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VGA, HDMI & Co.: Die optimale Schnittstelle für Ihren Monitoranschluss

Lesezeit: 5 Minuten Wer einen modernen Flachbildschirm an einen Desktop-PC, ein Notebook oder per Adapter auch an ein Tablet anschließt, hat vielfach gleich mehrere Schnittstellen für einen Monitoranschluss zur Auswahl. Wie Sie mit der besten Multimedia-Schnittstellenauswahl von VGA, über DVI und HDMI bis zu DisplayPort die Grundlage für Ihr bestes Bild legen, lesen Sie in diesem Artikel.

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VGA, HDMI & Co.: Die optimale Schnittstelle für Ihren Monitoranschluss

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PC-Grafik: Vom monochromen Text zur Highend-Grafik

Die Darstellung des Bildes am PC begann einfarbig (monochrom) mit der MDA-Grafikschnittstelle, schnell wurden die Schnittstellen CGA und EGA entwickelt und es kam Farbe ins Spiel. Anfang der 1990er Jahre fand die 1987 von IBM entwickelte, erste Version der VGA-Schnittstelle (Video Graphics Array) Verwendung im PC-Markt und diese Schnittstelle ist bis heute an vielen Rechnern präsent.

Doch sie ist nicht mehr alleine: Denn inzwischen gibt es ja mit DVI, HDMI und DisplayPort insgesamt gleich vier Schnittstellen, die Sie für einen Monitoranschluss eines (oder mehrerer) Monitore und/oder Flachbildschirm-Displays an Ihren PC oder an Ihr Notebook nutzen können. Doch worin liegt der Unterschied? Welche Schnittstelle ist bei welchem Einsatz die beste? Nachfolgend durchleuchten wir diese Grafikschnittstellen und Sie legen mit der richtigen Anschlusstechnik die Basis für das beste, augenschonendste Bild Ihres PCs.

VGA: Der analoge Klassiker

Der VGA-Anschluss ist leicht zu erkennen, denn seit 1999 schreibt die Norm für VGA-Stecker und Buchsen die blaue Farbe vor. Die VGA-Schnittstelle ist bis heute ein vielfach verwendeter Schnittstellen-Standard für den Anschluss von Anzeigegeräten an PC oder Notebook. Grundsätzliches Manko ist, dass es sich um eine Schnittstelle mit analogen Signalen handelt. Für den Anschluss moderner, digitaler Flachbildschirme ist VGA daher wenig geeignet, denn durch die analog-digital Wandlung der Signale treten Umwandlungsverluste auf, die das Bild verschlechtern. Auch die Laufzeitverlängerung des Signals durch die Wandlung (bzw. Wandlungen) ist nachteilig.

Der 15-polige VGA-Anschluss ist theoretisch für hohe Auflösungen zur Darstellung von 2.560 x 1.440 Bildpunkten bei einem Bildseitenverhältnis von 16:9 und einer Bildfrequenz von 75 Hz einsetzbar. In der Praxis können allerdings schon bei Auflösungen ab ca. 1.280 x 1.024 Pixeln Mängel im Bild auftreten, speziell Unschärfen und Signaleinstreuungen sind zu beobachten, wenn kein hochwertiges VGA-Kabel verwendet wird.

Durch die Notwendigkeit der analog-digital-Wandlung ist der VGA-Anschluss für moderne Flachbild-Displays prinzipiell nicht gut geeignet, seine Zeit ist mit den Röhrenmonitoren (CRT) abgelaufen. Der "Lifetime-Cycle" der VGA-Schnittstelle als Monitoranschluss neigt sich daher nach stolzen, mehr als 30 Jahren nun verständlicherweise dem Ende entgegen, denn Intel und AMD haben bekanntgegeben, ab 2015 kein VGA mehr in ihren Produkten zu unterstützen.

DVI: VGA-Nachfolger mit einigen Besonderheiten

DVI (Digital Visual Interface) ist der Nachfolger von VGA. Diese Schnittstelle für einen Monitoranschluss vereint gemäß Norm analoge und digitale Signale. Ganz genau ist daher zwischen DVI (A), DVI (D) und DVI (I) zu unterscheiden, was analoge, digitale und beide Signalarten unterstützt. In der Praxisanwendung rund um Standard-PCs hat allerdings nur DVI (D) wirklich Bedeutung. Wenn Sie also bei einer Gerätebeschreibung den Hinweis "DVI" finden, ist die digitale Version gemeint.

