Familie Praxistipps

Väter für das Vorlesen begeistern

Lesezeit: 2 Minuten Positive Vorbilder unterstützen die Leseförderung bei Kindern. Experten empfehlen, dass auch Väter ihren Kindern regelmäßig Bücher vorlesen. Wer nicht jeden Tag etwas Zeit erübrigen kann, verlegt die gemeinsame Lesestunde auf das Wochenende. Ein spannender Lesestoff hilft sowohl Vater als auch Sohn oder Tochter zu motivieren.

2 min Lesezeit
Väter für das Vorlesen begeistern

Väter für das Vorlesen begeistern

Lesezeit: 2 Minuten

Jungen und Mädchen lernen unterschiedlich

Laut einem aktuellen Grundschul-Bundesländervergleich lernen Mädchen besser Lesen und Schreiben, während sich Jungen auf dem mathematischen Gebiet auszeichnen. Als Grund wird angeführt, dass das Lesen stark von Frauen dominiert wird. Ob im Kindergarten, in der Schule oder zu Hause, meistens kümmern sich Frauen um die Erziehung. Auf diese Weise verknüpfen Jungen besonders das Lesen mit dem Rollenbild der Frau.

Diese Erklärung ist in sich aber nicht schlüssig, denn es sind ja die gleichen Mentoren, die Jungen das Rechnen beibringen. Und diese Argumentation erklärt ebenfalls nicht, warum Mädchen nicht in allen Fächern ähnlich gut sind, wo sie doch von Frauen unterrichtet werden. Viel wahrscheinlicher ist die These, dass die begrenzten Unterrichtsmethoden nicht jeden Schüler erreichen. Jungen brauchen beim Lesen lernen andere Anreize als Mädchen. Und deshalb ist es wichtig, dass Väter ihren Kindern regelmäßig vorlesen.

Warum Väter nicht vorlesen

Typische Beschäftigungen von Vater und Sohn sind Fußball spielen, Fahrrad fahren oder Lego bauen. Laut „Stiftung Lesen“ finden Väter Vorlesen wichtig, überlassen diese Aufgabe aber lieber den Müttern. Klar, diese sind viel geübter im Vorlesen und können es nach Ansicht der Väter auch besser. Außerdem finden viele Väter Bücher nicht so spannend und oft fehlt neben den beruflichen Verpflichtungen ganz einfach die Zeit.

Chefsache Vorlesen

Die Väter veranstalten Tobespiele, die Mütter lesen vor – das ist die traditionelle Rollenverteilung in der Familie. Daran ist ja auch gar nicht viel auszusetzen. Es macht wenig Sinn, die bevorzugten Rollen neu zu verteilen. Trotzdem helfen Väter ihren Söhnen und auch den Töchtern, wenn sie versuchen, das Vorlesen in den Alltag zu integrieren. Denn Lesen können ist eine Kernkompetenz, die im modernen Leben als selbstverständlich vorausgesetzt wird.

Vorlesetipps für Väter

  • Lösen Sie sich von der konventionellen Vorstellung, dass das Vorlesen mit einer kuscheligen Einschlafsituation verknüpft sein muss. Finden Sie stattdessen in Ihrem Alltag Lesesituationen für sich und Ihre Kinder.
  • Nach einem wilden Spiel macht es Spaß, gemeinsam auszuruhen und sich ein Bilderbuch anzuschauen.
  • Wenn Sie sich beim Vorlesen nicht wirklich wohlfühlen, suchen Sie sich Bilderbücher mit kurzen, lustigen Geschichten aus. Empfehlenswert sind die urkomischen, leicht schrägen Geschichten vom Schweinchen Paulchen und Herrn Wolf.
    Literaturtipp: McNaughton, Colin: Plötzlich! Aare By Sauerländer VLG 2000, ISBN: 978-3726004385.
  • Lesen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam Sachbücher, die kindgerecht Themen von der Urgeschichte über Tiere bis zur modernen Technik erklären. Da lernen Väter beim Vorlesen selber noch dazu.
    Literaturtipp: Was ist Was-Reihe vom Tessloff Verlag.
  • Besonders beliebt bei Jungen und Mädchen sind Rätsel-Bilderbücher, an denen aber auch die Väter viel Freude haben.
    Literaturtipp: Marzollo, Jean und Walter Wick: Ich sehe was… Unglaubliche Bilderrätel, Franckh-Kosmos Verlag 2012, ISBN: 9783440134467.
  • Wenn Sie sich noch an ein Lieblingsbuch aus Ihrer Kindheit erinnern, lesen Sie dieses vor. Klassiker wie Otfried Preußlers „Räuber Hotzenplotz“ oder Michael Endes „Unendliche Geschichte“ kommen nie aus der Mode.
  • Statt aus dem Bilderbuch können Väter auch aus einem Comic vorlesen.
    Literaturtipp: Rometsch, Ina: Neue Krimi-Comics, Franckh-Kosmos Verlag 2012, ISBN: 9783440133248.
  • Warum beim Frühstück nicht gemeinsam den Spielbericht über das Fußballspiel des Lieblingsvereins vorlesen? Viele Zeitungen haben auch eine eigene Kinderseite.
  • Entdecken Sie mit Grundschulkindern die Welt der Buchstaben im Alltag auf Werbeschildern, Etiketten oder Bedienungsanleitungen.

Bildnachweis: granata68 / stock.adobe.com

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