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Von der Insel schwappt das Wettfieber nach Deutschland

Lesezeit: 2 Minuten Sportwetten gibt es schon viel länger als das Internet. Der Ursprung liegt in den antiken Olympischen Spielen in Griechenland. Erste Aufzeichnungen von offiziellen Wetten auf den Ausgang der Wettbewerbe stammen aus dem Jahr 676 v. Chr. Später haben die Römer diese Form des Mitfieberns übernommen.

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Von der Insel schwappt das Wettfieber nach Deutschland

Von der Insel schwappt das Wettfieber nach Deutschland

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Mit dem Untergang des römischen Reiches ging auch das Interesse an den Sportwetten unter. Aus dem Mittelalter sind private Veranstaltungen bekannt, bei denen der Sieger von Ritterspielen vorhergesagt wurde. Kommerziell wurden Vorhersagen für Wettkämpfe erst wieder im 18. Jahrhundert angeboten. Vorreiter waren die Briten bei denen sich schnell die ersten Buchmacher etablierten.

Eines der traditionsreichsten Unternehmen ist Ladbrokes, heute der größte Wettanbieter der Welt. Das Unternehmen wurde bereits 1886 gegründet und verfügt heute über eine Glücksspiellizenz aus Gibraltar. Dort und auf Malta sind auch viele der besten Wettanbieter in Deutschland zu Hause. Die Wetten hierzulande haben eine wechselvolle Geschichte, die offiziell 1810 begann.

Die erste deutsche Wette galt einem Galopprennen. Pferdewetten dienten schon in Großbritannien als Finanzierungsquelle für die Rennveranstaltungen. An dieser Praxis hat sich bis heute wenig geändert.

Der Fußball läuft den Pferden den Rang ab

Die deutschen Behörden taten sich mit Sportwetten schon immer schwer. Der erste Buchmacher bekam hier erst 1922 eine Lizenz. Damals hatten die Briten schon den Fußball für sich entdeckt, TOTO gab es erstmals 1921. Die Beliebtheit stieg schnell und erreichte 1948 Bayern, wo das staatliche Fußballtoto startete. In der alten BRD gab es bis 1990 immer wieder Reformen. Es gab Zwölferwetten, Dreizehnerwetten und ab 1969 die Elferwette. Schon ab 1953 gab es Toto auch in der DDR.

Was beiden Systemen gemein war: In beiden Teilen Deutschlands hatte das TOTO ein Monopol. Private Konkurrenz war nicht nur im Sozialismus verpönt. Dies änderte sich 1990, und zwar zuerst in der DDR. Die erste frei gewählte Regierung ermöglichte die Vergabe von Glücksspiellizenzen, auf deren Grundlage Wettbüros eröffneten. Einige Anbieter nutzen diese Lizenzen später auch für Angebote im Internet. Ob diese Angebote legal waren, wurde juristisch nie abschließend festgestellt.

So existierte der Wettmarkt lange in einer rechtlichen Grauzone. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Doppelmoral der für das Glücksspiel zuständigen Bundesländer. Während sie den Anbietern deutsche Lizenzen verweigerten, kassieren sie seit 2012 fleißig Steuern bei den Online-Anbietern. Illegal war das Wetten in Deutschland aber nie, auch wenn es manche deutsche Behörde gern anders gesehen hätte.

Unternehmen die irgendwo in der EU lizenziert waren, durften ihre Angebote auch in Deutschland anbieten. Die Freizügigkeit macht es möglich. Viele Anbieter weigerten sich sogar, die Steuern einzutreiben und nach Deutschland abzuführen.

Seit Juli gibt es ordentliche Wettlizenzen

Der Wettmarkt in Deutschland ist riesig. Allein 2019 setzten die Anbieter 9,3 Milliarden Euro um. Ein Umsatz, den sich die Bundesländer nicht mehr entgehen lassen wollen. Nach dem neuen Glücksspielvertrag konnten sich Online-Wettanbieter um eine Lizenz in Deutschland bemühen. Fast 30 Anbieter buhlen nun um die Kunden. Übrigens, wenn der Blutdruck beim Mitfiebern steigt, bietet der Sport Möglichkeiten, um das Problem wieder in den Griff zu bekommen.

Für den Fan, der auf eine Sportveranstaltung wetten möchte, hat ein Anbieter mit deutscher Lizenz einen wichtigen Vorteil. Sollte es Streitigkeiten geben, gilt deutsches Recht, das vor einem hiesigen Gericht durchgesetzt werden kann. So können sich die Sportfans auf ein sorgenfreies Wetten zu Olympia und der bald beginnenden neuen Fußballsaison freuen.

Bildnachweis: Rido / stock.adobe.com

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