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Trauer erhöht das Herzinfarkt-Risiko

Lesezeit: 1 Minute Wenn man einen Freund oder ein Familienmitglied verliert, trauert man um den Verlust und es wird schwer ums Herz. Die Trauer ist aber nicht nur psychisch. Auch das Herz kann durch das Verlustgefühl in Gefahr geraten.

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Trauer erhöht das Herzinfarkt-Risiko

Trauer erhöht das Herzinfarkt-Risiko

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Dass beim Tod eines nahestehenden Menschen das Herz bricht, ist nicht nur sprichwörtlich gemeint. Denn wie eine Studie des Medical Center von Boston ergeben hat, ist das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden, am Tag nach dem Todesfall um ein Vielfaches höher und lässt im Laufe von vier Wochen nur langsam nach (2012; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.111.061770).

Zwanzigfach erhöhtes Risiko

Noch gehört die Frage, ob man als Herz-Patient in letzter Zeit einen engen Angehörigen verloren hat, nicht zum Standard bei der Anamnese. Doch wenn die Forscher um Murray Mittleman Recht haben, dürfte sich das ändern. Denn wie der Mediziner herausgefunden hat, ist das Herzinfarkt-Risiko am Tag nach dem Verlust um den Faktor 21 erhöht. Eine Woche nach dem Trauerfall immerhin noch um den Faktor 6 und nach 4 Wochen flacht das erhöhte Risiko langsam ab.

Auch unter Berücksichtigung anderer Faktoren konnten die Forscher klar erkennen, dass die Trauer das Herzinfarkt-Risiko deutlich erhöht. Dadurch kann Trauer ein ebenso großer Risikofaktor für das Herz sein, wie beispielsweise große körperliche Anstrengung oder Kälte, von denen bekannt ist, dass sie das Herzinfarkt-Risiko erhöhen.

Gründe für den Herzinfarkt

Ganz klar ist den Forschern nicht, warum der Trauerfall so eine große Auswirkung auf das Herz hat. Wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle. So ist bei trauernden Menschen der Blutdruck und die Herzfrequenz erhöht, ähnlich wie bei körperlicher Belastung. Zudem werden mehrere Hormone produziert, die das Herz in Gefahr bringen. Weiter leiden die trauernden Menschen oft unter Schlaflosigkeit und Appetitmangel oder vergessen, wichtige Medikamente einzunehmen.

Um weitere Trauerfälle in der Familie zu vermeiden, ist es nun wichtig, aufeinander aufzupassen und beispielsweise Herzpatienten oder gefährdete Menschen (Übergewicht, Raucher, Herzinsuffizienz) nicht alleine zu lassen. Weiter darf man Alarmzeichen des Körpers nicht ignorieren und sollte auch im Trauerfall bei Stechen oder einem Druck in der Brust besser den Notarzt rufen.

Bildnachweis: sanderstock / stock.adobe.com

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