Verwirrend dabei: Trotzdem führen diese Schnittstellen in den meisten Fällen auch die analogen Signale, um Kompatibilitätsproblemen aus dem Weg zu gehen. Daher können Sie mit einem DVI-VGA-Adapterkabel in aller Regel auch Monitore und Displays nötigenfalls analog an der Schnittstelle betreiben. Als Faustregel für die maximale Kabellänge bei digitalen DVI-Verbindungen sind 10 Meter ein guter Richtwert, darüber hinaus ist mit Bildverschlechterungen zu rechnen.

Eine weitere Besonderheit von DVI besteht in der Fähigkeit zu "Dual-Link". Während eine Single-Link-Verbindung eine maximale Datenübertragung von 3,72 GBit/s leisten kann, ermöglicht eine Dual-Link-Verbindung maximal 7,44 GBit/s. Dafür werden 6 statt 3 Adernpaare im selben Stecker eingesetzt. Die maximale Auflösung bei Single-Link-DVI beträgt 1.920 × 1.200 Pixel. Bei Dual-Link (Schnittstelle und Kabel!) ist eine Verdoppelung der Bildpunkte möglich.

Für Filmfreunde wichtig zu wissen: Der Kopierschutz HDCP (High-bandwidth Digital Content Protection) arbeitet prinzipiell auch mit der digitalen DVI-Schnittstelle zusammen. Von DVI-Schnittstellen an sehr alten PCs oder Grafikkarten abgesehen, sollten sich also auch Blu-ray-Filme in Höchstauflösung wiedergeben lassen.

Tipp: DVI kann bestes Bild liefern

Tests haben gezeigt, dass beim Vorhandensein von mehr als einer digitalen Schnittstelle (DVI, HDMI, DisplayPort) für einen Monitoranschluss das Verwenden von DVI beim Anschluss am PC oft das beste Bild liefert. Der Grund: Displays mit HDMI- oder DisplayPort melden sich beim PC als "HD-TV-Geräte" an, was zu einem falsch skalierten Bild führen kann. 

HDMI: Grafikschnittstelle inklusive Tonwiedergabe und Netzwerkverbindung

Der "nächste Nachfolger" ist HDMI (High Definition Multimedia Interface). Die 2003 von einem Entwicklerkonsortium aus namhaften Firmen entwickelte Schnittstelle ist heute als Standard für die Übertragung von Video- und Audio-Daten anzusehen. DVI ist abwärtskompatibel zu HDMI, denn beide benutzen dieselbe Signalcodierung. Es lassen sich also problemlos Adapter und Adapterkabel zwischen beiden Schnittstellen einsetzen. Zu beachten ist dabei nur, dass das HDMI-Audiosignal nicht hin zu DVI gewandelt werden kann.

Ab Version 1.3 unterstützt HDMI auch Displays mit großen Diagonalen (z. B. 27 Zoll = 598 mm x 336 mm) und einer Auflösungen von 2.560 x 1.440 mit der nativen, optischen Auflösung. Besonderheit der letzten HDMI-Norm 1.4 ist die Netzwerk-Unterstützung HEC (HDMI-Ethernet-Channel). Damit kann also auch eine Ethernet-LAN-Netzwerkverbindung über die HDMI-Verkabelung fortgeführt werden. Leider hat sich das HDMI-Konsortium dazu entschieden, die Versionsnummern bei der Bezeichnung der Kabel zu verbieten, sodass Sie speziell bei neuen High-End-Geräten genau prüfen sollten, welches HDMI-Kabel die gewünschten Anforderungen erfüllt.

Die HDMI-Schnittstelle für Ihren Monitoranschluss hat insgesamt den Vorteil, eine Brücke
zwischen der PC-Technik und der Unterhaltungselektronik zu schlagen. Denn
Sie finden die HDMI-Schnittstellen nicht nur an allen halbwegs modernen
PCs (bzw. Grafikkarten), sondern auch an Media-Receivern und Smart-TVs.
Sogar das Bild von Smartphones lässt sich mittels Adapterkabel auf HDMI
umsetzen und auf einem Großbildschirm ausgeben – praktisch insbesondere
für Spiele-Apps. Solche HDMI-Adapter gibt es als überschaubare
Investition beispielsweise bei Amazon.

