Krankheiten Praxistipps

Umstrittene Schweinegrippe-Impfung

Lesezeit: 2 Minuten Kaum eine Erkrankung wird momentan mehr diskutiert als die Schweinegrippe. Die Fachleute streiten sich über den Nutzen und die Risiken einer Schweinegrippe-Impfung. Durch die Verwendung sogenannter Wirkstoffverstärker, die eingesetzt wurden, um den Impfstoff schneller auf den Markt bringen zu können, ist der Schweinegrippe-Impfstoff in Misskredit geraten. Gegner der Schweinegrippe-Impfung kritisieren, dass nicht genügend Zeit für ausreichende Tests des Impfstoffes zur Verfügung stand.

2 min Lesezeit

Umstrittene Schweinegrippe-Impfung

Lesezeit: 2 Minuten

Befürworter der Schweinegrippe-Impfung halten dagegen, dass das Risiko, schwerwiegend an der Schweinegrippe zu erkranken, wesentlich höher ist, als die Nebenwirkungen der Schweinegrippe-Impfung, die meist harmlos verlaufen. Die Bevölkerung ist durch die ständigen Diskussionen der Befürworter und Gegner verunsichert. Es tauchen immer wieder die gleichen Fragen auf:

Schweinegrippe-Impfung: Wie heißen die Impfstoffe gegen die Schweinegrippe und welche enthalten Wirkstoffverstärker?
Es gibt drei Impfstoffe gegen die Schweinegrippe:

  1. Pandemrix, besteht aus abgetöteten Virenteilchen und benötigt deshalb Wirkstoffverstärker
  2. Focetria, besteht ebenfalls aus abgetöteten Virenteilchen und benötigt Wirkstoffverstärker
  3. Celvapan, besteht aus ganzen abgetöteten Viren und benötigt deshalb keine Wirkstoffverstärker

Schweinegrippe-Impfung: Sind die Impfstoffe sicher, wurden sie ausreichend getestet?
Nach Aussage des Herstellers von Pandemrix, Glaxo Smith Kline, wurden mehr als 39.000 Probanden getestet. Andere Aussagen sprechen allerdings nur von 8.000 Probanden. Durch die Wirkstoffverstärker, die sogenannten Adjuvanzien, können die Nebenwirkungen der Schweinegrippe-Impfung stärker sein als bei einem Impfstoff ohne diese Zusatzstoffe.

Außerdem befürchten Fachleute, dass durch die Adjuvanzien Nebenwirkungen auftreten könnten, die durch die relativ geringe Zahl der getesteten Personen noch nicht aufgetreten sind und folglich auch nicht in der Gebrauchsinformation des Schweinegrippe-Impfstoffes aufgeführt wurden.

Schweinegrippe-Impfung: Sind gesundheitlich bedenkliche Stoffe im Impfstoff enthalten?
Neben den umstrittenen Wirkstoffverstärkern gelten vor allem als bedenkliche Stoffe Formaldehyd, das Antibiotikum Gentamicinsulfat und der Konservierungsstoff Thiomersal, der quecksilberhaltig ist.

Welche Nebenwirkungen wurden nach der Schweinegrippe-Impfung festgestellt?
Keine Impfung ist ohne Nebenwirkungen, auch beim Schweinegrippe-Impfstoff Celvapan, der ohne Wirkstoffverstärker ist, traten Nebenwirkungen wie zum Beispiel Schmerzen und Rötungen um die Einstichstelle auf.

Sehr häufige Nebenwirkungen bei der Schweinegrippe-Impfung mit einem Impfstoff mit Wirkstoffverstärkern können sein:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schmerzen, Rötung, Schwellung oder Verhärtung an der Injektionsstelle
  • Fieber
  • Muskel- und Gelenkschmerzen

Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Wärme, Juckreiz oder Blutergüsse an der Injektionsstelle
  • Verstärktes Schwitzen, Schüttelfrost, grippeähnliche Symptome
  • Lymphknotenschwellung an Nacken, Achsel oder Leiste

Gelegentlich traten folgende Nebenwirkungen auf:

  • Kribbeln und Taubheit an Händen und Füßen
  • Schläfrigkeit
  • Schwindel
  • Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Übelkeit
  • Juckreiz, Hautausschlag
  • Generelles Unwohlsein
  • Schlaflosigkeit

Die aufgeführten Nebenwirkungen verschwinden in der Regel innerhalb von wenigen Tagen.

Schweinegrippe-Impfung: Ist die ständige Impfkommission (STIKO) unabhängig?
Die ständige Impfkommission empfiehlt die Schweinegrippe-Impfung, doch handeln die 16 Mitglieder der STIKO wirklich nur im Interesse der Bevölkerung? Dies wird von Kritikern immer wieder bezweifelt, denn die Mehrzahl der STIKO-Mitglieder hat für Pharmafirmen Gutachten geschrieben und von ihnen Honorare erhalten.

Wer gehört zu den Risikogruppen, die sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen sollten?
Besonders den Personen, die zu einer Risikogruppe zählen, wird eine Schweinegrippe-Impfung dringend empfohlen. Die Gefahr, dass sich bei einer Ansteckung mit der  Schweinegrippe ernsthafte Krankheitsverläufe oder Komplikationen ergeben, ist bei diesen Personengruppen besonders hoch.

Zu den Risikopatienten gehören:

  • Medizinisches Personal in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen, Gesundheitsämtern und Apotheken, weil diese Personen aufgrund des engen Kontaktes zu Patienten einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Personen mit chronischen Vorerkrankungen, zum Beispiel Diabetes oder Asthma
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel

Schweinegrippe-Impfung: Jeder sollte vor der Impfung den Nutzen und das Risiko für sich selbst abklären
Am besten lassen Sie sich vor der Schweinegrippe-Impfung umfassend von Ihrem Arzt beraten. Tatsache ist, dass die Impfung gegen die Schweinegrippe der wirksamste Schutz vor Ansteckung ist.
Eine Mutation des Schweinegrippe-Virus, wie Fachleute ihn befürchten, würde ihn gefährlicher machen. Ob es aber tatsächlich zu der gefürchteten Mutation kommen wird, können auch Experten nicht beantworten.

Um Ihnen die Entscheidung für oder gegen eine Schweinegrippe-Impfung zu erleichtern, stellt Ihnen VNR einen Auszug aus der Gebrauchsinformation eines Schweinegrippe-Impfstoffes mit Wirkverstärkern als PDF-Download zur Verfügung:

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: