Computer Praxistipps

Vorsicht – die größten und teuersten Irrtümer beim Desktop-PC-Kauf

Lesezeit: 3 Minuten Desktop-PCs werden von vielen Marktbeobachtern schon als "Dinosaurier" abqualifiziert. Tatsache ist jedoch, dass es auf absehbare Zeit noch eine Vielzahl von Anwendungen gibt, für die ein Desktop-PC das richtige Werkzeug ist. Doch gerade zum Thema "Kauf eines Desktop-Rechners" kursieren viele Halbwahrheiten und verquere Ansichten, die wir für Sie auf den redaktionellen Prüfstand gestellt haben.

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Vorsicht – die größten und teuersten Irrtümer beim Desktop-PC-Kauf

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Desktop-PCs: Die Dinosaurier unter den Rechnern?

Desktop-PCs werden von vielen echten und vermeintlichen Branchen-Insidern gerne schon als "Dinosaurier" der Technikentwicklung abschätzig eingestuft. Allerdings: Neuesten Forschungen gemäß haben es die Dinosaurier rund 168 Millionen Jahre auf der Erde ausgehalten, das lässt für die PC-Technik, die mal gerade gut 30 Jahre alt ist, also noch viel Raum nach oben.

Auf absehbare Zeit sind Desktop-PCs nur schwerlich komplett zu ersetzen. Ob als Home-Server für die Speicherung großer Datenmengen, als Netzwerk-Station mit Drucker und Scanner, ob als Videoschnittplatz mit viel "Dampf unter der Haube", HighEnd-Spielerechner oder Büro-PC mit mehreren Flachbildschirmen – Desktop-PCs haben ihre unersetzlichen Vorzüge. Doch beim PC-Kauf tauchen immer wieder dieselben vorgeprägten Meinungen, Vorurteile und Fehleinschätzungen auf, von denen wir hier für Sie exemplarisch einmal vier Stück näher untersuchen.

"Ich warte mit dem PC-Kauf bis nach der CeBIT, da kommen die neuen PCs mit <XYZ>"

Jedes Jahr ist "CeBIT-Time" in Hannover, und tatsächlich werden auf der CeBIT jährlich neue PC-Technologien vorgestellt. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie auch ruck-zuck in den Markt eingeführt werden. Das kann im Gegenteil Monate dauern, da die auf der CeBIT gezeigten Exponate vielfach gar nicht marktreif sind, sondern sogenannte "Engineering Samples".

Und welcher PC-Hersteller dann wirklich die besondere Komponente <XYZ>, eine CPU, Grafikkarte, schnellerer Speicher oder neue Schnittstelle zu welchem PC zu welchem Preis verbaut, das ist praktisch nicht vorhersehbar. Zudem werden die Anwender von neuesten PC-Techniken meist auch mit den Kinderkrankheiten der neuen Produkte geärgert, und zahlen dafür auch noch besonders viel Geld.

Besser ist es, sich genau im Moment der Kaufnotwendigkeit für das optimale Produkt am Markt zum besten Preis zu entscheiden. Denn bis der "Wunsch-PC" tatsächlich da ist, rollt schon die nächste Technologie-Welle an, und alles beginnt wieder von vorn.

"Meinen alten PC gebe ich den Kindern für die Computerspiele"

Tja, wenn Sie Ihre Kinder schon in frühen Jahren mit der harten Realität konfrontieren möchten, dass PCs alles andere als ein unkomplizierter GameBoy oder eine einfach zu bedienende Xbox sind, nur dann ist das der richtige Weg. Denn moderne Spiele laufen auf älteren PCs meist nur noch eingeschränkt, langsam und grafisch reduziert.

Auf wirklich alten PCs laufen neue Spiele gar nicht, weil die Grafikleistung der GPU und/oder die arithmetische Leistung der CPU nicht ausreichen. Wenn aktuelle Spiele gezockt werden sollen, ist auch ein aktueller PC notwendig, dessen Grafiksystem die von der Software geforderte Windows DirectX-Schnittstellenversion unterstützt.

Auf der Verpackung der Spiele-Software finden Sie die Mindestanforderungen, die allerdings in der Wirklichkeit besser deutlich übertroffen werden sollten. Hingegen können Sie ältere PCs für Lernsoftware und einfache Computerspiele durchaus verwenden.

"Meinen neuen PC kaufe ich, wenn <Lebensmitteldiscounter> wieder ein Angebot hat."

Was Insider schon lange wissen, ist inzwischen auch durch neutrale Tests bestätigt. Die PC-Sonderangebote zwischen Magerquark und Tütensuppen bieten für den Preis in aller Regel wirklich viel. Aber "billig" sind diese Geräte nicht, denn für die üblichen 599 bis 899 Euro bieten Markenhersteller und Fachhandel ebenfalls vergleichbare Geräte an.

Der Vorteil der "Discount-PCs" liegt meist in der sehr umfangreichen Ausstattung und einem großen Softwarepaket. Allerdings werden in der Praxis viele Komponenten dieser Vollausstattung gar nicht eingesetzt, und in Zeiten von OpenSource-Software und Internet relativiert sich der Wert der mitgelieferten Programme deutlich. Als wirklich wichtig bleibt da nur die Windows-Version übrig.

"Billig" sind diese Angebote erst recht nicht, denn im Fach- und Versandhandel gibt es einfache PCs inklusive Windows durchaus schon ab unter 400 Euro. Und zu der kompetenten und kostenlosen Beratungsleistung sowie dem Service im Fachhandel können Sie dort auch mit geschickter Verhandlungsstrategie vielleicht noch etwas am Preis drehen oder die eine oder andere Zugabe herausholen.

"Ein PC-Kauf lohnt sich für mich nicht mehr, ich habe ein Notebook, ein Tablet und ein Smartphone"

Wer keinen Wert auf die vorstehend genannten Anwendungen legt, für den ist diese Aussage prinzipiell richtig, denn mit einem guten Notebook kann ein Desktop-PC weitgehend substituiert werden. Für ein bisserl Office, E-Mail und Internet ist heute kein Desktop-PC mehr nötig.

Wirtschaftlich "lohnen" tun sich solche Lösungen allerdings nicht. Schon in der Anschaffung kann ein Notebook, ein Tablet und ein Smartphone jeweils mehr als ein durchschnittlicher Desktop-PC kosten. Und: Die Halbwertszeit eines Tablets oder Smartphones ist kurz. Nach zwei, drei Jahren ist es mehr oder weniger veraltet, bei Geräten mit fest eingebautem Akku droht sogar eine teure Reparatur.

Ein Desktop-PC hingegen kann durch seine offene Schnittstellen-Architektur problemlos die doppelte und dreifache Zeit seinen Dienst tun und ist durch das Prinzip der austauschbaren Standardkomponenten auch preiswert zu reparieren oder zu erweitern. Ökonomische wie ökologische Argumente sprechen also nach heutigem Stand durchaus noch für den gezielten Einsatz eines Desktop-PC.

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