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Warum die Muskeln beim Rauchen schrumpfen

Lesezeit: 2 Minuten Das Rauchen gilt als gesundheitsschädlicher Faktor schlechthin. Dennoch erzählen einem nicht wenige Raucher, dass ihnen ihr Laster auch beim Abnehmen helfe. Wäre die Zigarette da nicht ein tolles Mittel, um neben dem Sport jetzt noch einfacher das Gewicht zu halten? Weit gefehlt. Der beobachtete Effekt beruht nämlich auf dem Abbau von Muskelmasse. Wissen Sie, warum das so ist?

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Warum die Muskeln beim Rauchen schrumpfen

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Beim Sport noch mehr als im Alltag benötigt der Körper vor allem Sauerstoff. Das Rauchen jedoch verringert die Sauerstoffversorgung des Körpers, indem die Inhaltsstoffe des Tabakrauches die Lungen langfristig und nachhaltig schädigen. Dadurch wird der lebenswichtige Gasaustausch in den Alveolen erschwert. Zusätzlich fördern die Inhaltsstoffe mikroskopisch kleine Veränderungen und Ablagerungen in den Blutgefäßen. Der Blutstrom wird schließlich immer langsamer und das Gefäßvolumen stetig enger. Das Problem besteht darin, dass das Blut ebenso die Muskeln mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen soll. Ist diese Versorgungsaufgabe des Blutes durch das Rauchen eingeschränkt, kommt es zu einer Unterversorgung der Muskulatur. Sie baut ab.

Rauchen ist nichts für starke Oberarme

Langjähriges Rauchen führt mit der Zeit zu erheblichen Einschränkungen in der Blutversorgung sowohl der inneren Organe als auch der Muskulatur. Da aber gerade das Muskelgewebe während des Krafttrainings sehr hohe Stoffwechselleistungen vollbringt, leiden die Zellen an Energie- und Sauerstoffmangel. Sie ermüden sehr viel schneller.

Infolge der schlechteren Durchblutung ist zudem die Regeneration während der Trainingspause stark verringert. Diese Phase ist jedoch wichtig, um einen optimalen Muskelmasse- und Kraftzuwachs zu erleben. Die Muskeleiweiße werden nicht mehr in ausreichender Menge hergestellt, sodass das intensive Training davor leider allzu oft wirkungslos verpufft.

Das glauben Sie nicht? Es ist aber wahr. Wissenschaftler wiesen nämlich im Muskel von sportlich aktiven Rauchern eine erhöhte Menge an Myostatin nach. Das Eiweiß Myostatin verhindert den Muskelaufbau. Dadurch verringert sich der Muskelzuwachs bei Rauchern spürbar im Vergleich zu sportlich aktiven Nichtrauchern. Addiert man letztlich auch noch den natürlichen Abbau der Muskelmasse durch das höhere Alter dazu, bleibt trotz Training nur eine Abnahme von Muskelmasse übrig.

Als Ausdauersportler „aus dem sprichwörtlich letzten Loch pfeifen“

Was für den Kraftsport gilt, ist ebenso für den Ausdauerbereich gültig. Anders als beim Krafttraining, wo die Muskelveränderungen noch schleichend geschehen, wirkt sich die Unterversorgung des Muskels bei einem Ausdauersport sehr schnell und unmittelbar aus. Die Leistungsfähigkeit der betreffenden Sportler wird vergleichsweise stark eingeschränkt. Durch die Veränderungen in Lungen und Blutgefäßen kommt stetig weniger Sauerstoff in den Muskeln an.

Da die Fettverbrennung aber auf reichlich Sauerstoff angewiesen ist, kommt es hier zuerst zu Einschränkungen. Der Muskel wird unfähig, Energie durch die Oxidation von Fettsäuren bereitzustellen und ermüdet schneller. Ein ermüdeter Muskel schaltet schließlich auf den anaeroben Stoffwechsel um, der sehr wenig Energie liefert und zudem auch durch die gebildete Milchsäure zu einer Übersäuerung des Körpers führt.

Rauchen als Mittel zum Abnehmen?

Die Meinung, dass Rauchen das Körpergewicht positiv beeinflusse, ist sehr weitverbreitet. Dennoch wird niemand zum Raucher, um abzunehmen, oder?

Der gewichtsregulierende Effekt der Zigarette hat auch tatsächlich nichts mit Fettabbau zu tun. Zum einen wirken die Inhaltsstoffe der Zigarette appetithemmend, was dazu führt, dass weniger Nahrung aufgenommen wird. Der Gewichtsverlust, den die Raucher zusätzlich erleben, hat dennoch nichts mit einem Fettabbau zu tun. Vielmehr verursacht das Rauchen wie bereits beschrieben einen Verlust von Körpereiweiß.

In erster Linie ist davon die Muskulatur betroffen, da hier im Vergleich die höchste Proteinmenge vorliegt. In den Muskeln wird das Gleichgewicht zwischen Eiweißaufbau und -abbau ungünstigerweise auf die Seite des Abbaus verschoben. Zuletzt baut der Körper dann mehr Eiweiß ab als auf. Beobachten kann der Raucher das in der Gewichtsabnahme.

Doch die freiwerdenden Aminosäuren müssen abgebaut werden, weshalb mehr und mehr Harnstoff entsteht. Dieser kann nur mit sehr viel Flüssigkeit über die Nieren ausgeschieden werden. Ist dieser Prozess zum Beispiel durch Nierenschäden eingeschränkt, reichert sich der giftige Harnstoff im Blut an.

Bildnachweis: Photographee.eu / stock.adobe.com

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