Lebensberatung Praxistipps

Unterscheiden Sie Vorwurfsfragen und wissensdurstige Fragen

Lesezeit: 2 Minuten Geistige Fitness kann durch wissensdurstige Fragen und ihre Antworten unterstützt werden. Solche Fragen zu stellen ist anstrengend, aber hilfreich. Wir benutzen sie jedoch viel zu wenig, während wir zu häufig Schein-Fragen oder Vorwurfsfragen äußern. Diese sind immer die falschen Fragen, die niemandem nützen. Ähnliches gilt auch für Antworten, die viel zu schnell und zu starr gegeben werden.

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Unterscheiden Sie Vorwurfsfragen und wissensdurstige Fragen

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Vorwurfsfrage am Beispiel Frau
Frau ist sich keiner Schuld bewusst, wenn sie am Morgen eine Stunde das Bad blockiert. Sie macht sich ja auch für ihn schön. Was Zeit kostet, er aber nicht versteht. Weil sie seine tägliche Nörgelei nervt, reagiert sie ihrerseits mit Vorwurfsfragen:   "Männe! Bringst Du mal inzwischen den Mülleimer nach unten? Du willst doch auch nicht, dass er immer so stinkt!"

Allein diese Anrede lässt ihn an die Decke gehen, signalisiert sie ihm doch, wie hoch er im Kurs steht. Statt dem Kerl, der er sein wollte, malt sie das Bild eines blassen Kerlchens. Und obendrein reizt ihn dieser Nachsatz (Vorwurfsfrage), der ihm so allerlei zwischen den Zeilen vorwirft: Dass er sich nie um den Müll kümmere, dass er unordentlich sei usw.

Vorwurfsfrage versus wissensdurstige Frage
Die Vorwurfsfrage kaschiert. Denn um was es sich wirklich dreht, bleibt unausgesprochen: Um Vorwürfe an die Adresse des anderen und Vorherrschaft in (privaten oder dienstlichen) Partnerschaften. Es ist egal, wer die Vorwurfsfrage stellt, sie ist immer die falsche Frage, die statt aufzubauen vieles einreißt.

Fragen wir überhaupt, werden es meistens nur Vorwurfsfragen, die eigentlich als Anklage auf die Welt kommen sollten und nur eins wollen: den Partner treffen, kritisieren und herabsetzen. Solche Vorwurfs-Fragen sind nicht würdig, "Frage" genannt zu werden und überflüssig, weil sie uns keiner Lösung näher bringen.

Was meist fehlt, sind echte Fragen
Nur sogenannte wissensdurstige Fragen zu den verschiedensten Dingen der Welt verhelfen zu durchdachten Antworten und tragen dazu bei, Klärung zu schaffen, Dinge voran zu bringen oder zu helfen. Sie wollen niemals persönlich treffen, verletzen oder herabsetzen. Nichts davon, wie jene obigen, sondern einfach nur Interesse zeigen.

Und sie wollen es ganz genau wissen und verstehen, Logik erkennen und den sprichwörtlichen roten Faden sehen. Wer sich dieser Fragen bedient, ist auch ein fairer Gesprächspartner, Kollege oder Mitmensch. Aber sie scheinen, wie andere Bereiche auch, ein wenig von der Tendenz des Aussterbens betroffen zu sein. Und das hat Folgen – für das gesamte System von Fragen, Antworten und Entscheidung.

Antworten, oft unangepasst
Wir antworten häufig genauso unangepasst, wie wir die falschen Fragen stellen:   Nämlich viel zu schnell. Prüfen wir einmal, wie hastig wir eine Antwort zur Tür hinaus entlassen: oftmals dauert dies nur drei bis vier Augenblicke lang. Dann platzen wir damit heraus – und wehe, wenn es jemand gibt, der länger nachdenkt und dann eine andere Meinung herausgearbeitet hat. Dem fahren wir sofort über den Mund.

Uns ist kaum bewusst, wie kurz oder wann wir nachgedacht haben. Die Antwort schien uns – so schnell wie wir sie fanden – keinerlei Mühe des Herausarbeitens abgefordert zu haben. Uns verwundert höchstens, dass andere so lange grübeln müssen und schließlich zu ganz anderen Ergebnissen kommen, die wir nicht akzeptieren können. Denn unsere Meinung steht längst fest. Und die ist unumstößlich.

Ständige Unfehlbarkeit gibt es nicht
Wir antworten nicht nur zu schnell, wir glauben – nein, wir sind uns zu 100% sicher – dass diese Antwort stimmt. Das ist zumeist eine Anmaßung der jeweiligen anderen Partei gegenüber. Ständige Unfehlbarkeit, die einem so zufliegt, gibt es nicht. Es mag mitunter so scheinen, aber bei genauer Hinterfragung, die zumeist abgelehnt wird, zerbröseln solche Antworten schnell.

Denn niemand ist so überragend, dass er innerhalb von drei Augenblicken eine einzig wahre, schlüssige Antwort entwickeln kann. Wer es so praktiziert, dem ist die Selbstkritik abhanden gekommen. In solchem Falle sollte man den Gehalt der Aussage stets anzweifeln und neu überprüfen (Gefahr der Selbst-Täuschung). 

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