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Trendige Wellness-Methoden: Hamam

Lesezeit: 2 Minuten Die Hamam-Kultur fußt auf einer 5000 Jahre alten, historisch gewachsenen Bade- und Körperkultur. Sie war eine Weiterentwicklung des griechisch-römischen Bades, das die Byzantiner nutzten und die Araber später übernahmen. Als Hamam bezeichnet man ein türkisches Badehaus, welches Teil der islamischen Tradition und im Gegensatz zur Sauna ein echtes Dampfbad ist.

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Trendige Wellness-Methoden: Hamam

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Hamam: Wellness mit gemäßigten Temperaturen, Schaum und Peelings
Der Hamam ist der Klatschtempel des Orients und das seit 5000 Jahren. Seinen Ursprung hat er in Anatolien, wo auch heute noch die schönsten Badetempel stehen. Deren Historie geht zurück auf ein Schamanenritual aus Reinigen, Schwitzen, Massieren.

Dieses "Reinigungsprogramm" kam dem strengen Islam entgegen und diente der Vorbereitung zum Gebet und der Reinigung nach dem Sex. Im Hamam trafen sich Menschen zum Plaudern, Reinigen und Entspannen, was in den originalen "Türkischen Bädern" auch heute noch der Fall ist

Hamam: Wasser ist das zentrale Element
Wasser ist das zentrale Element der Badestätte, die getrennt nach Geschlechtern genutzt wird (Ausnahme: Anlagen in Hotels). Was in keinem Hamam fehlen darf sind:

  • Pestemal (blauer, halbseidener Lendenschurz, den der Badegast um den Körper wickelt)
  • der Tellak (Bademeister, der durch die Prozedur führt. Ein Tellak braucht Jahre, bis er die Rituale meisterlich beherrscht)
  • Wassergüsse und heiße Steinplatten, wo der Körper erhitzt und die Poren für die folgenden Waschungen geöffnet werden
  • Seifenschaum aus Olivenöl- oder reiner Kernseife
  • Peelings mit dem Keese (rauher Handschuh aus Wildseide oder Ziegenhaar, mit dem die Haut des Gastes gestriegelt wird).

Hamam: Einstieg mit Erwärmung
Mit Pestemal und Handtuchturban ausgestattet geht es in eine gewölbte Halle aus Marmor – dem Zentrum des Hamam, der wie ein Tempel aus Tausendundeiner Nacht wirkt. In der Mitte befindet sich der Nabelstein, eine kreisrunde Liegefläche.

An den Wänden hängen Waschbecken für die Güsse. Dampfschwaden und dezente orientalische Musik umhüllen den Ankommenden, dessen Körper sich gut an die feuchte Wärme gewöhnen kann (45°Celsius). Aus Kupferschalen wird Wasser über den Körper gegossen, bis er schön eingeweicht ist und weiter zum heißen Stein geführt werden kann.

Hamam: Der Tellak
Er massiert nun Kopf und Füße, knetet die Fußsohlen und nach einer Schwitzphase auf dem heißen Stein, die den Körper langsam um bis zu einem Grad erhitzt, bittet er zur Schaumparty in den Lif (Einseifraum).

Dort wird der Gast in einen Berg von Schaum gehüllt und gründlich gewaschen, abgespült und nach weiteren Dampfbadgängen und Waschungen schließlich mit dem Keese geschmirgelt, bis die Haut rot aussieht. Dabei werden mit einer speziellen Bewegungstechnik auch noch die letzten Unreinheiten abgeschuppt und zugleich Muskeln und Sehnen gedehnt, die Haut straffend durchblutet und der gesamte Organismus wohltuend angeregt.

Es folgt eine weitere Massage, wobei der Tellak den Körper des Badegastes auf ungewöhnliche Weise knetet, verrenkt, dehnt, verbiegt, streckt, leicht schlägt. Weitere Wunschelement können folgen, z. B. eine Massage mit Sultansöl, je nach gewähltem Programm und Aufpreisen.

Hamam: Männer und Frauen
Männer nutzen das Haman auch zum Rasieren, Frauen zur Schönheitspflege und zum Epilieren des gesamten Körpers, da im Islam die Entfernung der Achsel- und Schamhaare Pflicht ist. Nach dem Baderitual ist der Körper so rein wie nie zuvor und es stellt sich ein völlig neues Lebensgefühl ein. Nun wird ein Gleichgewicht zwischen körperlicher Reinheit und Entspannung mit der Klarheit des Geistes angestrebt.

Hamam: Vorsicht ist geboten
Vorsicht ist geboten bei Menschen mit Entzündungen, akuten Infekten, Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Alle anderen spüren nach dem Badebesuch eine deutliche Erhöhung des subjektiven Wohlbefinden, alle Muskelverspannungen sind gelöst, die Durchblutung angeregt, die Hautalterung hinausgezögert, der Körper rundum gepflegt.

Bei regelmäßigem Hamam-Besuchen wird nicht nur die Haut im orientalischen Jungbrunnen verwöhnt, sondern auch der Körper durch die Wechselbäder von warm und kalt. Die islamische Tradition empfiehlt ihren Anhängern die Badezeremonie einmal wöchentlich.  

Hamam: Wo gibt es Angebote?

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