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Umschuldung leicht gemacht: Das sind die nützlichsten Tipps

Viele Menschen haben jeden Monat finanzielle Verpflichtungen in Form von Krediten zu bedienen. Immerhin müssen das Auto und Haus abbezahlt werden. Gleichzeitig gerät das Konto noch ins Minus. Hier kann es ganz schnell passieren, dass Sie die Übersicht über Ihre Finanzen verlieren. Eine Möglichkeit, um dieses Problem zu lösen kann eine sogenannte Umschuldung sein. Dabei nehmen Sie einen Kredit auf, um einen oder mehrere andere auszulösen. Idealerweise können Sie dabei gleich von mehreren Vorteilen profitieren, wie etwa Zinseinsparungen, mehr finanzieller Flexibilität oder einfach einer verbesserten Übersicht. Wir haben ein paar nützliche Tipps zum Thema Umschuldung für Sie zusammengefasst.

Umschuldung leicht gemacht: Das sind die nützlichsten Tipps

Umschuldung leicht gemacht: Das sind die nützlichsten Tipps

Was ist eine Umschuldung?

Ganz einfach erklärt, ist eine Umschuldung ein Kredit, mit dem Sie einen oder mehrere andere Kredite auslösen. Wenn Sie bei einer Bank einen bereits bestehenden Kredit abbezahlen und Sie bei einer anderen Bank einen Kredit aufnehmen, um den ersten Kredit auszulösen, spricht man von einer Umschuldung. Mit der Umschuldung kündigen Sie quasi Ihren alten Kreditvertrag und ersetzen ihn mit einem neuen. 

Wichtig dabei ist, dass Sie immer einen Vorteil daraus ziehen können. Eine Umschuldung muss sich lohnen. Zahlen Sie aktuell gleich mehrere Kredite zurück, nehmen Sie einen weiteren Kredit auf, dessen Summe die Restschuld aller Darlehen abdeckt, verschaffen Sie sich mehr Übersicht über Ihre Finanzen. 

In den meisten Fällen sollte zumindest eine Ersparnis oder eine Anpassung an Ihre finanziellen Verhältnisse bei einer Umschuldung drin sein. Ohne derartige Vorteile lohnt sich eine Umschuldung jedoch nicht.

Eine Umschuldung funktioniert bei jedem Kredit, wobei es bei einer Baufinanzierung etwas schwieriger werden könnte. Vor allem beim Dispokredit wird sie häufig eingesetzt. 

Grundsätzliche Voraussetzungen für eine Umschuldung

Wie für jeden anderen Kredit, den Sie in Deutschland beantragen, gelten für eine Umschuldung ähnliche Voraussetzungen. Die wichtigste Voraussetzung dabei ist, dass Sie mindestens das 18. Lebensjahr vollendet haben müssen. Ansonsten hätten Sie wohl aber Ihren ersten Kredit, den Sie umschulden möchten, nicht genehmigt bekommen. 

Weiterhin ist es erforderlich, dass Ihr Hauptwohnsitz in Deutschland liegt. Gleiches gilt für Ihre Bankverbindung: Sie müssen ein deutsches Konto führen. 

Neben diesen Mindestanforderungen haben viele Banken noch weitere Grundvoraussetzungen, die Sie erfüllen sollten, um möglichst günstige Konditionen für Ihren Umschuldungskredit zu bekommen. 

Eine der wichtigsten Voraussetzungen dabei ist wohl die Bonität, also die Kreditwürdigkeit. Dazu werfen die Banken, bei denen Sie einen Kredit beantragen, einen Blick in Ihre Schufa‑Akte. Hier sollten Sie keine negativen Einträge vorweisen.

Ihre Kreditwürdigkeit können Sie mit einem geregelten und sicheren Einkommen, Lebensversicherungen, Bürgen und weiteren Sicherheiten verbessern. 

Es muss sich für Sie lohnen

Wenn Sie die grundsätzlichen Voraussetzungen erfüllen und Sie sich für eine Umschuldung entschieden haben, ist es wichtig, dass sich der neue Kredit auch für Sie lohnt. Das ist auf verschiedene Art möglich. 

