Homöopathie Praxistipps

Unruhezustände mit den richtigen homöopathischen Mitteln behandeln

Lesezeit: 4 Minuten Es kommt im Leben eines Menschen immer wieder vor, dass in gewissen Stresssituationen Unruhezustände und Ängste auftreten können. Mit den richtigen homöopathischen Arzneimitteln können diese psychischen Dysfunktionen gut behandelt werden.

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Unruhezustände mit den richtigen homöopathischen Mitteln behandeln

Unruhezustände mit den richtigen homöopathischen Mitteln behandeln

Lesezeit: 4 Minuten

Bei den sogenannten Unruhezuständen oder auch innerer Nervosität kommt es zum Zustand der inneren Hetze, dem Gefühl der Angespanntheit irgendetwas zu erledigen. Alles geht nicht schnell genug und es wird auch nichts zur Zufriedenheit geregelt. Geduld spielt in dieser Lebensphase keine große Rolle.

Es kommt zur Fahrigkeit, zu unkonzentriertem Verhalten bis hin zur Vergesslichkeit und sogenannten Blackouts in stressigen Situationen. Genau in diesen stressigen Situationen könnte man Gelassenheit und Ruhe gebrauchen. Die wiederum ist aber nicht an der Tagesordnung.

Geht dieses Gefühl weiter, kommt es zur Reizbarkeit beim geringsten Anlass. Des Weiteren kommt es zu Herzrasen, Muskelzittern der Hände und auch Beine, Verspannungen der Muskulaturen und hier speziell der Nacken- und Schultergürtelmuskulatur. Hierdurch können sich sehr leicht Celphalgien (Kopfschmerzen) und Vertigo (Schwindel) entwickeln.

Aus diesen Symptomen resultieren dann im späteren Stadium dann auch Schlafstörungen, die dann auch chronisch werden können. Der Mensch befindet sich dann schnell im Circulus vitiosus, also im sogenannten Teufelskreis, indem alles ineinander greift und das Gefühl der Ausweglosigkeit bis hin zur Hoffnungslosigkeit und im schlimmsten Fall das Einmünden in einer depressiven Verstimmung oder gar einer Depression.

Hierbei können seelische Belastungen sehr hoch sein, indem der leidende Mensch einfach seine eigenen Erwartungen zu hoch stellt. Er verlangt von sich und seiner Umgebung ein sehr hohes Maß an Perfektionismus. Des Weiteren kommt es im eigenen Umfeld zur Unzufriedenheit und ständig enttäuschenden Situationen auch im Beziehungsbereich oder bei den alltäglichen Arbeiten. Die betroffene Person reagiert bereits bei banalen Kleinigkeiten mit sich selbst und mit den Mitmenschen sehr gereizt.

Hierbei ist eine bestimmte innere und auch äußere Erregbarkeit anzutreffen und die Reizschwelle wird dann immer schneller und einfacher überschritten. In dieser Phase kommt es dann sehr schnell auch zur Niedergeschlagenheit und zur Erschöpfung auf der körperlichen Ebene. Man verspürt eine innere Unruhe und fühlt sich durch die ständigen Schlafstörungen sehr gerädert und körperlich einfach nur ausgelaugt. Dies kann bis zum Burnout-Syndrom weitergehen.

Bevor es soweit kommt, kann man mit den entsprechenden homöopathischen Mitteln eine Verringerung der Unruhezustände erreichen. Es handelt sich hierbei um folgende homöopathische Arzneimittel, die selbst tagsüber keine Müdigkeit wie schulmedizinische Psychopharmaka verursachen: (Die bei den Arzneimitteln aufgeführten Modalitäten sind verkürzt und auch unvollständig wiedergegeben worden.)

Agaricus muscarius D15 (Fliegenpilz aus dem Fruchtkörper gezogen)

Redezwang, unsichere und übertriebene Bewegungsabläufe, Zucken der Augenlider und der Zunge, unruhiger und unbekümmerter Geist.

