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Warum Ausdauersport das Herz gefährden kann

Lesezeit: 2 Minuten So manch einer nimmt sich fürs neue Jahr vor, mehr Sport zu treiben. Und der eine oder andere hat sich den ersten Marathon als Ziel für 2012 gesetzt. Doch extreme Ausdauersportler müssen vorsichtig sein. Denn ein Marathon kann das Herz gefährden.

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Warum Ausdauersport das Herz gefährden kann

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Eigentlich ist Ausdauersport gut für das Herz. Doch wie bei vielem gilt auch beim Sport, dass es zu viel des Guten gibt. Besonders intensive Ausdauerbelastungen können das Herz gefährlich verändern. Besonders betroffen ist dabei der rechte Ventrikel, also die rechte Herzkammer, der das Blut in die Lunge pumpt.

Der rechte Ventrikel muss bei langen Ausdauereinheiten besonders schwere Arbeit leisten. Wenn man es mit dem Ausdauertraining übertreibt, kann sich das Herz so verändern, dass sich sogar ein dauerhafter Herzschaden bilden kann. Daher sollten Extremsportler regelmäßig ihr Herz untersuchen lassen.

Pause fürs Herz

Wichtig ist zudem, nach dem Marathon eine Pause einzulegen, damit das Herz sich erholen kann. Wer dem Herz mindestens eine Woche Zeit zur Regeneration gibt, minimiert auch die Risiken, dass sich das Herz verändert. Und sollten sich bereits Veränderungen in der rechten Herzkammer gebildet haben, verschwinden diese bei herzgesunden Sportlern in der Regel nach sieben bis zehn Tagen Sportpause folgenlos.

Dabei darf man nicht vergessen, dass die extreme Ausdauerbelastung das Herz sehr belastet. Das sagt auch eine australisch-belgische Forschergruppe um Dr. André La Gerche, die die Belastung fürs Herz bei extremen Ausdauerbelastungen untersucht hat. Insgesamt untersuchten sie 40 bestens trainierte und erfahrene Ausdauersportler und maßen bei ihnen vor und nach dem Wettkampf sowie eine Woche danach bestimmte Herzwerte.

Dabei stellten sie unmittelbar vor und nach dem Wettkampf in der rechten Herzkammer bestimmte Veränderungen wie eine Zunahme des Ventrikelvolumens und eine Abnahme der Ejektionsfraktion fest. Es bestand also eine deutliche Rechtsherzbelastung, die auch echokardiografisch nachweisbar war.

Extremsportler mit Herzproblemen

Rund eine Woche nach dem Wettkampf waren diese Werte aber wieder normal. Allerdings stellten die Forscher bei fünf Sportlern eine Fibrose im Herz fest, also eine Zunahme des Bindegewebes. Besorgniserregend ist hier, dass diese fünf Athleten auch die meisten Ausdauerwettkämpfe absolviert hatten. Ob das gefährlich sein kann, soll nun in weiteren Untersuchungen festgestellt werden.

Fazit: Was bleibt, ist die Empfehlung für alle Ausdauerathleten, ihr Herz häufiger untersuchen zu lassen und nach dem Wettkampf mindestens eine Woche Pause zu machen. Neueinsteiger sollten es auf jeden Fall langsam angehen lassen und nicht sofort einen Marathon planen. Wer sein Pensum langsam erhöht, stärkt sein Herz und kann auch nach zwei bis drei Jahren Training risikolos einen Marathon laufen.

Bildnachweis: Glebstock / stock.adobe.com

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