  • Ersparnis: Es ist wohl der Grund, aus dem sich die meisten Menschen für eine Umschuldung entscheiden. Der neue Kredit ist nämlich dann sinnvoll, wenn er insgesamt günstiger ist als die Restschuld des alten Kredits plus Zinsen und einer Vorfälligkeitsentschädigung. 
  • Mehr Übersicht: Wenn Sie mehrere Kredite gleichzeitig bedienen, fassen Sie diese mit einer Umschuldung zusammen. Auf diese Weise zahlen Sie nur die Zinsen für einen einzigen Kredit und sparen nicht nur Geld, sondern verschaffen sich einen besseren Überblick über Ihre Finanzen. 
  • Aufstocken der Kreditsumme: Wenn Ihnen die bisherige Kreditsumme nicht mehr ausreicht, können Sie den Kredit mit einer Umschuldung aufstocken. 
  • Laufzeit und Ratenhöhe anpassen: Hat sich Ihre finanzielle Situation verändert, können Sie den Kredit mit einer Umschuldung daran anpassen. Beispielsweise können Sie die Höhe der monatlichen Raten senken, indem Sie die Laufzeit verlängern. 

Trifft keiner der genannten Vorteile auf Ihre mögliche Umschuldung zu, müssen Sie die aktuelle Kreditsituation auch nicht verändern. 

Angebote miteinander vergleichen

Sie entscheiden sich für eine Umschuldung, wenn Sie alle Anforderungen für den neuen Kredit erfüllen. Nun machen Sie sich auf die Suche nach einem passenden Angebot. Hier haben Sie jedoch die Qual der Wahl. Vor allem im Netz finden Sie eine Vielzahl von Angeboten, bei denen man relativ schnell den Überblick verlieren kann. 

Versuchen Sie die verschiedenen Angebote dennoch miteinander zu vergleichen. Nutzen Sie dazu am besten ein Vergleichsportal, das Ihnen dabei hilft, den passenden Kredit zu finden. Geben Sie dazu alle Rahmendaten ein. Dazu gehören die Kreditsumme, Laufzeit und die monatliche Ratenhöhe. 

Anschließend werden einige Daten zu Ihrer Person, Ihrem Beruf und Ihren Finanzen abgefragt. Das Vergleichsportal verarbeitet die Daten und bietet Ihnen nur die Kreditangebote, die zu Ihrer Situation passen. 

Auf diese Weise können Sie die Auswahl stark eingrenzen und die Angebote besser miteinander vergleichen. Achten Sie dabei unter anderem auf den effektiven Jahreszins und gleichen Sie ihn mit der Höhe der Restschuld des alten Kredits samt Zinsen und Vorfälligkeitsentschädigung ab.

Bei manchen Vergleichsportalen lässt sich der neue Kredit direkt online beantragen. Dazu laden Sie noch einige Dokumente digital hoch, legitimieren sich online und innerhalb weniger Tage ist das Geld dann auf Ihrem Konto. 

Diese Kredite zuerst umschulden

Umschuldung leicht gemacht: Das sind die nützlichsten Tipps

Im Prinzip lassen sich alle möglichen Kreditarten umschulden. Bei manchen lohnt es sich jedoch mehr als bei anderen, allen voran der Dispokredit. Dabei handelt es sich wohl um eine der teuersten Kreditarten. 

Im Durchschnitt liegt der Zinssatz in Deutschland bei 9,43 Prozent, wenn Ihr Konto im Minus landet. Möglich sind jedoch zwischen 8 und 16 Prozent. Diese Zinsen wirken sich direkt ab dem ersten Tag auf Ihre finanzielle Situation aus. Schlimmer wird es jedoch, wenn Sie den Dispo regelmäßig nutzen und Sie allein nicht mehr aus den Schulden herauskommen. 

Teure Ratenkredite, die für eine Autofinanzierung oder die Realisierung des letzten Urlaubs aufgenommen wurden, lassen sich ebenfalls umschulden. Gleiches gilt für Bildungskredite, wie etwa der von der KfW.

Selbst eine Baufinanzierung lässt sich umschulden. Allerdings ist es hier etwas schwieriger aus dem Vertrag herauszukommen. Grundsätzlich kommen Sie hier nur aus dem Vertrag heraus, wenn Sie vorhaben, die Immobilie zu verkaufen. Erst zehn Jahre nach der Auszahlung des Betrag können Sie den Vertrag kündigen und umschulden. 

Verwendungszweck angeben

Wenn Sie dabei sind, den neuen Kredit zu beantragen, sollten Sie unbedingt die Umschuldung als Verwendungszweck mit angeben. Damit senden Sie der Bank das Signal, dass Sie bestehende Verpflichtungen zusammenfassen oder vergünstigen möchten. 

