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Wie reizend! Top 5 der reizendsten Inhaltsstoffe in Kosmetik

Lesezeit: 3 Minuten Seit geraumer Zeit liegt das Augenmerk bei Kosmetik auf den Inhaltsstoffen. Während vorher alles Natürliche im Trend lag, gilt es jetzt, keine reizende Kosmetik zu verwenden. Vor allem gut gemeinte, aber verkehrte Pflege rückt so in den Fokus. Warum reizende Inhaltstoffe so ein Problem sind und wie Sie diese vermeiden, erfahren Sie hier.

3 min Lesezeit
Wie reizend! Top 5 der reizendsten Inhaltsstoffe in Kosmetik

Wie reizend! Top 5 der reizendsten Inhaltsstoffe in Kosmetik

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Folgende 5 reizende Inhaltsstoffe werden in diesem Artikel behandelt:

  1. Alkohol
  2. Wasser
  3. Sodium Laureth Sulfat und Sodium Lauryl Sulfat
  4. Duftstoffe
  5. Pflanzenextrakte

Wenn von reizender Kosmetik gesprochen wird, ist nicht gemeint, dass die Kosmetik besonders toll ist. Im Gegenteil: Das heißt, dass sie die Haut reizt, was zu allerlei Problemen führen kann. So kann die Haut im schlimmsten Falle eine Allergie entwickeln, aber auch starke Hautunreinheiten und Pickel können dadurch entstehen. Das Gemeine ist, dass die Haut auch still und heimlich reagieren kann, ohne dass nach außen hin eine Reizung feststellbar ist.

1. Alkohol

Alkohol ist einer der am stärksten reizenden Stoffe. Wenn man darüber nachdenkt, ist das vollkommen logisch. Schließlich tötet Alkohol als Desinfektionsmittel Bakterien ab oder richtet bei Alkoholikern im Körper große Schäden an. Vor allem in Anti-Pickel-Präparaten ist meistens Alkohol weit vorne enthalten.

Das folgt der Logik, dass Alkohol nun einmal desinfiziert und Unreinheiten unter anderem durch Bakterien auf der Haut ausgelöst werden können. Alkohol reizt dabei die Haut allerdings so sehr und trocknet die Haut ebenfalls so sehr aus, dass die positive Wirkung der „Desinfektion“ dahinter weit zurückbleibt. Außerdem gelangen im Alltag schnell wieder Bakterien auf die Haut. Die Schädigung der Haut lohnt sich also nicht einmal.

Wichtig ist aber, zwischen reizendem und pflegendem Alkohol zu unterscheiden. Reizende Alkohole sind zum Beispiel in der Inhaltsstoffliste als Alcohol, Alcohol denat., Benzyl Alcohol und Isopropyl Alcohl zu finden. Diese Arten sind vom molekularen Aufbau so klein, dass sie tief in die Haut eindringen und sogar tiefere Hautschichten reizen.

Pflegende Alkohole sind Fettalkohole wie Cetearyl Alcohol, Cetyl Alcohol oder Stearyl Alcohol. Diese Stoffe werden in Kosmetik häufig als Emulgatoren eingesetzt und haben ebenfalls ein gewisses Reizpotential, allerdings deutlich geringer als die anderen Alkohole. Zudem verbessern Sie die Textur von Produkten und wirken zu einem geringen Grad okklusiv, schließen also Feuchtigkeit in der Haut ein.

2. Wasser

Wasser ist reizend? Warum verursacht Duschen dann keine Pusteln? Wasser ist nicht im eigentlichen Sinne reizend, hat aber dennoch seinen Platz auf der Liste verdient. Hier hängt nämlich alles von der Temperatur ab. Zu heißes oder zu kaltes Wasser wirkt dadurch reizend, dass es die Haut austrocknet.

Die Haut merkt das und erhöht die Talgproduktion oder, wenn sie das bei trockener Haut nicht schafft, wird noch trockener. Indirekt reizt auch kalkhaltiges Wasser. Es löst Seifenreste nicht zuverlässig von der Haut. Dadurch bleiben ohnehin aggressive Tenside länger auf der Haut, als beabsichtigt. Bei Wasser also auf die richtige Temperatur achten, vor allem an empfindlichen Körperstellen wie Händen oder dem Gesicht. Nach einer heißen Dusche ist gründliches Eincremen Pflicht, in einem heißen Bad können pflegende Öle den Feuchtigkeitsverlust ausgleichen.

3. Sodium Laureth Sulfat und Sodium Lauryl Sulfat

Diese beiden Tenside sind so stark reizend, dass Sodium Lauryl Sulfat sogar dazu genutzt wird, neue Tenside anhand dessen einzuordnen, wie stark es im Vergleich zu Sodium Lauryl Sulfat reizt. Leider ist vor allem das noch etwas weniger stark reizende Sodium Laureth Sulfat in unglaublich vielen Produkten vertreten.

Kaum ein konventionelles Shampoo listet das Tensid nicht als zweites oder drittes in den Inhaltsstoffen auf. Duschgel enthält ebenfalls oft Sodium Laureth Sulfat und vor allem Badezusätze enthalten den Stoff sehr oft, wenn es sich um Schaumbäder handelt. Das ist deswegen ein Problem, weil die Haut durch den Wasserkontakt und die Wärme ohnehin Stoffe eher aufnimmt und der längere Kontakt mit dem Tensid enorm austrocknet.

4. Duftstoffe

Duftstoffe sind ein schwieriges Thema. Generell ist lange bekannt, dass Duftstoffe die Haut meistens reizen. Hier gibt es aber ein paar überraschende Ausnahmen, und zwar in beide Richtungen. Nicht alles was duftet, muss reizend sein. Steht zum Beispiel Parfum relativ weit hinten in den Inhaltsstoffen, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Denn speziell reizende Inhaltsstoffe müssen besonders gekennzeichnet sein. Ist nur von Parfum die Rede, sind diese also nicht enthalten.

Ätherische Öle allerdings wirken reizend, auch wenn sie am Ende der Inhaltsstoffe stehen. Vor allem bei Cremes ist das wegen der langen Verweildauer auf der Haut ein Problem.

Vorsicht geboten ist bei Duftstoffen wie Menthol, Citronellol, Limonene, Linalool und einigen anderen

5. Pflanzenextrakte

Gerade für Naturkosmetikfans ist das ein Problem, denn in vielen Naturkosmetika sind Pflanzenextrakte enthalten. Diese enthalten aber aufgrund der Produktion häufig reizenden Alkohol oder sind als konzentriertes Öl per se reizend. Auch hier gilt, dass sie im Shampoo im Einzelfall okay sind, da die Verweildauer auf der Haut nicht lang ist. Wer einen frischen Duft bevorzugt, muss sich keine Sorgen machen. Vor allem aber in Gesichtscreme sollten diese Inhaltsstoffe nicht vorhanden sein.

Reizend sind unter anderem Pflanzenextrakte aus Eucalyptus, Orange, Eichenmoos, Hamamelis, Zimt und einigen anderen. Diese Auszüge müssen in der Inhaltsstoffeliste explizit angegeben sein und werden meist mit den lateinischen Namen aufgeführt. Gerade bei Naturkosmetik ist daher Vorsicht geboten und eventuell eine schnelle Internetsuche empfehlenswert, ob die enthaltenen Stoffe reizend sind.

Bildnachweis: nelen.ru / stock.adobe.com

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