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Welche Therapie hilft bei einer Depression durch Stress?

Lesezeit: 3 Minuten Gerade bei einer Depression, die durch Stress ausgelöst wird, ist es notwendig an den Ursachen zu arbeiten. Eine sinnvolle Therapie bedeutet immer auch, das Übel bei der Wurzel zu packen. Nur dann kann man einen Rückfall vermeiden.

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Welche Therapie hilft bei einer Depression durch Stress?

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Welche Therapie hilft bei einer Depression durch Stress?

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Eine Belastungsdepression entsteht immer aus zwei Teilen. Zum einen sind da äußere Faktoren, die den Stress verursachen. Wie Sie schon im letzten Artikel gelesen haben, können das Umstände sein, die auf den ersten Blick nicht in das Klischee von Stress passen. Es muss nicht das abgehetzte, eilige, chaotische Bild sein, das man in der Regel hat. Die Depression wird viel häufiger von einer lange anhaltenden, komplexen Überlastung ausgelöst.

Zum anderen gehört zu dieser Art der Depression stets auch der innere Aspekt dazu. Wie geht man mit dem Stress um? Wie grenzt man sich ab, um sich selbst zu schützen? Das sind Fragen, die in einer Therapie geklärt werden müssen. Aber auch das Erlernen von Entspannungstechniken oder das Finden von beglückenden Momenten sollten in einer umfassenden Behandlung eine Rolle spielen.

Von der Depression in den Burnout?

Zumindest besteht die Gefahr. Manche Menschen fühlen sich ein wenig mehr verantwortlich oder engagieren sich ein wenig häufiger, was dann früher oder später zu einer Belastung und Stress führt. Bei einer unbehandelten, andauernden Depression kann man am Ende durchaus in einem Burnout landen.

Wo ansetzen bei der nicht medikamentösen Therapie einer Depression?

Am einfachsten wäre es, könnte man die äußeren Komponenten, die zu Stress und einer Depression führen einfach ausschalten. Das ist allerdings nur in seltenen Fällen möglich. Wer seine Mutter beispielsweise pflegerisch zuhause betreut, kann vielleicht einmal eine Auszeit nehmen. Die Belastung wird jedoch nach einem Urlaub zurückkehren.

So gibt es einige Dinge, die man selbst nur begrenzt ändern kann. Darum sollte in solchen Fällen das eigene Stressmanagement, der persönliche Umgang mit anstrengenden Situationen überdacht werden. Dazu kann man Hilfe bekommen.

Welche Art von Therapie gibt es bei einer Depression, die durch Stress ausgelöst wurde?

Je nachdem, wie schlimm die Depression ist oder von welchen Ursachen sie impliziert wurde, ist eine Psychotherapie angeraten. Gerade wenn Stress im Spiel ist, können psychotherapeutische Verfahren hervorragende Hilfen bieten.

  • Die kognitive Verhaltenstherapie
    Dabei wird an der Einstellung, an der Bewertung und den Gefühlen gearbeitet. Warum überlastet man sich immer wieder? Warum fühlt man sich schuldig, wenn man nicht „alles“ gibt? Warum glaubt man, dass man hilflos dem Stress ausgeliefert ist? Und vor allem, wie ändert man diese Anschauungen? Bei der kognitiven Verhaltenstherapie wird konkret an diesen und ähnlichen Fragen gearbeitet und ein alternatives Verhalten eingeübt.
  • Tiefenpsychologisch orientierte Therapie
    Dabei geht es, wie der Name schon sagt, in die Tiefe des Patienten. Es wird versucht herauszufinden, aufgrund welcher früheren Entwicklungsstörung das derzeitige Problem entstanden ist. Wird das dann neu verarbeitet, hat diese Änderung auch Einfluss auf das heutige Geschehen. Einer Belastung kann dann unabhängiger entgegengetreten werden.

Diese beiden Arten der Psychotherapie werden von gesetzlichen Krankenkassen unterstützt. Sie setzen eine gute Mitarbeit des Patienten voraus.

Was kann man bei einer Belastungsdepression selbst tun?

  • Entspannung und Erholung
    Was hilft, ist genau das, was einem mit einer Depression am schwersten fällt: Sich entspannen, sich Zeiten der Erholung gönnen. Dem Körper Ruhe geben. Dazu lohnt es sich eine Entspannungstechnik zu lernen (Progressive Muskelentspannung) Sie lässt sich in jeder Situation mit Stress einsetzen.
  • Licht als Therapie
    Probieren Sie eine Lichttherapie. Sie wird hauptsächlich bei Menschen mit einer Winterdepression eingesetzt, wirkt aber auch stimmungsaufhellend auf andere Depressionen. Auch hier wird die Biochemie des Gehirns beeinflusst. Nach dem Aufwachen schaltet man eine spezielle Lampe ein. Durch das Licht baut sich das nächtliche Melantonin rasch ab. Das Serotonin kann wieder aktiv werden und die Stimmung verbessert sich deutlich.
  • Sich etwas Gutes tun
    Von Spazierengehen bis Malen, von Sport bis Handarbeiten – suchen Sie sich bewusst etwas, das Ihnen früher Freude gemacht hat und die Chance besitzt, Ihnen auch heute Spaß zu bringen. Es ist sehr schwer, während einer Depression nicht immer wieder an die zu erledigenden Aufgaben zu denken. Doppelbelastung und Überlastung lassen annehmen, dass man Ihrer durch ständige Aufmerksamkeit Herr wird. Das ist ein Trugschluss. Man muss auch ein Auto betanken und nicht nur fahren.

Ich möchte zu dieser Artikelreihe ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Informationen keinen Arzt ersetzen. Nur im Gespräch können Diagnose und Hilfen besprochen werden.

Darüber hinaus handeln diese Artikel nicht von akuten Belastungsdepressionen, die durch Traumata entstanden sind: Unfälle, Verbrechen, Katastrophen, Übergriffe jeder Art etc. benötigen eine völlig andere Behandlungsweise. Dafür sind Trauma-Fachleute die richtigen Ansprechpartner.

Bildnachweis: Daniel Reche / stock.adobe.com

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