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Was Sie über Homöopathie wissen sollten

Lesezeit: 2 Minuten Hokuspokus oder Heilkunst? Wer hat’s erfunden? Warum wirkt ein Medikament, das durch hohe Verdünnung praktisch kaum vorhanden ist? Übernehmen Krankenkassen die Kosten einer homöopathischen Behandlung?

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Was Sie über Homöopathie wissen sollten

Was Sie über Homöopathie wissen sollten

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Jeder vierte Deutsche ist überzeugter Anwender homöopathischer Mittel. Die Tendenz ist steigend trotz anhaltender Debatte über ihre Wirksamkeit. Reihenuntersuchungen haben durchaus positive Ergebnisse zu Tage gefördert, ohne dass die Wirksamkeit des verabreichten Stoffes sicher nachgewiesen werden konnte.

Der Begründer der Homöopathie

Der 1755 in Meißen geborene Christian Friedrich Samuel Hahnemann arbeitete als Arzt, Apotheker und Psychiater. Eines seiner Hauptanliegen war, eine Krankheit nur durch ein Medikament anstelle eines Gemisches zu therapieren. Mit seinem 1810 erschienenen Werk „Organon der Heilkunst“ legte er den Grundstein zur Homöopathie. 1812 wurde die neue Lehre in Leipzig an der Universität doziert.

Prinzip der Homöopathie

„Similia similibus curentur“: Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt. Diese Aussage ist das Grundgerüst der Homöopathie. Sie besagt, dass sich Krankheiten mit den Mitteln bekämpfen lassen, welche bei Verabreichung an Gesunde die gleichen Symptome hervorrufen. Beispielsweise wird Erbrechen mit Nux vomica, der Brechnuss behandelt. Mehr als 400.000 Arzneien aus der Pflanzen- und Tierwelt, der Mineralogie, Chemie und Bakteriologie stehen zur Auswahl.

Das Mysterium der „Potenz“

Das Heilmittel wird mit Hilfe von Zuckerkügelchen appliziert, den Globuli. Verabreicht wird das Pharmakon jedoch nicht in seiner reinen Form, sondern in hoher Verdünnung. Ein Teil Wirkstoff wird in neun Teilen eines Äthanol-Wassergemischs verdünnt. Dieser Verdünnungsgrad wird als Potenz D1 bezeichnet. D2 ist eine Verdünnung eines Teils von D1 mit neun Teilen eines Verdünnungsmittels. Eine Zubereitung der Potenz D23 entspricht etwa einem Tropfen Wirkstoff im Mittelmeer. Somit ist eigentlich von dem Heilmittel nichts mehr vorhanden. Gleichwohl kommen diese und noch stärkere Verdünnungen zum Einsatz. Homöopathen beteuern, die Wirkung des Mittels sei umso stärker und anhaltender, je höher der Verdünnungsgrad sei. Dass ein derartig verdünntes Medikament nicht nachgewiesen und somit keinen klinischen Test bestehen kann, dürfte offensichtlich sein. Der Nutzen ist also rein spekulativ.

In der Praxis

Trotzdem erzielt diese alternative Behandlungsweise erstaunliche Erfolge. Der Grund ist sicher nicht die Wirksamkeit der kaum fassbaren Bestandteile, sondern der Glaube an ihre Heilkraft, welcher ähnlich wie bei den Placebos die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und damit einen relevanten Nutzen darstellt.

Fazit

Bevor jedes Unwohlsein oder leichte Erkrankung mit starken Medikamenten bekämpft wird, sollte die homöopathische Therapie versucht werden. Viele Krankenkassen bieten hierfür Zusatzversicherungen an oder übernehmen die Kosten ganz.

Bildnachweis: jd-photodesign / stock.adobe.com

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