Modalitäten:

Verbesserung durch:

  • langsames Gehen
  • sanfte Bewegungsabläufe

Verschlimmerung durch:

  • Luft und Zugluft
  • bei geistiger Anregung und auch Überforderung
  • beim und nach dem Geschlechtsverkehr
  • Exzesse, also körperlicher und geistiger Art
  • Berührungen und Druck auf der Wirbelsäule

Acidum phosphoricum (Phosphorsäure)

Es wirkt gut bei Unruhezuständen, die durch Kummer (auch Liebekummer) und Sorgen verursacht wurden. Hier zählen auch Schlafstörungen dazu. Vermindertes Selbstbewusstsein und Sorgen um eine Überforderung treffen sich hier. Es kann bis zur Durstlosigkeit und zum Appetitmangel kommen. Verursacht können diese Zustände auch durch einen Flüssigkeitsverlust wie z. B. durch Durchfälle, Blutverlust oder vermehrter Schweißausbruch in der Nacht oder am Tage sein. Die Unruhezustände können bis zur Erschöpfungslosigkeit führen.

Modalitäten:

Verbesserung durch:

  • langsame Bewegungen
  • Wärme und Wärmeanwendungen
  • genügend Schlaf

Verschlechterung durch:

  • physische (körperliche) und psychische (geistige) Anstrengung
  • Erfahren von schlechten Nachrichten
  • erlittenen Schock und Kummer (auch Liebeskummer)
  • körperlich und seelisch zehrende Erkrankungen

Avena sativa (gewöhnlicher Hafer)

Kräftigt die Nerven und wirkt sehr gut bei nervöser Schwäche und wird auch bei Schlafstörungen aufgrund von Kummer und Sorgen sehr gut eingesetzt. Wirkt gut nach entkräftenden Erkrankungen. Es hat eine gute positive Wirkung auf das zentrale Nervensystem und findet somit Anwendung auch bei depressiven Verstimmungen bis hin zur Schlaflosigkeit. Eine verstärkte Wirkung zeigt es in der niedrigen Potenz z. B. sogar als Urtinktur oder in der D2, und wenn es zusammen mit dem Arzneimittel Alfaalfa ebenfalls in der D2 eingenommen wird. Es kann hiermit auch das nervöse Zittern, also den Tremor, von älteren Menschen verringern.

Verbesserungen und Verschlechterungen konnten bis heute noch nicht verzeichnet werden.

China officinalis (Chinarindenbaum oder auch Fieberrinde)

Unruhezustände mit extremen Erschöpfungsphasen, hierbei tritt eine Benommenheit mit verschiedenen Phasen der Reizbarkeit und Nervosität bis hin zu depressiven Verstimmungen auf. Bestimmt wird dieses Mittel durch eine übergroße Angst vor Hunden und großen Tieren (vor allem nachts). Man fühlt sich innerlich gehetzt und körperlich tritt eine sehr große Empfindlichkeit gegenüber allen Außenreizen auf.

Modalitäten:

Verbesserung durch:

  • Wärme und Wärmebehandlungen
  • Druck

Verschlechterung durch:

  • Kälte und Luftzug
  • Berührung
  • nach dem Essen
  • nachts

Staphisagria (Stephanskörner oder Läusesamen, gehört zu den Hahnenfussgewächsen = giftiger Rittersporn)

Nervosität, die mit starkem Zittern einhergeht bis hin zu Nervenleiden (Psychosen), es kann zu Wutausbrüchen und Übellaunigkeit kommen, körperlich und seelisch sehr empfindlich veranlagt, reizbar, erregt (auch sexuell) und sehr nervös (alles tritt heftig auf). Man hat selbst vor seinem eigenem Schatten Respekt bis Angst.

