Pflege Praxistipps

Wann kommt man in eine Pflegestufe?

Lesezeit: 2 Minuten Um eine Pflegestufe zu bekommen, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Der Antragsteller muss jeweils einen bestimmten Bedarf an Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung nachweisen können. Auch Demenzkranken steht finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse zu. Hier erfahren Sie Details zu den einzelnen Pflegestufen.

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Wann kommt man in eine Pflegestufe?

Wann kommt man in eine Pflegestufe?

Lesezeit: 2 Minuten

Wenn ein Familienmitglied für einen längeren Zeitraum oder für immer pflegebedürftig wird, kann es von der Pflegeversicherung finanzielle Unterstützung bekommen. Voraussetzung dafür ist, dass der Betroffene während der letzten zehn Jahre mindestens zwei Jahre lang pflegeversichert war. Wenn er in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, wird er automatisch pflegeversichert. Hat er eine private Krankenversicherung, muss er selbst eine private Pflegeversicherung abschließen.

Bedingungen für eine Pflegeeinstufung

Als pflegebedürftig gilt man, wenn man bei allen Aktivitäten Unterstützung braucht. Das betrifft die Körperpflege, die Ernährung, die Beweglichkeit und die hauswirtschaftliche Versorgung. Ist dies der Fall, kann der Pflegebedürftige oder sein Bevollmächtigter bei der Krankenkasse eine Pflegeeinstufung beantragen. Die Krankenkasse schickt daraufhin einen unabhängigen Gutachter, der den Grad der Pflegebedürftigkeit feststellt. Der Betroffene wird anschließend einer Pflegestufe zugeordnet und hat dann Anspruch auf finanzielle Unterstützung, damit Pflegehilfsmittel und die Pflege selbst für den Versicherten und seine Familie erschwinglich bleiben.

Wenn Sie einen Rat zur Pflegeeinstufung brauchen, bekommen Sie Informationen in dem Buch: Durchsetzung von Pflegestufen im häuslichen Bereich.

Welche Leistungen stehen dem Pflegebedürftigen zu?

Ist ihr Angehöriger einer Pflegestufe zugeordnet, bekommt er von der Pflegekasse, der Krankenkasse oder vom Sozialamt finanzielle Unterstützung, um die Pflege bezahlen zu können: Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Pflegeaufwendungen für die Pflege außer Haus, Aufwendungen für Pflegehilfsmittel und für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Auch Sie als Pflegeperson bekommen Rentenversicherungsbeiträge bezahlt. Die Höhe der einzelnen Leistungen richtet sich nach der Pflegestufe.

Pflegeaufwand in den verschiedenen Pflegestufen

  1. Die Voraussetzung für die Pflegestufe I ist, dass Ihr Angehöriger erheblich pflegebedürftig ist und daher einmal täglich 45 Minuten Hilfe bei der Körperpflege, Ernährung und bei der Bewegung benötigt. Zudem muss er mehrmals pro Woche hauswirtschaftlich versorgt werden, sodass sich insgesamt ein Pflegeumfang von durchschnittlich 90 Minuten pro Tag ergeben.
  2. In der Pflegestufe II beträgt der Aufwand für die Versorgung mindestens drei Stunden pro Tag, davon zwei Stunden für die Grundpflege. Für Körperpflege, Ernährung und Bewegung benötigt der schwer Pflegebedürftige dreimal täglich Hilfe. Dazu kommt mehrmals wöchentlich hauswirtschaftliche Unterstützung.
  3. Schwerstpflegebedürftigkeit liegt bei Pflegestufe III vor. Hier ist der Pflegebedarf Tag und Nacht notwendig. Hauswirtschaftliche Versorgung benötigt der Betroffene mehrmals pro Woche. Der durchschnittliche Pflegeaufwand muss mindestens fünf Stunden täglich betragen, wobei vier Stunden allein für die Grundpflege gebraucht werden.

Härtefälle mit erhöhtem Pflegebedarf

Dauert die Grundpflege mindestens sechs Stunden am Tag, wobei der Pflegebedürftige dreimal davon in der Nacht versorgt werden muss, tritt die Härtefallregelung in Kraft. Das gilt auch für Patienten in vollstationären Einrichtungen. Wenn nachts und tagsüber immer zwei Personen für die Durchführung der Grundpflege benötigt werden und ständige Hilfe im Haushalt notwendig wird, gilt dies ebenfalls als Härtefall.

Pflegestufen für Demenzkranke und Kinder

Andere zeitliche Maßstäbe gelten für pflegebedürftige Kinder. Der Bedarf wird dem Alter entsprechend an gesunden Kindern errechnet. Seit 2008 bekommen auch Demenzkranke finanzielle Unterstützung, selbst wenn sie noch nicht die Bedingungen für Pflegestufe I erfüllen. Sie werden der sogenannten Pflegestufe 0 zugeordnet. Da die Angehörigen viel Zeit aufwenden müssen, weil der Demenzkranken einen erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf hat, gibt es ergänzende Leistungen, Verhinderungspflege und Geld für Pflegehilfsmittel sowie für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.

Lesen Sie auch, was Sie bei einem plötzlichen Pflegefall in der Familie tun können.

Bildnachweis: Peter Atkins / stock.adobe.com

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