Lebensberatung Praxistipps

Wer bietet wem das "Du" an?

Lesezeit: 2 Minuten Früher war es ausschließlich Männersache, ein "Du" anzubieten, beziehungsweise eine Dame darum zu bitten. Die Kavaliere alter Schule bekamen dazu den Rat: "Er wird dies aber erst dann tun, wenn er sichergehen kann, damit keine Fehlbitte ausgesprochen zu haben." Offensichtlich mussten die Herren in früheren Zeiten hellseherische Fähigkeiten besitzen. Außerdem bot die/der Ältere der/dem Jüngeren und der/die "Höhergestellte" dem/der "Niedrigergestellten" das "Du" an.

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Wer bietet wem das "Du" an?

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Heutige Empfehlungen differenzieren nach Privat- und Berufsleben. Nur in einer Firma oder Institution bestehen nach wie vor Hierarchien, die beachtet werden müssen. Dort geht ein Du-Angebot immer von der/dem auf der "Hierarchieleiter" weiter oben Stehenden aus.

Im Privatleben besteht die alte Regel: Ältere Menschen haben das Recht, zu entscheiden, ob sie sich mit jüngeren duzen möchten. Hierbei geht es allerdings nur noch um deutlich sichtbar verschiedene Altersgruppen, also um Generationsunterschiede. Im Gegensatz zu früher, als auch geringe Altersunterschiede beachtet werden mussten.

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Als "Älterer" sollten Sie jedoch beachten, dass es viele volljährig Gewordene stört, weiter mit "Du" angeredet zu werden. Zum Wechsel von "Du" auf "Sie" empfiehlt sich daher der 18. Geburtstag, wobei Sie 2 Möglichkeiten haben: Entweder bieten Sie der/dem deutlich Jüngeren an, nun auch Sie zu duzen. Wenn Sie das nicht möchten, sagen Sie: "Du bist nun so erwachsen geworden, dass es mir nicht mehr passend erscheint, dich einfach weiter zu duzen. Deshalb schlage ich vor: Ab heute gehe ich dazu über, dich – wie es unter Erwachsenen üblich ist –zu siezen." Bekommen Sie von einem jungen Menschen die Entgegnung: "Aber das ist doch gar nicht nötig. Sie können mich gerne weiter duzen", nehmen Sie dieses Angebot ruhig ohne Gewissensbisse an. In diesem Fall wird das einseitige Duzen nicht als herablassend oder brüskierend empfunden.
So oder so kommt es entscheidend auf das Wie an, meint Rainer Wälde, Chefredakteur von –1-21.htm" target="_blank">"Stil & Etikette". Ein "Du" sollte niemals aufgedrängt werden, sondern: Der/die höfliche Anbieter/-in achtet darauf, dass die/der Gefragte durch eine geschickte Formulierung eine Rückzugsmöglichkeit offen hat, ohne dass es peinlich wird.

Beispiel:
"Wir arbeiten zwar noch nicht allzu lange zusammen, aber ich fände es für mich angenehm, wenn wir uns duzen würden. Wenn Sie jedoch zu den Menschen gehören, die das im Beruf ablehnen, können wir auch gerne weiterhin beim ‚Sie‘ bleiben."

Das früher unausweichliche Ritual – Arme ineinanderhaken, in dieser Position einen hochprozentigen Schluck trinken (bei extremen Größenunterschieden ein wahres Kunststück) und der dann zwingend folgende Kuss – gehört der Vergangenheit an. Die Bandbreite reicht heute, je nach Situation, von "gar nichts" über einen Händedruck oder ein Wange-an-Wange-Küßchen bis hin zu einem Zuprosten, was heute selbstverständlich auch mit alkoholfreien Getränken stattfinden kann.

Für Anhänger der Sie-Ansprache ist es oft ein "rotes Tuch", wenn sie sich der Gruppenerwartung zu einem allgemeinen "Du" beugen sollen. Auch hier gilt natürlich, dass es keinen Zwang geben kann. Es wäre wünschenswert, wenn auch eine "Duz-Gemeinschaft" Neuhinzugekommenen von sich aus die Freiheit der eigenen Entscheidung lassen würde.

Eine mögliche Alternative: Vorname und "Sie"
Sie möchten die Bitte um ein "Du" ablehnen, haben aber das Gefühl, ein Nein könnte zu hart sein? Dann können Sie, wie auch in anderen Situationen, folgenden Vorschlag einbringen: Die Zwischenlösung, zwar beim "Sie" zu bleiben, sich aber mit dem Vornamen anzureden. Das findet in den letzten Jahren auch in Deutschland immer mehr Anhänger, und zwar nicht nur zwischen Erwachsenen und Jugendlichen. Auch im Berufsleben ist diese Form oft eine gute Alternative.

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