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Wie gefährlich sind Mineralöle in Kosmetika?

Lesezeit: 2 Minuten Mineralöle in Kosmetika? Sie haben richtig gehört, in vielen Kosmetikartikeln finden sich neben verschiedenen Essenzen auch Mineralöle. Kosmetik-Hersteller loben diese Öle dafür, dass sie keine Allergien auslösen aber lange haltbar sind. Stiftung Warentest untersuchte, wie gefährlich Mineralöle in Kosmetika sind.

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Wie gefährlich sind Mineralöle in Kosmetika?

Wie gefährlich sind Mineralöle in Kosmetika?

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Ein Zufallsfund führte zur Test

Mineralöle in Kosmetika werden mehrfach gereinigt und aufbereitet, sodass sie letztendlich geruchlos und farblos sind. Seit Jahrzehnten werden diese Mineralöle in Produkten der Kosmetikindustrie eingesetzt. Während eines Tests der Stiftung Warentest von Körperölen fanden sich nun aber bedenkliche Inhaltsstoffe in recht hoher Konzentration, die es zu erklären galt. Daher gab das Prüfinstitut eine Feinanalyse in Auftrag.

Kritisch waren besonders zwei chemische Bestandsteile zu bewerten. Zum einen die gesättigten Kohlenwasserstoffe, auch MOSH genannt und zum anderen die aromatischen Kohlenwasserstoffe. Beide gelten in Teilen als krebserregend und mutagen. Mineralöle in Kosmetika sind längst nicht so harmlos, wie bisher angenommen.

Viele Bezeichnungen für ein und denselben Wirkstoff

Stiftung Warentest untersuchte 25 unterschiedliche Kosmetikprodukte. Unter anderem Lippenstifte, Cremes, Vaseline und Körperpflegemittel. in allen Kosmetikartikel wurden als Inhaltsstoffe auch Mineralöle deklariert und es konnte MOAH nachgewiesen werden. Dabei fiel auf, dass es für quasi ein und denselben Inhaltsstoff eine Vielzahl von Bezeichnungen gibt. Finden Sie auf Ihrer Kosmetik Begriffe, wie Ceresin, Paraffin oder Petrolatum oder Mineral Oil sind damit die Mineralöle in Ihrer Kosmetika gemeint. Nachgewiesen wurde eine Mischung aus ganz verschiedenen aromatischen Kohlenwasserstoffen.

Die toxikologische Bewertung stand allerdings noch aus. Allerdings besteht aber eben der Verdacht, dass diese Stoffe krebserregend sind. Denn die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit geht ebenfalls davon aus und in Lebensmittel dürfen keine solchen Kohlenwasserstoffe enthalten sein. Nun stellt sich eben die Frage, welche Kosmetikprodukte durch die Haut in den Körper gelangen. Bei Lippenpflegeprodukten ist es sicher der Fall, bei anderen Produkten ist dies nicht ganz eindeutig.

Lieber sichergehen und Naturkosmetik kaufen

Wenn Sie lieber sichergehen wollen, dann sollten Sie auf Mineralöle in Kosmetika verzichten und nur Produkte kaufen, die frei von diesen sind. So darf zum Beispiel zertifizierte Naturkosmetik nur ohne Mineralöle hergestellt werden. Zugleich fordert das Prüfinstitut die Hersteller dazu auf, auf Mineralöle in Kosmetika zukünftig zu verzichten, oder wenigstens die Belastung mit MOAH deutlich zu verringern.

Da aber selbst einige der Anbieter von den Ergebnissen überrascht waren, haben diese nun sowieso vor, ihre Rohstoffe in der Kosmetik noch einmal zu überprüfen. Denn bisher taten sie dies zwar auch, verließen sich dabei auf die Reinheitsprüfung, die laut Europäischen Arzneibuch vorgeschrieben ist. In dieser Prüfung ist allerdings nicht vorgesehen, MOAH nachzuweisen. Also muss sich genau da etwas ändern, damit Mineralöle in Kosmetika bald der Vergangenheit angehören.

Bildnachweis: ARTFULLY-79 / stock.adobe.com

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