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Was können Sie tun, wenn Ihr Kind einen Wutanfall hat?

Lesezeit: 3 Minuten Kennen Sie das? Ihr Kind bekommt seinen Willen nicht und steigert sich deshalb in einen Wutanfall hinein, der Ihnen den letzten Nerv raubt. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihr Kind auch bei einem heftigen Wutanfall beruhigen können und was Sie tun müssen, um es gar nicht erst zu einem Wutanfall kommen zu lassen.

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Was können Sie tun, wenn Ihr Kind einen Wutanfall hat?

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Wut ist eigentlich ganz normal
In unserer Gesellschaft führt Wut neben anderen "akzeptierten" Gefühlen wie Angst oder Freude ein Schattendasein und wird deshalb meistens unterdrückt. Doch was schon Erwachsenen oft mehr schlecht als recht gelingt, ist bei Kindern fast unmöglich, da sie ihre Gefühle nicht so kontrollieren können. Bei einem Wutanfall bricht sich der ganze aufgestaute Ärger seine Bahn, und nicht selten geraten die sonst so lieben Kleinen in eine regelrechte Raserei – inklusive Schreien, Schlagen und dem Zerstören von Gegenständen.
 
Eigentlich verhalten sich Kinder ganz richtig, wenn sie ihre Gefühle raus lassen, deshalb sollte man einen Wutanfall auch nicht unterdrücken. Die Eltern müssen ihnen jedoch den richtigen Umgang mit ihrer Wut aufzeigen, um die Gefühle der Kinder in gesunde Bahnen zu lenken und eine konstruktive Lösung herbeizuführen.

Drei Gründe für einen Wutanfall
Meistens wird ein Wutanfall durch einen der folgenden drei Gründe ausgelöst:

  1. Ihr Kind will Sie mit seinem Wutanfall unter Druck setzen, weil es unbedingt seinen Willen bekommen und damit den Machtkampf gegen Sie gewinnen will.
  2. Ihr Kind will auf sich aufmerksam machen – seine  Umgebung, aber vor allem natürlich seine Eltern.
  3. Ihr Kind ist extrem frustriert und hält den Druck nicht mehr aus, sondern lässt seinem Ärger in einem Wutanfall freien Lauf. Die Gründe dafür sind aus der Erwachsenen-Perspektive oft banal, wiegen aber aus Sicht des Kindes umso schwerer.

Wenn Ihr Kind einen Wutanfall bekommt, kann es auch einfach daran liegen, dass es müde ist oder sich nicht austoben konnte. Auch Reizüberflutung kann einen Wutanfall auslösen. Ist Ihr Kind jedoch älter als etwa vier Jahre und hat die Trotzphase bereits hinter sich gelassen, stecken hinter einem Wutanfall manchmal auch schwerwiegendere Probleme.

Als Eltern müssen Sie die Gründe für den Wutanfall Ihres Kindes kennen, um ihm helfen zu können, mit seinen aggressiven Gefühlen richtig umzugehen. Dabei kann es durchaus hilfreich sein, sich im Zweifel an einen Fachmann zu wenden, um einen Konflikt zu lösen.  

Sechs Tipps, die bei einem Wutanfall helfen
Oft bekommt ein Kind einen Wutanfall, weil es mit sich selbst unzufrieden ist. Die Aggressionen gelten also eigentlich gar nicht Ihnen als Eltern, deshalb bleiben Sie ruhig und machen Ihrem Kind deutlich, dass Sie es ernst nehmen und Verständnis für seine Gefühle haben. Nur so können Sie Ihrem Kind beim richtigen Umgang mit seiner Wut helfen – doch dabei gilt es einige Regeln zu beachten:

  1. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Aggressionen gegen andere, also Schlagen oder Spucken, absolut inakzeptable sind.
  2. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind erst einmal Dampf ablassen muss, lassen sie es gewähren – allerdings auf ungefährliche Weise, also indem es mit den Füßen aufstampft oder mit den Fäusten gegen etwas schlägt, was nicht kaputt gehen kann.
  3. Geben Sie bei einem Wutanfall nicht nach – Ihr Kind muss lernen, dass es mit seinem Verhalten keinen Erfolg hat, denn ansonsten wird es immer wieder zu diesem Mittel greifen, um seinen Willen durchzusetzen. Ausnahmen sollten Sie nur machen, wenn es um etwas geht, was Ihrem Kind offensichtlich ganz besonders am Herzen liegt.
  4. Wenn der Wutanfall vorbei ist, sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, um den Grund herauszufinden und eventuelle Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. 
  5. Seien Sie Ihrem Kind ein gutes Vorbild und zeigen Sie ihm Alternativen für den konstruktiven Umgang mit Wut oder Aggressionen.
  6. Sparen Sie nicht mit Lob, wenn Ihr Kind sich bei einem Konflikt nicht in einen Wutanfall flüchtet, sondern eine friedliche Lösung findet und kompromissbereit ist.

Gut gegen Wut
Trotz aller guten Vorsätze müssen Kinder ab und zu die Möglichkeit haben, sich körperlich abzureagieren – das ist völlig in Ordnung, solange sie andere nicht in Mitleidenschaft ziehen. Wenn Sie mit Ihrem Kind ein Wut-Ritual einüben, geben Sie ihm damit eine gute Möglichkeit, auch im Ernstfall Dampf ablassen zu können. So lernt Ihr Kind, sich nicht mehr in einen Wutanfall hineinzusteigern. 

  • Ihr Kind kann sich an einem Boxsack oder einem Kissen austoben – wenn daraus eine Kissenschlacht entsteht, kann aus einer ernsten Situation ein großer Spaß für alle Beteiligten entstehen.
  • Lassen Sie Ihr Kind seine Wut herausschreien – wenigstens für kurze Zeit – oder gestatten Sie ihm, anderweitig Krach zu schlagen, um seinem Ärger Luft zu verschaffen. Und bevor Ihr Kind mit seinen Fäusten sinnlos auf einem Plastikeimer trommelt, können Sie ihm auch gleich ein Schlagzeug kaufen und die Energie kreativ nutzen.
  • Geben Sie Ihrem Kind Gelegenheit, altes Papier, also einen Block oder einen Kalender, zu zerreißen – indem es diese "Wutzettel" in seine Einzelteile zerlegt, kann es sich hervorragend abreagieren.

Unser Tipp
Sollte Ihr Kind dazu neigen, bei einem Wutanfall unerwünschte Schimpfwörter herauszuschreien, funktionieren Sie einen Putzeimer zum „Brülleimer“ um und lassen Sie Ihr Kind seine Wut hinein brüllen.

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