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Warum Kinder die Nähe zur Natur brauchen

Lesezeit: 2 Minuten Mit nackten Füßen übers Gras laufen oder auf Bäume klettern: Kinder haben heutzutage kaum die Möglichkeit, in der Natur zu toben. Die von Erwachsenen entworfenen Spielflächen für Kinder sind sicher und TÜV-geprüft und dementsprechend langweilig. Als Folge dieser behüteten Kindheit entfremden sich Kinder von der Natur und begeistern sich stattdessen für elektronische Medien.

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Warum Kinder die Nähe zur Natur brauchen

Warum Kinder die Nähe zur Natur brauchen

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Die Astrid Lindgren-Kindheit

Die meisten Eltern erinnern sich mit romantischer Verklärtheit an ihre Kindheit. Sich selbst überlassen stromerten die Kinder früher durch die Natur. Im seichten Bach fingen sie kleine Fische, sie kletterten auf Bäume und fuhren mit dem Fahrrad zum Freund, der im entfernten Nachbarort wohnte. Es war eine Kindheit mit vielen Schrammen und Blessuren, in der die elektronischen Medien kaum eine Rolle spielten.

Kindheit heute

Schon der Tagesablauf eines Kleinkindes ist heutzutage verplant. Kindertagesstätte, Krabbelgruppe, Sport- und Kreativkurse gehören zu den wichtigsten Aktivitäten. Zahlreiche Ratgeber suggerieren den Eltern, dass es wichtig ist, die Kinder von klein an pädagogisch zu fördern.

Freiräume in der Natur kennen Kinder kaum noch, weil Eltern sich um ihre Kinder sorgen. Bäume auf Spielplätzen sind extra so beschnitten, dass Kinder gar nicht auf ihnen klettern können. Diese zeigen wiederum auch wenig Interesse, sich mit anderen Kindern zum Spielen im Freien zu verabreden. Heutzutage treffen sich viele Kinder vor allem im virtuellen Raum per SMS oder Chatroom.

Naturromantik contra moderne Technik

Bei genauer Betrachtung war die Kindheit à la Bullerbü nicht so schön, wie es die verklärte Erinnerung suggeriert. Da sich die Eltern aus Zeitgründen nicht mit den Kindern beschäftigten, langweilten sich diese. Die älteren Kinder waren oft überfordert, weil sie auf die jüngeren Geschwister aufpassen mussten. Und die kleinen Kinder waren mit den Spielen der älteren überfordert. Sich selbst überlassen, kamen die Kinder auf viele dumme Ideen. Allerdings lernten sie aus ihren Fehlern wertvolle Lektionen für ihr Leben.

Die moderne Kindheit bietet Kindern fast unbegrenzte Möglichkeiten, die eigenen Talente zu entdecken und auszuprobieren. Ob Musikkurs oder Sportverein, die Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto zu jeden Termin. Dabei liegt der Fokus extrem auf das Ziel gerichtet. Schon bei den Bambinos im Fußballverein ist das Gewinnen eines Spieles wichtiger als der gemeinsame Spaß. Den Kindern bleibt kaum noch Zeit, innezuhalten und scheinbar unwichtige Details wie einen Schmetterling am Spielfeldrand wahrzunehmen.

Naturerfahrungen sind wichtig

Machen Sie diesen Test und fahren Sie mit Ihrer Familie durch ein ländliches Gebiet. Schauen Sie sich um und nennen Sie alles, was Ihnen auffällt. Wahrscheinlich sehen Sie Rehe, Bäume oder Vögel. Ihr Kind nennt dagegen Straßenschilder oder Automarken. Das ist auch in Ordnung, aber es wäre doch schade, wenn Ihr Kind verlernt, einen Teil seiner Aufmerksamkeit der Natur zu schenken.

Außerdem ist ein Ausflug in die Natur ein wunderbares Mittel, um das hohe Tempo in unserer Zeit zu entschleunigen. Tiere und Pflanzen zu beobachten, erfordert Ruhe und Konzentration. Und was noch wichtiger ist, es geht nicht darum, irgendein Ziel zu erreichen.

Spielerisch die Natur entdecken

Gewöhnen Sie sich an, mit Ihrem Kind regelmäßig Naturräume zu entdecken. Das kann eine kleine Rasenecke neben der Garage sein oder ein großer Wald in Ihrer Nähe. Wenn Kinder sich in der Natur austoben dürfen, haben sie viel Spaß.

Erlauben Sie Ihrem Kind, auf Baumstämmen zu balancieren oder an Ästen zu baumeln. Diese selbst gemachten Erfahrungen sind wichtiger als das Kind mit Wissen über Pflanzen und Tiere zu überhäufen. Geben Sie Ihrem Kind genügend Freiraum, ein Stückchen alleine die Welt zu erkunden.

Lesen Sie diese Tipps, wie Kinder mit allen Sinnen den Wald erleben.

Bildnachweis: Brian Jackson / stock.adobe.com

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