Modalitäten:

Verbesserung durch:

  • Ruhe
  • Wärme und Wärmeanwendungen
  • nach dem Frühstück
  • nach dem Koitus

Verschlechterung durch:

  • Kummer, Ärger, Sorgen, Entrüstung und nach Demütigungen
  • Streit
  • nach sexuellen Exzessen
  • Trinken von Kaltem
  • nach einem kurzen Schläfchen tagsüber
  • nach Dehnübungen des Körpers oder nur Körperteilen

Coffea cruda (ungeröstete Kaffeebohnen)

Nervöse Zustände mit Schlafstörungen aufgrund von einem Gedankenkarrussel, welches mit Zittern und eventuell Cephalgie (Kopfschmerz) verbunden ist. Alle Sinne sind geschärft bis hin zu überspannt. Es kommt in der Nacht zu einem schnellen Puls und Herzrasen verbunden mit einem hellwachen Zustand. Hierdurch kommt es zu nervösen Einschlafstörungen und innerer Nervosität. Kopfschmerzen entstehen durch diese Unruhezustände. Die Reizbarkeit ist wie alle Sinne sehr erhöht. Hierdurch entsteht eine gewisse Übererregbarkeit bis hin zur Überempfindlichkeit in allen Sinnen.

Modalitäten:

Verbesserung durch:

  • Hinlegen
  • Schlaf und Ruhe
  • Wärme und Wärmeanwendungen

Verschlimmerung durch:

  • Gerüche
  • Geräusche
  • Berührungen
  • kalte, windige Luft
  • geistige Anstrengungen
  • Aufregung
  • Kaffee und Aufputschmittel

Stramonium (Stechapfel – oberirdische Pflanzenteile)

Unruhezustände verbunden mit panikartigen Angstattacken und bei Kindern kommen Alpträume hinzu. Sie unterliegen Stimmungsschwankungen aufgrund von Furcht und Schrecken. Nervöses Zittern begleitet die Symptomatik.

Modalitäten:

Verbesserung durch:

  • Gesellschaft
  • Lichteinwirkungen
  • Wärme

Verschlechterung durch:

  • Schreck
  • Furcht
  • Dunkelheit
  • sehr helles und glänzendes Licht

Ignatia (giftige Samen der Ignatiusbohne = Brechnussgewächs)

Nervöse bis depressive Verstimmungen mit Gereiztheit verursacht durch Verlust von nahestehenden Menschen, Tieren oder Dingen, die einem lieb und teuer waren. Nervosität aufgrund von emotionalen Belastungen mit eventuellen Herzbeschwerden (Herzdruck, Herzrasen, etc.). Es kann auch zu Sehstörungen durch die seelischen Belastungen kommen. Es kommt zu Stimmungsschwankungen mit einer Überempfindlichkeit gegenüber von verbalen Äußerungen. Der Betroffene frisst alles in sich hinein, er leidet still und heimlich und äußert sich nur durch Seufzen.

Modalitäten:

Verbesserung durch:

  • Liegen auf der schmerzenden Seite
  • Alleinsein
  • Urinieren
  • tiefes Atmen
  • Wärme
  • Druck

Verschlechterung durch:

  • Sorgen, Kummer
  • Kränkungen
  • kalte Luft und Luftzug
  • Alkohol
  • morgens
  • Berührung
  • Denken an die Beschwerden

Des Weiteren haben sich praxismäßig noch folgende Arzneimittel bei Unruhezuständen bewährt:

Nux vomica (Brechnuss), Strophanthus hispidus, Phosphorus, Zincum metallicum und Valerina officinalis.

Auf eine Dosierung und die jeweiligen Potenzierungen wurde verzichtet, da es besser ist, sich mit den Beschwerdebildern in psychotherapeutische Behandlung zu begeben. Eine Selbstbehandlung ist in den verschiedenen Phasen relativ schwierig. Es wäre aus diesen Gründen wichtig einen guten Heilpraktiker mit dem Fachgebiet Psychotherapie oder einen entsprechenden schulmedizinischen Kolleg(in)en konsultieren zu können und sich hier fachspezifisch beraten und entsprechend behandeln zu lassen.

Bildnachweis: pathdoc / stock.adobe.com

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