Beim Antrag des Kredits werden die Zahlungsverpflichtungen an die andere beziehungsweise die anderen Banken bei der Berechnung der Haushaltsausgaben nicht berücksichtigt. Immerhin fallen diese Ausgaben durch den Umschuldungskredit weg. 

Es verbessert sich also die Bonität, da der finanzielle Spielraum sich vergrößert. Das sorgt wiederum dafür, dass die Konditionen für den neuen Kredit günstiger ausfallen. 

Anpassen an den finanziellen Spielraum

Aus einer Umschuldung ergeben sich für Sie neue finanzielle Möglichkeiten. Sie können den neuen Kredit nutzen, um finanziell flexibler zu werden und die monatlichen Raten an Ihren finanziellen Spielraum anzupassen. 

Haben Sie beispielsweise eine Gehaltserhöhung bekommen, könnten Sie die Umschuldung nutzen, um monatlich mehr zurückzuzahlen und den Kredit somit schneller zu beenden. Die Zinskosten werden niedriger und der Kredit insgesamt günstiger. 

Gleiches gilt, wenn Sie nach einem Jobwechsel oder durch andere Umstände weniger Geld als vorher zur Verfügung haben. Zwar profitieren Sie dadurch nicht unbedingt von Einsparungen, jedoch wird Ihr monatliches Einkommen entlastet. 

Dann lohnt sich die Umschuldung nicht

Doch eine Umschuldung lohnt sich nicht in jedem Fall. Läuft der Kredit ohnehin nur noch ein paar Monate oder liegt die Restschuld bei weniger als 1.000 Euro ist es nur in den wenigsten Fällen sinnvoll umzuschulden. Der Grund hierfür ist einfach: Viele Banken setzen eine Mindestlaufzeit für Kredite oder eine Mindestsumme voraus. Manchmal ist das Einsparpotenzial so klein, dass sich ein neuer Kredit ebenfalls nicht lohnt. 

Möchten Sie eine Umschuldung dennoch durchführen, sollten Sie dabei folgende Punkte beachten:

  • Das Darlehen muss komplett zurückgezahlt werden. Dabei sollte Gesamtsumme niedriger sein als Summe der neuen monatlichen Raten. 
  • Wählen Sie höhere Kreditsummen oder längere Laufzeiten bei der Umschuldung, dass es sich für Sie lohnt. 
  • Nutzen Sie einen Rahmenkredit. Der ähnelt einem Dispokredit, allerdings ist er immer noch günstiger, wenngleich auch teurer als ein herkömmlicher Ratenkredit. 

Auf mögliche Vorfälligkeitsentschädigungen achten

Wenn Sie einen alten Kredit umschulden und auslösen möchten, verlangen Banken oft eine Entschädigungszahlung für die Zinsen, die Ihnen durch die vorzeitige Kündigung entgangen sind. Die Höhe dieser sogenannten Vorfälligkeitsentschädigung orientiert sich an der verbleibenden Restschuld des alten Kredits. 

Wurde der bestehende Kreditvertrag nach dem 11. Juni 2010 geschlossen, darf die Entschädigungszahlung nicht mehr als ein Prozent der Restschuld betragen. Läuft der Vertrag weniger als 12 Monate, dürfen es sogar nicht mehr als 0,5 Prozent sein. 

Haben Sie Ihren alten Kredit vor dem 11. Juni 2010 abgeschlossen, kann die Vorfälligkeitsentschädigung unter Umständen deutlich höher ausfallen. Sie orientiert sich dann an der Restschuld und den entgangenen Gewinn der Bank durch die Zinsen. 

Schufa verbessern

Einen Vorteil, den eine Umschuldung Ihnen bringen kann: Sie können Ihren persönlichen Schufa-Score verbessern. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Sie mehrere Kredite zu einem zusammenfassen. Ein einziger großer Kredit sieht zumindest für die Schufa besser aus, als wenn Sie zur gleichen Zeit mehrere kleine Kredite bedienen müssen. 

Fazit

Eine Umschuldung ist in vielen Fällen eine sehr gute Idee. Sie können dabei im Idealfall nicht nur Geld sparen, sondern auch mehr Übersicht in Ihre Finanzen bringen, finanziell flexibler werden und sogar Ihren Schufa-Score verbessern. 

Infografik: © Finanzcheck.de

Bildnachweis: wutzkoh / stock.adobe.com

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