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Wie entstehen Schmerzen?

Lesezeit: 2 Minuten Sie sind unangenehm bis äußerst quälend, dennoch sind sie lebenswichtig: Schmerzen zeigen uns an, dass in unserem Körper etwas nicht in Ordnung ist. Ohne Schmerzen könnten wir Verletzungen oder Erkrankungen nicht bemerken und nicht rechtzeitig behandeln, um Schlimmeres zu verhüten. Lernen Sie, das Warnsignal Ihres Körpers zu verstehen.

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Wie entstehen Schmerzen?

Wie entstehen Schmerzen?

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Schmerzen sind besonders belastend, wenn sie so stark sind, dass sie weitere Körperreaktionen auslösen. Die Blutgefäße verengen sich, die Herzfrequenz steigt an, die Muskelspannung erhöht sich, die Pupillen erweitern sich, Hormone werden freigesetzt und wir fangen an zu schwitzen.

Diese Reaktionen sollen die Abwehr- und Selbstheilungskräfte anregen, sie haben aber gleichzeitig eine unangenehme Nebenwirkung: Gerade wenn sich die Muskeln verspannen oder sogar verhärten, drücken sie auf die Nerven und verstärken damit die Intensität des Schmerzes.

Einfluss der Seele auf die Schmerzempfindung

Schmerzen werden aber nicht nur durch körperliche Ursachen beeinflusst. Ihre Wahrnehmung wird auch durch unsere seelische Verfassung und unsere Einstellung zu Schmerzen generell gesteuert. Ängstliche Menschen leiden heftiger unter Schmerzzuständen, als unbekümmerte Persönlichkeiten. Wer sich ablenken kann, erlebt seinen Schmerz weniger quälend als jemand, der sich ständig selbst beobachtet.

Auch unsere Umgebung hat einen erheblichen Einfluss auf unser Befinden. Wer sich ungerecht behandelt oder überbeansprucht fühlt, spürt die Schmerzen vielleicht stärker. Sie sollen dem Partner oder Mitmenschen signalisieren: Du bist gemein zu mir, du hilfst mir zu wenig oder du nimmst keine Rücksicht auf mich!

Das bedeutet zugleich, dass man Schmerzen leichter ertragen kann, wenn man sich im seelischen Gleichgewicht befindet. Wenn Schmerzen chronisch werden, sollte immer auch die Seele betrachtet werden, um eine erfolgreiche Therapie zu finden.

Schmerzempfindlichkeit der verschiedenen Körperregionen

Schmerz wird nicht in jeder Körperregion gleich stark empfunden. Während die Haut am Kopf am empfindlichsten ist, bemerkt unser Gehirn überhaupt keine Schmerzen. Auch an den Füßen sind wir weniger sensibel als in den oberen Bereichen des Körpers.

Das liegt daran, dass die schmerzsignalisierenden Zellen in unserem Körper unterschiedlich dicht verteilt sind. Diese schmerzempfindlichen Nervenzellen sind unsere Alarmanlage, wenn wir verletzt werden, Gewebe überreizt wird oder Funktionen gestört sind.

Das Signal wird über die Nervenbahnen zum Rückenmark bis zum Gehirn geleitet und dort als Schmerzbotschaft wahrgenommen. Die Qualität dieser Information hängt von der Stärke des Reizes, zum Beispiel der Verletzung, ab und, wie bereits erwähnt, von der psychischen Stabilität des Betroffenen.

Nervenschädigungen als Schmerzursache

Unser Nervensystem kann nicht nur Schmerzsignale übermitteln, sondern auch selbst Schmerzen auslösen, wenn der Nerv direkt geschädigt ist. Diese Schmerzen spürt man nicht unbedingt dort, wo sie entstehen, da sie auch in andere Körperregionen ausstrahlen können.

Wer einen gequetschten Nerv an der Wirbelsäule hat, kann durchaus Schmerzen im Magen oder im Brustbereich bekommen. Vielen ist auch der Schmerz beim Hexenschuss bekannt, der bis ins Bein und den Fuß ziehen kann. Gerade die Wirbelsäule ist besonders anfällig für eingeklemmte Nerven, da hier am ehesten Verschleißerscheinungen auftreten.

Am Handgelenk muss sich ein Nerv durch einen engen Tunnel zwängen und löst leicht entsprechende Beschwerden aus (Karpaltunnelsyndrom). Schmerzen durch verletzte Nerven äußern sich als stechend, bohrend, ziehend, brennend oder dumpf. Sie können durch andere Missempfindungen wie Taubheitsgefühle oder Kribbeln begleitet werden.

Andere Ursachen für Schmerzen durch Nervenschädigungen

Nervenschädigungen können nicht nur mechanisch ausgelöst werden, sie können ebenfalls durch Infektionen entstehen. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Gürtelrose, eine Virusinfektion, die sich durch Bläschen auf der Haut bemerkbar macht und zu einer Entzündung der hinteren Nervenwurzeln des Rückenmarks führt. Die Erkrankung ist äußerst schmerzhaft, wobei die Beschwerden noch lange nach dem Abheilen des Hautausschlags bestehen bleiben können.

Zu Schmerzen kommt es ebenfalls durch einen Nährstoffmangel, zum Beispiel bei langjähriger Zuckerkrankheit oder Alkoholmissbrauch. In solchen Fällen werden die Nervenzellen mit den schädlichen Abbauprodukten des Zuckers oder des Alkohols überschwemmt.

Auch durch Nierenerkrankungen, Schwermetallvergiftungen und bestimmte Dauermedikamente kann es zu solchen Schädigungen kommen. Weitere Ursachen sind einseitige Ernährung und Durchblutungsstörungen, aber auch eine Überbeanspruchung durch Berührungen, Kälte oder Bewegungen.

Bildnachweis: Robert Kneschke / stock.adobe.com

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