Als maximale Kabellänge gelten bei HDMI 15 Meter. Wird die Distanz zu
groß oder das Kabel zu schlecht, erkennen Sie das bei HDMI am farbigen "Aufblitzen" von Bildpunkten (Pixel), das manchmal sogar eine ganze
Pixelreihe betreffen kann. Soll das HDMI-Signal über besonders lange
Distanzen übertragen werden, bietet der Handel spezielle Kabel mit
Lichtwellenleitern, die eine Länge bis zu 100 Metern erlauben. Der Preis
dieser HDMI-LWL-Kabel bewegt sich allerdings eher außerhalb von
Hobby-Budgets.

DisplayPort: VESA-Grafikstandard mit Hilfskanal

Bei DisplayPort handelt es sich (ausnahmsweise) mal nicht um einen "Schnittstellen-Nachfolger", sondern eher um eine Parallelentwicklung zu HDMI. Der 2006 von der Standardisierungsorganisation VESA (Video Electronics Standards Association) veröffentlichte DisplayPort ist sozusagen ein Gegenentwurf eines Verbindungsstandards zum HDMI. DisplayPort hat dazu einige Besonderheiten zu bieten: Es unterstützt neben HDCP auch DPCP (DisplayPort Content Protection). Zudem bringt es einen AUX-Channel (Hilfskanal) mit, der mit einer Bandbreite von 720 Mbit/s aufwartet und beispielsweise für eine zusätzliche USB-Verbindung oder spezielle Gerätesteuerungen genutzt werden kann.

Ähnlich wie DVI und HDMI kann auch DisplayPort mehr als einen "single Link" nutzen, es sind sogar bis zu vier Leitungen möglich, die ausreichend für Auflösungen von 3.840 × 2.400 oder 4.096 × 2.560 Bildpunkten sind. Die elektrische Signalisierungsebene des DisplayPort unterscheidet sich von DVI und HDMI. "Kluge" Grafikkarten, die mit DisplayPort ausgestattet sind, erkennen aber Endgeräte mit DisplayPort automatisch und stellen die Signale entsprechend ein, auch bei gleichzeitiger Nutzung von DVI/HDMI und DisplayPort an derselben Grafikkarte.

Wenn Sie allerdings Dual-Link DVI oder ein altes Gerät mit analogem VGA anschließen möchten, wird ein aktiver Adapter bzw. ein entsprechendes Adapterkabel benötigt.

Während HDMI im Bereich der PC-Technik etabliert und zukunftssicher ist,
kann dies von DisplayPort nicht uneingeschränkt gesagt werden, denn
dazu wird die Schnittstelle bei zu wenigen PCs und Notebooks eingesetzt.
Zudem lehrt die Erfahrung, dass meist Profi-Technik irgendwann den Weg
in den Consumerbereich findet, und im Profisegment ist DisplayPort eher
unüblich, in der Studiotechnik findet sich an den Geräten eher SDI
(Serial Digital Interface) für die gleichzeitige Audio- und
Videoübertragung.

Die "Exoten" unter den Schnittstellen

Tatsächlich gibt es vereinzelt je nach Gerät noch weitere Möglichkeiten, das Bild vom PC auf ein Anzeigegerät zu übertragen. Teilweise waren einzelne PCs mit einer SCART-Schnittstelle ausgestattet, eine Zeitlang war "TV-Out" häufig anzutreffen, auch "Video Out" als Composite-Mischsignal oder S-Video (Separated Video) ist anzutreffen. In diesen Fällen prüfen Sie in den Unterlagen des Herstellers, was genau die betreffende Schnittstelle leisten kann. Klar ist: Diese Schnittstellen für einen Monitoranschluss sind allesamt für moderne Geräte und hohe Auflösungen ungeeignet.

Aktuell immer häufiger anzutreffen sind externe "USB-Grafikadapter", mit denen dem Rechner ein hochwertiges Bild entlockt werden kann. Speziell für Notebooks bieten diese externe Lösungen Vorteile, denn es wird keine zusätzliche, interne Rechenleistung des Systems benötigt. Die zukünftige Entwicklung der Bildübertragung geht allerdings schon heute spürbar einen anderen Weg, nämlich den der Bildübertragung oder des Streamings per Netzwerk, ob per Kabel oder kabelloser Verbindung.

Was heute noch technische Exoten sind, kann schon bald verbreitete Anwendungsrealität werden.

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