllbaren Wünschen müssen wir einsehen, dass Ärger und Wut sinnlos sind.
  • Die verstandesmäßige Einsicht, dass es sich um unerfüllbare Wünsche handelt, erleichtert uns das Akzeptieren der Realität.

Die Methode des Hinterfragens

Moritz Boerner hat eine Methode entwickelt, die hilft, besser mit Ärger und Wut umzugehen: Es handelt sich um die Methode des Hinterfragens. Dabei wird jeder Gedanke, den wir aufgeschrieben haben, folgenden Fragen unterzogen:

  • In wessen Macht steht es? Diese Frage zeigt Ihnen, ob Ihr Wunsch hoffnungslos ist oder nicht.
  • Ist es wahr? Wie ist die Realität? Zeigt Ihnen die Wirklichkeit.
  • Kann ich es wirklich wissen? Diese Frage lockert Ihre bisherigen Denkgewohnheiten.
  • Was habe ich davon, dass ich denke, meine Wunschvorstellung sollte wahr werden, vor allem in Betracht der Realität? Diese Frage zeigt Ihnen, wie Sie leiden, wenn Sie an dieser Sache festhalten.
  • Wie würde ich mich fühlen, wenn ich nicht an dieser Vorstellung festhalten würde? Zeigt Ihnen, wie Sie sich fühlen könnten, wenn Sie dieses Denken loslassen.

Ergänzende Tipps und Hinweise

Manche Menschen, die die Methode des Hinterfragens kennenlernen, glauben zunächst, sie könnte zur Akzeptanz aller unangenehmen Gefühle führen. Andere wiederum glauben, man müsse zuerst leiden, um ins Handeln zu kommen. Jedoch ist das Gegenteil der Fall: Das Eliminieren der unangenehmen Gefühle setzt Hirnkapazität frei und macht uns kreativ.

Hier einige Tipps:

  • Bearbeiten Sie Ihre Wut, bevor Sie sie sich ärgern. Sie werden feststellen, dass diese Vorbereitung Ihnen hilft, gelassen zu bleiben, wenn Sie in der jeweiligen Situation sind.
  • Legen Sie sich ein Notizheft an, in das Sie alles hineinschreiben.
  • Oder sprechen Sie Ihre Wut und Ihren Ärger in ein Diktiergerät.
  • Bearbeiten Sie die Dinge zu einem festen Zeitpunkt und in Ruhe, zum Beispiel vor dem Schlafengehen.
  • Bearbeiten Sie nicht zu viel auf einmal. 20 bis 30 Minuten täglich reichen vollkommen.

Damit die Methode des Hinterfragens wirken kann, müssen Sie sie allerdings auch anwenden.

Bildnachweis: drubig-photo / stock.adobe.com

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: