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Visitenkarten scannen mit dem iPhone: So sparen Sie die Texteingabe

Lesezeit: 5 Minuten Sie haben viele Visitenkarten und möchten deren Daten als Kontakte in Ihrem iPhone und mit Outlook auf Ihrem PC verwalten. Hier erfahren Sie, was Sie beim Scannen Ihrer Visitenkarten mit dem iPhone beachten sollten und welche App Sie dazu am besten verwenden.

5 min Lesezeit

Visitenkarten scannen mit dem iPhone: So sparen Sie die Texteingabe

Lesezeit: 5 Minuten

Wie das Visitenkarten scannen mit dem iPhone funktioniert

Das iPhone lässt sich dank seiner integrierten Digitalkamera gut als Scanner verwenden. Sie nehmen ein Bild auf, in diesem Fall das Bild einer Visitenkarte, und anschließend läuft eine Texterkennung (OCR) darüber. Das ist ähnlich wie beim PC, wenn Sie eine Seite auf den Scanner legen, um den Text daraus in eine Textverarbeitung zu übernehmen.

Was das Scannen einer Visitenkarte und das Erfassen der Daten schwierig macht

Die Besonderheit bei einer Visitenkarte ist jedoch der relativ geringe Text, der dazu noch in eine Vielzahl von Feldern einzusortieren ist wie Vorname, Nachname, Firma, Telefon, Fax, Anschrift, E-Mail-Adresse, Webseite und womöglich noch Skype und soziale Medien wie Facebook, LinkedIn, Twitter und Xing.

Dazu ist jede Visitenkarte anders aufgebaut, werden unterschiedlichste Schriftarten und Größen verwendet und die Visitenkarten sind auch teilweise mit Notizen versehen und weisen Gebrauchsspuren auf. Das alles führt zu Fehlern, die das Ergebnis der Texterkennung unbrauchbar machen können.

Spezielle Apps zum Scannen von Visitenkarten und ihre Unterschiede

Trotz dieser wirklich ungünstigen Voraussetzungen gibt es spezielle Scanner-Apps oder Apps speziell nur für das Scannen von Visitenkarten, die Texte von Visitenkarten sehr gut erkennen und einen Großteil der Informationen auch richtig einsortieren. Der Unterschied bei den Apps liegt sowohl in der Genauigkeit als im Funktionsumfang.

Die Messlatte bei Funktionsumfang, Bedienungsfreundlichkeit und Scanergebnis setzte dabei die App "ABBYY Business Card Reader", die dafür auch im oberen Preissegment ist. Zum Vergleich wurde die App "CamCard Lite" ausprobiert, die kostenlos angeboten wird und dafür Werbeeinblendungen enthält.

Für die Texterkennung ist die ausgewählte Sprache wichtig

Sehr wichtig ist die Unterstützung der Sprachen auf Ihren Visitenkarten. Verwenden Sie zum Beispiel eine Scanner-App aus dem englischen Sprachraum, die keine Anpassung an die deutsche Sprache hat, fehlen anschließend die Umlaute.

Die kostenlose App CamCard Lite bietet eine Auswahl aus 12 europäischen Sprachen, bei ABBY Business Card Reader sind es 22 Sprachen, wobei hier auch Russisch und Griechisch enthalten ist, allerdings kein Arabisch und keine asiatischen Sprachen.

Einstellmöglichkeiten zum Beispiel für den Blitz sind beim Scannen wichtig

Preiswerte oder kostenlose Apps bieten häufig keine oder sehr wenige Einstellmöglichkeiten. Es kann für das Scanergebnis entscheidend sein, wenn Sie den Blitz optional ein- oder ausschalten können. Die Verwaltung der Kontakte kann eine separate Datenbank für gescannte Visitenkarten inklusive deren Bilder ebenso erleichtern wie die Möglichkeit, Gruppen zu bilden. Beide Apps bieten hier etliche Einstellungen.

Auffällig ist bei App CamCard Lite eine "Anti-Wackel"-Funktion und ein "Kartenbildverstärkungsmodus". Der Blitz lässt sich ein- und ausschalten, auch ein Automatikmodus wird angeboten. Doch alle diese Optionen halfen im Test wenig. Die Bilder der Visitenkarten enthielten störende Schatten und Reflexionen, obwohl die Visitenkarten beim Scannen genau in der angezeigten Markierung zu sehen waren.

Im Unterschied dazu waren die Bilder der Aufnahmen mit ABBY Business Card Reader deutlich besser, ohne die bei CamCard beobachteten Schatten und Reflexionen. Tests zeigten ein besseres Ergebnis, wenn bei CamCard mit einem größeren Abstand aufgenommen wurde, ohne die Markierung zu beachten. Die Qualität der Aufnahmen bei ABBY Business Reader wurde aber auch dann nicht erreicht.

ABBYY Business Card Reader punktete auch durch die Möglichkeit, die Felder für die Erkennung festzulegen. Brauchen Sie nur Name, Vorname und Telefonnummer, aber keine Anschrift oder Webseite, dann können Sie diese Felder bei ABBYY Business Card Reader optional weglassen. Die App bietet Ihnen optional nach dem Scannen einer Visitenkarte auch an, nach Einträgen für die betreffende Person in Facebook, Twitter und LinkedIn zu suchen.

Sortieren der gescannten Visitenkarten nach Vorname, Nachname, Firma

Die gescannten Kontakte ließen sich in beiden Apps nach Vorname, Nachname, Firma und Position bzw. beim ABBYY Business Card Reader nach Datum sortieren. Gut gefallen hat uns hier auch die Karten-Übersicht. Sie wählen das Bild der gesuchten Visitenkarte aus und bekommen diese vergrößert angezeigt zusammen mit Symbolen für Telefon, E-Mail, Nachrichten, Webseite und Anzeige des Orts.

Dadurch geht das Anrufen zum Beispiel viel leichter, als wenn Sie in den Kontakten den Eintrag für die Telefonnummer suchen und dann versuchen, diesen mit dem Finger zu treffen.

Dies setzt eine zusätzliche Datenbank als Erweiterung der Kontakte-App von iOS voraus. Eine solche Zusatzdatenbank haben beide Scanner-Apps. Die Darstellung bei ABBYY Business Card Reader ist allerdings ansprechender und Sie können wählen, ob der gescannte Text in den iOS-Kontakten, nur in der Datenbank der Scanner-App oder in beiden Datenbanken abgespeichert wird.

Haben Sie keine Zeit zum Nachbearbeiten gescannter Visitenkarten, können Sie diese zunächst nur in der Datenbank der App speichern und später nach der Korrektur in Ihre Kontakte übernehmen.

Die Aufnahme der Visitenkarte wird passend zugeschnitten

Sehr gut gefiel bei ABBYY Business Card Reader auch, dass nach der Aufnahme der Visitenkarte automatisch ein Rahmen zum Beschneiden des Bildes angezeigt wurde. Durch diese Funktion entfernen Sie nicht zur Visitenkarte gehörende Bildteile sekundenschnell und verbessern die Erkennung. CamCard nimmt ein solches Beschneiden automatisch vor, was noch mehr Zeit einspart, aber keine individuelle Auswahl erlaubt.

Nicht zuverlässig auf der Visitenkarte erkannte Zeichen werden rot markiert

ABBYY Business Card Reader markiert Zeichen in roter Schrift, bei denen die Erkennung nicht als hundertprozentig sicher eingestuft wurde. Das spart Zeit, denn Sie müssen durch diese Hilfe nicht mehr den gesamten Text der Visitenkarte genau durchlesen, sondern können sich auf die markierten Bereiche konzentrieren.

Auffällig war, dass beide Apps schwer zuordenbare Texte in unterschiedlichen Feldern einordneten. Dabei verteilte CamCard die Fehler bei den getesteten Visitenkarten mehr als ABBY Business Card Reader, was Zeit bei der Korrektur mit CamCard Zeit kostete.

Was Sie beim Scannen von Visitenkarten unbedingt beachten sollten

Die beste App zum Scannen von Visitenkarten nutzt jedoch nichts, wenn Sie das Bild der Visitenkarte bei schlechten Lichtverhältnissen aufnehmen. Unterbelichtung, Schatten oder auch Reflexionen vom Blitz beeinflussen das Ergebnis mehr, als der beste Erkennungsalgorithmus korrigieren kann.

Aufnahmen bei Tageslicht oder unter einer guten Bürolampe sind ebenso zu empfehlen wie ein kleines Stativ. Dies gilt insbesondere bei CamCard, das im Test bei der Aufnahme aus der Hand deutlich schlechtere Ergebnisse als ABBYY Business Card Reader lieferte.

Die Kamera sollte nicht zu nah an die Visitenkarte gehalten werden, damit Sie eine scharfe Aufnahme erhalten. Ränder sollten Sie in Kauf nehmen oder mit der Beschneidungsfunktion entfernen, wenn die ausgewählte App darüber verfügt. Verwenden Sie ein Stativ, sollten Sie auf der Unterlage die Stelle markieren, wo die Visitenkarten optimal im Bild sind. Dann können Sie diese wie am Fließband aufnehmen und auch größere Mengen an Visitenkarten schnell abarbeiten.

Wie lange das Nachbearbeiten dann dauert, hängt auch davon ab, wie gut Sie mit der Tastatur des iPhone umgehen können. Lesen Sie sich hierzu vielleicht noch einmal diese Tipps des Autors durch.

Welche App ich Ihnen für das Scannen Ihrer Visitenkarten empfehle

Im Test hat den Autor die App "ABBYY Business Card Reader" am meisten überzeugt, da diese die gescannten Visitenkarten überwiegend sehr gut erkannte und in der Bedienung angenehmer war. Als Vollversion drehte sich hier auch keine störende Werbung wie in der Lite-Version von CamCard.

Benötigen Sie eine oder mehrere der zusätzlich bei ABBYY Business Card Reader angebotenen Sprachen wie zum Beispiel Russisch, ist die Wahl ohnehin getroffen. ABBYY Business Card Reader wurde allerdings im Testzeitraum mit einem Preis von 3,99 Euro auch recht günstig angeboten, der Preis lag zuvor bei 11,99 Euro.

CamCard Lite hat zunächst den Vorteil, dass diese Version der App kostenlos angeboten wird. Der Preis der Vollversion von CamCard variiert ebenso wie bei ABBY Business Card Reader. Im Testzeitraum wurde CamCard zu Preisen von unter 3 Euro bis 5,40 Euro angeboten. Es gibt auch Versionen für die Sprachen Englisch-Chinesisch und Englisch-Japanisch, die für 9,99 Euro und 11,99 Euro angeboten werden.

Zu den asiatischen Sprachversionen gab es im Testzeitraum jedoch noch keine Bewertung, während die europäische Lite-Version 1.070 überwiegend sehr gute Bewertungen erhielt. Als Besonderheit von CamCard fiel noch das Erkennen von QR-Codes, das Abarbeiten von Visitenkarten im Stapel sowie der automatische Zuschnitt auf.

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