Gesundheit Praxistipps

Ursachen für Gicht und wie Sie vorbeugen können

Lesezeit: 3 Minuten Die Stoffwechselkrankheit Gicht entsteht, wenn sich zu viel Harnsäure im Blut befindet. Heftige Gelenkschmerzen sind oft die Folge. Um Gicht erfolgreich behandeln zu können, sind vor allem eine Ernährungsumstellung und Veränderungen im Lebenswandel notwendig.

3 min Lesezeit
Ursachen für Gicht und wie Sie vorbeugen können

Ursachen für Gicht und wie Sie vorbeugen können

Lesezeit: 3 Minuten

Hier erfahren Sie anhand von 4 Fakten, wie Gicht entsteht und was Sie dagegen tun können.

1. Zu hohe Harnsäurekonzentration im Blut verursacht Gicht

Gicht (Urikopathie) entsteht, wenn der Harnsäurespiegel im Blut stark ansteigt. Dadurch lagern sich die Kristalle des Harnstoffs (Urat) bevorzugt in Gelenken, Schleimbeuteln, Knorpeln und Sehnen ab. Dort verursachen diese Kristalle anfallartige, stark schmerzende Entzündungsherde. Bleibt die Krankheit lange Zeit unbehandelt, kann dies zu Gelenkschädigungen führen.

Auch die Nieren werden bei einer erhöhten Harnstoffkonzentration (Hyperurikämie) in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt häufig zur Bildung von Nierensteinen oder auf lange Sicht zu einer sogenannten chronischen Gichtniere.

Die Krankheit an sich geht mit heftigen Gicht-Anfällen einher. Sie beginnt meist an einem einzelnen Gelenk (Monoarthritis). In vielen Fällen ist es der große Zeh. Gicht äußert sich dort durch eine starke Gelenkentzündung (Arthritis urica). Die Betroffenen haben starke Schmerzen, die oftmals nach einem reichhaltigen Essen oder Alkoholgenuss einsetzen.

Die Symptome eines akuten Gichtanfalls auf einen Blick:

  • meist in der Nacht auftretende große Schmerzen am Gelenk des großen Zehs, seltener sind das Knie oder andere Gelenke betroffen
  • Schwellung, Rötung und Überhitzung des großen Zehs mit Berührungsempfindlichkeit
  • Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
  • häufige Begleiterscheinungen sind Übelkeit und/oder Erbrechen

2. Veranlagung und Ernährung sind Hauptursachen für Gicht

Gicht ist eine Krankheit, die erst mit dem mittleren oder späteren Lebensalter zum Ausbruch kommt. Männer sind mit 80 % wesentlich häufiger betroffen als Frauen. Die Erkrankung bricht bei Betroffenen üblicherweise zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr zum ersten Mal aus. Ursache ist vor allem eine erbliche Veranlagung zu einer erhöhten Harnstoffkonzentration im Blut.

Harnsäure entsteht im Körper durch den Abbau von Purinen. Diese wiederum sind in Teilen der Nahrung, wie etwa in Fleisch, Wurst oder Innereien, enthalten. Im Körper entstehen beim Zellabbau oder -zerfall ebenfalls Purine. Sie werden normalerweise über die Nieren ausgeschieden und stellen für den Körper kein Problem dar.

Kritisch wird es, wenn das Verhältnis zwischen Purinabbau und Harnstoffausscheidung gestört ist. Dies kommt vor, wenn entweder zu viele Purine mit der Nahrung aufgenommen werden oder im Körper große Mengen an Zellen zerfallen, wie zum Beispiel bei Blutkrankheiten.

Häufig kommt noch eine angeborene Stoffwechselstörung hinzu, bei der die Betroffenen zu wenig Harnsäure über die Nieren ausscheiden (Hyperurikämie). Ärzte bezeichnen diese als die primäre Form der Gicht. Daneben existiert eine sekundäre Form, die vor allem durch Krankheiten wie Leukämie, Blutkrankheiten oder Nierenerkrankungen ausgelöst wird.

