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Wie Dementia Care Mapping nach Tom Kitwood funktioniert

Lesezeit: 2 Minuten Die Zufriedenheit von Demenzpatienten zu messen ist häufig nicht so leicht, schließlich sind viele zu klaren Äußerungen nicht mehr in der Lage. Der britische Soziologe Tom Kitwood hat ein Verfahren entwickelt, bei dem über nonverbale Signale auf das Befinden des Patienten geschlossen wird. Wie genau das Dementia Care Mapping funktioniert, lesen Sie in diesem Artikel!

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Wie Dementia Care Mapping nach Tom Kitwood funktioniert

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Demenz ist eine degenerative Erkrankung des Gehirns mit einem schleichenden Verlauf, bei der sich die Betroffenen irgendwann an nichts mehr erinnern können. In der Demenzforschung gibt es verschiedene Ansätze, zum Beispiel den des englischen Sozialpsychologen Tom Kitwood, der aufgrund persönlicher und professioneller Erfahrungen eine Strategie entwickelt hat, wie Pflegende mit dementen Personen umgehen sollten.

Die Beziehung zwischen Dementem und Pfleger funktioniert wechselseitig

Er stellt bei seinem Ansatz die demente Person und nicht die Krankheit in den Vordergrund und richtet alles Augenmerk auf die Interaktion zwischen den pflegenden Personen und dem Demenzkranken. Nach Tom Kitwood gilt es, die Einzigartigkeit der dementen Person zu beachten und zu würdigen, was das Zentrum seiner Beobachtungen ausmacht. So können laut Kitwood auch die pflegenden Personen von den dementen Personen noch etwas lernen.

Nicht die Heilung der Krankheit steht bei Kitwood im Vordergrund, sondern das Wohlbefinden der Patienten und die Beziehung, die in beide Richtungen wirkt. Dabei zählt nicht der reine Erfolg, sondern die aufmerksame Begegnung.

Dementia Care Mapping als alternatives Verfahren zur Zufriedenheitsbefragung

Tom Kitwood hat in Zusammenarbeit mit Kathleen Breding das Dementia Care Mapping (DCM) entwickelt. Das DCM wird in der Altenpflege verwendet und soll helfen, die Pflegequalität zu messen. Es basiert auf dem Ansatz von Tom Kitwood im Umgang mit pflegebedürftigen, dementen Menschen und ist ebenso personenzentriert.

DCM ist ein Beobachtungsverfahren, das speziell für Demenzkranke entwickelt wurde. Meistens sind diese zu Zufriedenheitsbefragungen nicht mehr in der Lage – mithilfe von DCM können Wohlbefinden und Klienten aber trotzdem eingeschätzt werden. Anhand von DCM kann beispielsweise gemessen werden, wie weit bestimmte Maßnahmen auf Patienten wirken und ob sie ihnen gut tun oder nicht. 

Was sind die Ziele von DCM?

Auch wenn eine Pflegeperson das Gefühl hat, dass ein Patient abbaut, sich zurückzieht oder auffällig aggressiv ist, kann das Dementia Care Mapping helfen. Die Ergebnisse aus dem DCM können helfen herauszufinden, wo das veränderte Verhalten herkommt und wie die Pflege und Förderung der Betroffenen verbessert werden kann.

Die Beobachtungen werden von entsprechend geschulten Fachkräften durchgeführt, die den Demenzkranken in seinem Alltag begleiten und beim Essen und Trinken, der Beschäftigung mit Medien, mit Arbeit, mit Pflege, bei der Bewegung, bei Gesprächen und vielen weiteren Situationen beobachten.

DCM dient gleichzeitig auch der Qualitätsmessung

Kern des DCM ist die Deutung nonverbaler Signale vor dem Hintergrund der persönlichen Biografie. Da klare verbale Äußerungen den Patienten häufig nicht mehr möglich sind, werden die nonverbalen Signale objektiv gedeutet und entschlüsselt. Auf diese Weise sollen Aussagen über das Befinden des Patienten getroffen werden. Da die Signale gleichzeitig auch auf das relative Wohlbefinden in einer Einrichtung schließen lassen, dienen sie auch gleichzeitig der Qualitätsmessung.

Mithilfe der Beobachtungsregeln der DCM soll der Pflegeprozess im Detail beobachtet und abgebildet werden. Auf diese Weise soll eine Verbesserung der Lebensqualität der Demenzpatienten erreicht werden. DCM wird in Deutschland vom Bundesgesundheitsministerium gefördert und immer stärker in verschiedenen Bereichen eingesetzt.

Mehr zu Tom Kitwood lesen Sie hier!

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