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Was ist ein Dekubitus und was können Sie dagegen tun?

Lesezeit: 3 Minuten Ein Dekubitus - Druckgeschwür - ist eine schwerwiegende Komplikation bei bettlägerigen, immobilen und geschwächten Menschen. Dieser kann vermieden werden durch Bewegungsförderung und regelmäßige Lage- und Positionswechselwechsel. Auch richtig angewandte Hilfsmittel helfen bei der Vermeidung eines Dekubitus. Lesen Sie wichtige Hinweise zu Entstehung, Erkennung und Prophylaxe eines Dekubitus.

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Was ist ein Dekubitus und was können Sie dagegen tun?

Was ist ein Dekubitus und was können Sie dagegen tun?

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Was ist ein Dekubitus? Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür, landläufig auch als Wundliegen bezeichnet. Er entsteht durch die Schädigung der Haut und dem darunterliegenden Gewebe. Ausgelöst wird die Schädigung durch Druckbelastung. Reibung und Scherkräfte verstärken den Gewebeschaden. Der Dekubitus entwickelt sich, wenn über einen längeren Zeitraum Druck auf einen Körperbereich ausgeübt wird. Besonders gefährdet sind Hautbereiche über hervorspringenden Körperstellen, die wenig durch Muskeln oder Fettgewebe gepolstert sind. Dazu gehören beispielsweise das Steißbein, Knöchel oder Fersen. Alle Körperbereiche, an denen Knochen dicht unter der Haut liegen und die dauerhaft auf der Unterlage aufliegen, sind gefährdet. Scherkräfte und Reibung entstehen, wenn Sie beispielsweise Ihren Angehörigen im Bett nach oben ziehen.

Wie entsteht ein Dekubitus?

Die Blutgefäße, die die Haut versorgen, werden durch dauerhaften Druck komprimiert. Durch die Minderdurchblutung kommt es im betroffenen Gewebe zum Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen. Das Gewebe übersäuert, Nervenschädigungen entstehen. Dies löst einen Schmerzreiz aus. Ein gesunder Mensch fühlt sich dadurch automatisch veranlasst, seine Lage zu verändern und den betroffenen Bereich zu entlasten. Immobile Menschen sind dazu nicht selbständig in der Lage.

Wie entstehen Thrombosen?

In Reaktion auf die Übersäuerung stellen sich die Blutgefäße weit. Es kommt zur vermehrten Durchblutung, erkennbar an einer starken Rötung. Durch die Gefäßweitstellung tritt Flüssigkeit und Eiweiß in das umliegende Gewebe aus. Im betroffenen Bereich entstehen Blasen oder Ödeme und Thrombosen in den Blutgefäßen. Im weiteren Verlauf stirbt das betroffene Gewebe ab. Eine schlecht heilende, schmerzhafte Wunde ist entstanden.

Durch Reibung wird die Hautoberfläche verletzt. Die Haut älterer Menschen ist nicht mehr so elastisch. Durch Umlagern oder Hochziehen im Bett können Scherkräft bewirken, dass sich Hautschichten gegeneinander verschieben und auseinandergerissen werden. Blutgefäße werden verdrillt, die Durchblutung ist unterbrochen.

Wie kann man einen Dekubitus verhindern?

Die beste Möglichkeit, einem Dekubitus entgegenzuwirken, ist die Förderung der Eigenbewegung Ihres Angehörigen. Je mehr ein Mensch sich selbst bewegt, umso geringer ist das Risiko der einseitigen Gewebebelastung.

Kann ein Mensch sich selbst bewegen, kann er seine Lage wechseln, wenn er Schmerzen oder Druck auf belasteten Körperbereichen verspürt. Ist er dazu nicht in der Lage, muss er dabei unterstützt werden. Seine Lage muss regelmäßig verändert werden. Dabei sind die Zeiten, wie lange ein Mensch auf einer Stelle liegen kann, individuell verschieden. Tagsüber ist die Umlagerung eines Pflegebedürftigen einfacher zu gewährleisten. Hinzu kommen Anreize aus der Umgebung, die ihn veranlassen, sich selbst zu bewegen.

Wie häufig muss eine pflegebedürftige Person nachts umgelagert werden?

In der Nacht soll der benötigte Schlaf sowohl für Sie als auch für Ihren Angehörigen so ungestört wie möglich sein. Prüfen Sie tagsüber, wie häufig die pflegebedürftige Person umgelagert werden muss. Beginnen Sie mit kurzen Intervallen von etwa 2 Stunden. Wenn Sie Ihren Angehörigen dann anders anders lagern, inspizieren Sie die Haut genau an der Stelle, auf der er gelegen hat. Ist eine Rötung vorhanden? Äußert die Person Schmerzen im aufliegenden Bereich?

Einen Dekubitus im Anfangstadium erkennen Sie an einer Rötung, die sich nicht „wegdrücken“ lässt. Wenn Sie mit dem Finger auf eine gerötete Stelle drücken, wird die Haut in diesem Bereich normalerweise blasser. Bleibt die Rötung unverändert, ist dies ein Hinweis, dass bereits ein Druckgeschwür im Anfangsstadium entstanden ist. Der Bereich muss unbedingt entlastet werden.

Ist nach 2 Stunden keine Rötung vorhanden, verlängern Sie die Umlagerungsintervalle. So finden Sie heraus, wie häufig Sie Ihren Angehörigen nachts umlagern müssen. Es tut Ihnen und Ihrem Angehörigen gut, wenn Sie so lange wie möglich ungestört schlafen können. Sie benötigen die nächtliche Erholung dringend.

Welche Hilfsmittel eignen sich zur Dekubitusprophylaxe?

Wichtig für die Druckentlastung sind eine geeignete Unterlage, also eine entsprechende Matratze oder ein Sitzkissen. Diese Hilfsmittel sorgen dafür, dass sich das Gewicht gleichmäßig verteilt und die Belastung auf einzelnen Bereichen abnimmt. Diese bekommen Sie vom behandelnden Arzt verschrieben, sobald eine Rötung in einem gefährdeten Bereich vorhanden ist.

Es gibt unterschiedliche Systeme. Nicht alle Matratzen sind für jede Person gleich geeignet. Dies hängt ab vom Zustand der pflegebedürftigen Person und den vorhandenen Erkrankungen. Lassen Sie sich von Ihrem Pflegedienst oder Sanitätshaus beraten, welche Unterlage für Ihren Angehörigen geeignet ist.

Bildnachweis: Robert Kneschke / stock.adobe.com

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