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Was Sie über Placebos wissen sollten

Lesezeit: 2 Minuten Was sind Placebos? Warum wirken sie? Wo werden sie eingesetzt? Was ist ein Nocebo-Effekt? Hier lesen Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen rund um Scheinmedikamente, die gar keine Arzneistoffe enthalten.

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Was Sie über Placebos wissen sollten

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Placebos, also Scheinmedikamente, haben oft die gleiche Wirkung wie eine Medizin, die den deklarierten Inhalt an Arzneimitteln tatsächlich enthält. Warum sich das so verhält, beschäftigt Forscher schon seit mehr als zehn Jahren. Ihr vorläufiges Fazit lautet: Es kommt weniger auf das Pharmakon an als auf den Arzt, der die Behandlung durchführt.

Was sind Placebos?

Placebos sind Tabletten, Salben oder Tinkturen, die mit einem echten Pharmakon in Aussehen, Beschaffenheit und Geschmack identisch sind, ohne dass sie jedoch den eigentlichen, für die Behandlung maßgebenden Wirkstoff enthalten.

Wo werden sie eingesetzt?

Placebos wurden in den 1940er Jahren entwickelt, um in der Pharmaforschung die Wirksamkeit neu geschaffener Medikamente zu überprüfen. Dabei wurden einem Teil der Probanden die neuen Arzneimittel verabreicht, dem anderen Teil die Placebos. Eigentlich sollte das Ergebnis eindeutig sein: Scheinpräparate können nicht anschlagen. Die erzielten Ergebnisse waren indessen nicht so eindeutig wie prognostiziert.

Woher kommt der Name und wie wirken sie?

Der Name Placebo ist ein Kunstwort aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt: „Ich werde gefallen“. Was sich wider Erwarten tatsächlich bewahrheitet hat. Besonders in Bereichen der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie erzielen Placebos häufig das gleiche Resultat wie ein wirkstoffhaltiges Pharmazeutikum. Ursache hierfür ist, dass allein das Versprechen und die damit verbundene Hoffnung auf einen Nutzen eine suggestive Wirkung auf die Psyche ausübt und die Selbstheilungskräfte aktiviert. Dieses Phänomen nutzen Ärzte zunehmend, um medikamentenabhängige Patienten zu therapieren.

Was ist ein Nocebo-Effekt

Aber nicht immer haben Placebo-Anwendungen eine positive Auswirkung. Vielmehr heben sie oft unbedeutende Nebenwirkungen besonders hervor. Die ellenlangen Listen auf Beipackzetteln von Arzneimitteln hinsichtlich möglicher unerwünschter Folgen, wohingegen der eigentliche Nutzen in aller Kürze erscheint, machen Patienten zuweilen buchstäblich krank. Forschungen haben belegt, dass Nebenwirkungen, die nicht mehr auf dem Beipackzettel erscheinen, in aller Regel auch nicht in der Realität vorkommen. Hierbei spricht man von einem Nocebo-Effekt.

Ängste nehmen

Negative Placebo-Effekte sind nicht nur bei Medikamenten zu beobachten. Ausführliche Aufklärungen über die Risiken einer Therapie, beispielsweise einer Operation, führen oft dazu, dass Patienten anschließend häufiger an Komplikationen leiden, die eingehend thematisiert wurden. Diese Placebo-Effekte sind keine Einbildung, sondern eine Antwort der Psyche, welche auf die suggerierten „Erwartungen“ reagiert. Dieses Phänomen im positiven Sinn zeigt, dass Patienten, die durch einfühlsame Ärzte behandelt werden, eine bessere und schnellere Genesung erfuhren.

Fazit

Der Erfolg einer Behandlung ist nicht nur durch die Therapie des Körpers mittels Medikamenten oder Apparaten zu erzielen. Genauso wichtig ist die Einbeziehung der Psyche durch Empathie von Ärzten und Pflegepersonal.

Bildnachweis: rosinka79 / stock.adobe.com

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