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Warnzeichen Rückenschmerz: Vorbote für Morbus Bechterew

Lesezeit: 3 Minuten Morbus Bechterew: in Deutschland sind rund 350.000 Menschen von diesem rheumatisches Leiden betroffen. Was Morbus Bechterew ist, wie man die Krankheit erkennt und welche Therapien es aktuell gibt, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

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Warnzeichen Rückenschmerz: Vorbote für Morbus Bechterew

Warnzeichen Rückenschmerz: Vorbote für Morbus Bechterew

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Im Sommer 2017 wurde bei der bekannten Schauspielerin Christine Neubauer die Wirbelsäulenerkrankung Morbus Bechterew diagnostiziert – ein rheumatisches Leiden, das die wenigsten kennen. Dabei sind allein in Deutschland rund 350.000 Menschen davon betroffen, in ganz Mitteleuropa ist es Schätzungen zufolge ein Prozent der Bevölkerung. Das Schlimme an Morbus Bechterew: Die Krankheit ist bislang nicht heilbar, sie lässt sich nur aufhalten.

Das ist Morbus Bechterew

Morbus Bechterew, medizinisch als Spondylitis ankylosans oder ankylosierende Spondylitis (AS) bezeichnet, ist eine chronische und nicht ansteckende Autoimmunerkrankung. Insbesondere die Wirbelsäule und die Bandscheiben sind dabei von Entzündungen betroffen. Erster Vorbote sind oft Rückenschmerzen, im Verlaufe der Krankheit kann es zu einer Versteifung der Wirbelsäule kommen. Betroffene können dann nicht mehr aufrecht stehen.

Die genauen Ursachen für eine Erkrankung an Morbus Bechterew sind noch nicht gänzlich erforscht, wie bei vielen Autoimmunkrankheiten. Mediziner vermuten aber, dass das Zusammentreffen einer Infektion mit einer genetischen Veranlagung zum Ausbruch führen kann. Für eine Vererbbarkeit der Krankheit spricht, dass rund 95 Prozent der Erkrankten im Blut den Marker HLA-B27 aufweisen, den nur 8 Prozent der Nichtbetroffenen in sich tragen. Im Falle von Christine Neubauer litt auch ihr Vater an Morbus Bechterew. Zudem können seelische und körperliche Belastungen eine Erkrankung begünstigen.

Männer und Frauen sind etwa gleich häufig von Morbus Bechterew betroffen, wobei der Krankheitsverlauf bei Frauen meist etwas schwächer ist. Das führt allerdings dazu, dass bei Frauen die korrekte Diagnose oft erst später gestellt wird.

Mit Rückenschmerzen fängt es an

Oft beginnt Morbus Bechterew mit starken Rückenschmerzen. Die Beschwerden sitzen tief und bessern sich erst nach Bewegung. Besonders nachts und in Ruhephasen klagen Betroffene über eine „Versteifung“. Im weiteren Verlauf verschlechtert sich die Bewegungsfreiheit zunehmend, ohne Behandlung droht eine völlige Versteifung der Wirbelsäule. Auch Gelenke, Gliedmaßen und sogar innere Organe können betroffen sein.

Die Krankheit verläuft in Schüben – dabei wechseln sich Phasen mit nur wenigen Beschwerden mit Phasen ab, in denen der Erkrankte unter großen Schmerzen leidet, die zudem einher mit Mattheit und Abgeschlagenheit gehen können.

Morbus Bechterew ist gerade im Anfangsstadium schwer für den behandelnden Arzt zu erkennen. Die Schmerzen treten besonders stark im unteren Rücken und im Gesäß auf, oft vermuten Mediziner daher einen orthopädischen Grund („verhoben“). Erschwerend kommt hinzu, dass Röntgenaufnahmen die anfänglichen Entzündungen nicht erfassen können. Daher kommt heute für eine genaue Diagnose häufig die Magnetresonanztomographie zum Einsatz.

Welche Therapieverfahren gibt es?

Morbus Bechterew ist, wie oben bereits erwähnt, nicht heilbar. Dennoch können sowohl der Patient als auch der Rheumatologe einiges tun, um den Verlauf der Erkrankung abzumildern – durch nichtmedikamentöse und medikamentöse Therapieformen.

Therapie durch den Patienten: Training und Ernährung

Wichtig ist in erster Linie eine kontinuierliche Krankengymnastik. Diese findet unter professioneller Anleitung durch einen Physiotherapeuten statt. Aber auch in seiner Freizeit muss der Betroffene durch regelmäßiges Bewegungstraining an seiner Haltung und Kondition arbeiten. Wärme- und Kältetherapien können helfen, die Symptome und somit die Schmerzen zu lindern.

Die richtige Ernährung ist für einen Morbus-Bechterew-Patienten ebenfalls von Bedeutung. Das heißt, weniger Fleisch auf dem Teller, dafür viel Fisch, Gemüse und Obst. Bei Milchprodukten zu fettarmen Varianten greifen.

Therapie durch den Arzt: Secukinumab und Co

Eine medikamentöse Behandlung beginnt in der Regel mit der Verschreibung von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), die Rücken- und Gelenkschmerzen lindern sollen.

Reicht diese Art der Behandlung nicht aus, kann der Arzt Biologika verschreiben – das sind biotechnologisch produzierte Eiweiße, die gewisse entzündungsfördernde Botenstoffe des Körpers ausschalten sollen. Ein solcher Wirkstoff ist Secukinumab, den sich die Patienten selbst injizieren können.

Bei Christine Neubauer stehen nach eigener Aussage erst einmal Gymnastik und Dehnübungen auf dem Programm, um ein Fortschreiten der Krankheit so lange wie möglich zu unterbinden. Und Tanzen – wie ihre Teilnahme an der TV-Show „Dance Dance Dance“ im Jahr 2017 unter Beweis stellte.

Bildnachweis: glisic_albina / stock.adobe.com

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