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Wie Eltern mit Kindern sprechen

Lesezeit: 2 Minuten Viele Eltern haben das Gefühl, ihre Kinder würden ihnen gar nicht zuhören. Das Problem sind oft aber nicht ungehorsame Kinder, sondern missverständliche Aussagen der Eltern. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit Kindern sprechen und sie auch erreichen können.

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Wie Eltern mit Kindern sprechen

Wie Eltern mit Kindern sprechen

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Mit Kindern sprechen: Ohne Inhalt

In der Kommunikation zwischen Eltern und Kind ist es wichtig, klare Aussagen zu machen. Stattdessen sprechen Eltern oft in unklaren Bildern. Wenn das Kind mit dem Essen matscht, heißt es: “Du bekommst gleich Ärger.” Auch Formulierungen wie “sei nicht unhöflich” oder “du machst mich wahnsinnig” werden von Kindern scheinbar ignoriert. Was auch nicht weiter verwundert, denn die Eltern reden quasi um den heißen Brei herum. Sie teilen zwar ihren Gemütszustand mit, versäumen aber, ihre Wünsche in klare Aussagen zu packen.

Mit Kindern sprechen: In Frageform

Eltern reden mit ihren Kinder oft in der Frageform. Stellen Sie sich vor, ein Kind bohrt mit dem Finger in der Nase. Die empörte Mutter ruft: “Kannst du dich nicht benehmen?” Darauf erfolgt keine Reaktion des Kindes. In Gedanken beantwortet es die Frage und denkt sich, natürlich kann ich mich benehmen. Das Kind kommt gar nicht auf die Idee, diese Frage mit dem Nasebohren zu verbinden, denn davon hat die Mutter ja gar nicht gesprochen.

Mit Kindern sprechen: Gegenteilige Aussagen

Die Kommunikation zwischen Menschen verläuft oft missverständlich. Der Sprecher findet seine Aussage umso klarer, je tiefer und intensiver er den Inhalt meint. Die Mutter ist wütend und droht ihrem Kind: “Wenn du dein Zimmer nicht aufräumst, wirst du schon sehen, wie dein Vater reagiert, wenn er nach Hause kommt!“ Dieses “mach das noch einmal und du wirst schon sehen, was passiert” ist eine doppeldeutige Nachricht. Das Kind wird ja indirekt aufgefordert, seine Aktion zu wiederholen. Es ist nicht in der Lage, die Doppeldeutigkeit zu begreifen.

Wie Sie mit Ihren Kindern richtig sprechen:

  • Oft sind Eltern einfach nur etwas genervt und nörgeln herum, ohne wirklich darauf zu bestehen, dass ein Kind sein Verhalten ändert. Durch dieses inkonsequente Verhalten ermutigen Sie Ihr Kind, Ihre Aussagen einfach zu ignorieren.
  • Überlegen Sie sich, was Sie wirklich stört. Wenn Sie zu viel nörgeln, stellen die Kinder ihre Ohren einfach auf Durchzug. In diesem Fall ist weniger mehr.
  • Umgekehrt sollten Sie Ihr Kind viel mehr loben. Konzentrieren Sie sich darauf, was Ihr Kind toll macht: Selbstvergessen ein Bild malen, manierlich mit Messer und Gabel essen oder jemandem höflich die Tür aufhalten. Diesen alltäglichen Dingen schenken Eltern viel zu wenig Beachtung, aber das Lob ermutigt und stärkt Kinder, sich in diese positive Richtung weiter zu entwickeln.
  • Verzichten Sie auf die Frageform, wenn Sie möchten, dass Ihr Kind etwas erledigt. Das ist pseudodemokratisch, denn Ihr Kind würde freiwillig sicher nicht sein Zimmer aufräumen.
  • Formulieren Sie den Wunsch konkret: “Ich möchte, dass du dein Zimmer aufräumst, damit ich es staubsaugen kann.”
  • Wenn Ihr Kind Sie mit seinem quirligen Hopsen auf dem Sofa nervt, sagen Sie bitte, was Sie stört. Wichtig sind Ich-Botschaften, damit das Kind erkennt, dass auch Eltern eigene Empfindungen haben. “Ich bekomme von deinem Toben Kopfschmerzen” ist für das Kind hilfreicher als ein generelles “du nervst schon wieder”.
  • Verbote sind wichtig, aber auch Spaßbremsen. Bieten Sie ruhig auch einmal eine tolle Alternative an: “Setz dich auf das Sofa und dann können wir zusammen ein Spiel spielen oder ein Buch lesen.”
  • Werden Sie zwar konkret, wenn Sie etwas von Ihrem Kind möchten, verzichten Sie aber auf langatmige Erklärungen und lassen Sie sich auch nicht in endlose Diskussionen verwickeln.
  • Kinder können sich wunderbar in ihr Spiel vertiefen und die Welt um sich herum vergessen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind Ihnen wirklich zuhört.
  • Wenn Sie ein intensives Gespräch mit Ihrem Kind führen wollen, begeben Sie sich auf gleiche Augenhöhe. Wenn Sie sich setzen oder in die Hocke gehen, verschwindet der Größenunterschied und Ihr Kind fühlt sich gleichwertig.

Bildnachweis: contrastwerkstatt / stock.adobe.com

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