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Versicherungs-Apps: Das sollten Verbraucher über sie wissen

Bye-bye, Aktenordner: Mit Versicherungs-Apps lassen sich die eigenen Policen ganz leicht digital archivieren. So weit, so bequem – dennoch sollten sich potenzielle Nutzer vor dem Download genau erkundigen, welche Bedingungen mit der Nutzung verbunden sind. Der Grund: Hinter einigen dieser Angebote verbirgt sich unter Umständen die Zusage zu einem Maklerauftrag.

Versicherungs-Apps: Das sollten Verbraucher über sie wissen

Versicherungs-Apps: Das sollten Verbraucher über sie wissen

Digitale Ordner-Lösung

Wer seine privaten Unterlagen heutzutage lieber digital organisiert und ablegt, empfindet eine Versicherungs-App sicher als gute Lösung. Bei diesen Applikationen handelt es sich um solche wie die des Finanzdienstleisters Swiss Life Select. Mit der „mySwissLifeSelect“-App sind Nutzer in der Lage, ihre Versicherungspolicen digital zu erfassen und zu archivieren. Das funktioniert auch mit Verträgen von Versicherungsgesellschaften, die nicht über Swiss Life Select abgeschlossen wurden.

Außerdem können mit der Gratis-Applikation Transaktionen getätigt werden, mit Zugriff auf Girokonten gleich mehrerer Banken oder aufs eigene Investmentdepot. Dabei verspricht Swiss Life Select hundertprozentigen Datenschutz.

Vorsicht ist geboten

In der Regel erwarten Nutzer derartiger Apps nur ein praktisches Tool, um ihre verschiedenen Versicherungen an einem digitalen Ort zu verwalten. Doch nicht immer erhalten die Verbraucher beim Herunterladen nur das, was sie wollen. Oft versteckt sich hinter den Versicherungs-Apps eine Einwilligung des Nutzers in einen sogenannten Maklerauftrag, auch als Maklermandat bekannt.

Praktisch wird damit dem Anbieter der App der Auftrag erteilt, sich zukünftig als Versicherungsmakler exklusiv um die Beratung in Versicherungsfragen und um die Abwicklung von Schadensfällen gegenüber den Versicherern zu kümmern. Das beinhaltet auch die Verwaltung bereits bestehender Verträge. Oftmals ist den Verbrauchern all das zunächst gar nicht bewusst.

Hinzu kommt, dass bisher beauftragte Versicherungsberater automatisch eine Benachrichtigung erhalten. Die informiert sie darüber, dass ihre Dienstleistung nun von jemand anderem ausgeführt wird. Geschieht dies ohne Vorankündigung, wird das vom Ex-Makler womöglich als Vertrauensbruch empfunden – dementsprechend gering ist dann oft die Motivation, bei erneuter Anfrage wieder für einen ehemaligen Mandanten tätig zu werden.

Angebot vor dem Download prüfen

Wer nur eine Versicherungs-App nutzen, aber kein Maklermandat vergeben möchte, sollte sich vor der Installation eingehend über Anbieter und Angebot informieren. Das ist wichtig, denn häufig wird beim Herunterladen nicht ausdrücklich auf die Vergabe hingewiesen.

Deshalb ist es klug, sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters einmal genau durchzulesen. Dasselbe gilt für das Impressum auf der Website, das auch Hinweise auf den Maklerstatus liefern kann.

Bestehen dann immer noch Zweifel in Bezug auf einen möglichen Maklerauftrag, bleibt immer noch der direkte Kontakt zum Anbieter via E-Mail oder Telefon.

Angebot für Digital Natives

Allerdings muss eine Versicherungs-App mit Maklerauftrag nicht zwangsläufig negativ behaftet sein. Verbraucher sollten nur klar darüber informiert werden, ob sie mit dem Download gleichzeitig ein Maklermandat vergeben oder nicht.

Wer für den Einkauf im Supermarkt oder den Kauf von Aktienfonds sowieso schon sein Smartphone oder Tablet nutzt, fühlt sich mit der digitalen Versicherungsverwaltung vielleicht sogar ganz wohl. In der Regel sind die Makler-Angebote kostenlos, denn die Anbieter finanzieren sich meist über Provisionen, die sie für erfolgreich vermittelte Policen erhalten.

Bildnachweis: BullRun / stock.adobe.com

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