3. Gicht verläuft in vier Stadien

Gicht entwickelt sich schleichend. Vor dem ersten akuten Gichtanfall besteht in der Regel schon über mehrere Jahre hinweg eine erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut. Sie ist symptomlos und die Betroffenen haben keinerlei Beschwerden. Diese Vorstufe ist das erste Stadium der Gicht.

Im zweiten Stadium erleben die Patienten einen ersten akuten Gichtanfall an Zeh- oder Fußgelenk mit heftigen Schmerzen und großem Krankheitsgefühl. Er entsteht, weil die Grenze der Löslichkeit der Harnstoffkristalle im Blut erreicht wurde. Die Kristalle fallen in den Gelenkinnenraum und verursachen dort eine Entzündung. In diesem Stadium ist Gicht sehr gut behandelbar.

Das dritte Stadium der Gicht wird unter Fachleuten auch als das Interkritische Stadium bezeichnet. Es bezeichnet den Zeitraum zwischen zwei akuten Gichtanfällen. In dieser Zeit verspüren die betroffenen Personen wiederum keinerlei Beschwerden. Ihr Harnstoffspiegel ist jedoch weiterhin zu hoch und die schleichende Schädigung der Gelenke schreitet weiter voran. Ein neuer akuter Gichtschub kann jederzeit auftreten.

Das vierte Gichtstadium wird auch als chronische Gicht bezeichnet. Hierbei verspürt der Patient durchgehende Gelenkschmerzen, da die andauernde Reizung und Entzündung am Gelenk Verformungen oder Verdickungen verursacht. Dieses Stadium ist relativ selten und tritt auf, wenn die Gicht über viele Jahre hinweg unbehandelt bleibt.

4. Änderung von Lebens- und Essgewohnheiten helfen gegen Gicht

Die Therapie der Gicht besteht aus zwei Teilen. Erstens verschreibt Ihnen der Arzt Medikamente. Während eines akuten Gichtanfalls sorgen sie dafür, dass das betroffene Gelenk abschwillt und Ihre Schmerzen gelindert werden. Nach der akuten Phase kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die Ihre Harnstoffkonzentration im Blut normalisieren. Dieses Vorgehen verhindert erneute Gichtanfälle.

Eine weitere Grundlage für die Behandlung der Gicht ist die Änderung Ihrer Lebens- und Essgewohnheiten. Dazu gehört eine Umstellung des Speiseplans auf purinarme Lebensmittel. Generell gilt:

  • Essen Sie viel Obst und Gemüse.
  • Reduzieren Sie Fleisch und Wurst auf eine kleine Portion am Tag (ca. 100g).
  • Entfernen Sie bei Geflügel die purinreiche Haut.
  • Zur Deckung des Eiweißbedarfs nutzen Sie überwiegend Eier und Milchprodukte wie Quark, Käse oder Milch.
  • Meiden sie besonders purinhaltige Produkte wie Leber, Nieren, Hirn, einige Fischsorten sowie Hülsenfrüchte.

Auf Alkohol sollten Sie, wenn möglich, komplett verzichten. Trinken Sie stattdessen über zwei Liter Mineralwasser, Tees und Saftschorlen täglich, um die Ausscheidung des Harnstoffs über die Nieren anzuregen.

Fazit:

Bei der Gicht hängt die Prognose vor allem davon ab, in welchem Stadium sie erkannt wird – je früher, desto besser. Die Therapie und der Krankheitsverlauf spielen dabei ebenfalls eine Rolle. Einmal vorliegende Schädigungen an Gelenken und Gewebe lassen sich nicht mehr umkehren. Die Kombination aus Harnstoff regulierenden Medikamenten und einer purinarmen Diät hat häufig sehr gute Erfolgsaussichten.

Wichtig: Übergewicht ist ein weiterer Risikofaktor für eine zu hohe Harnsäurekonzentration. Fasten und radikale Diäten können jedoch ebenfalls einen akuten Gichtanfall auslösen. Vernünftiger ist es, das Gewicht mit einer Ernährungsumstellung und regelmäßiger Bewegung schonend zu verringern.

Bildnachweis: Peter Atkins / stock.adobe.com

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: