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Totensonntag: Wie Sie Ihren Verstorbenen einen lieben Dienst erweisen

Lesezeit: 3 Minuten Genauso wie zu Allerheiligen die katholischen Christen, ehren evangelische Christen am Totensonntag ihre verstorbenen Angehörigen. Gehen Sie ebenfalls zum Friedhof? Sorgen Sie für ein Grab? Vielleicht wollen Sie einmal den Grabschmuck selber machen und suchen nach Anregungen und Tipps? Lesen Sie dazu den Beitrag.

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Totensonntag: Wie Sie Ihren Verstorbenen einen lieben Dienst erweisen

Totensonntag: Wie Sie Ihren Verstorbenen einen lieben Dienst erweisen

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Die Toten ehren

Wer schon einmal einen geliebten Menschen verloren hat, weiß es zu schätzen, wenn es eine Stelle gibt, wo man seiner gedenken und ihn besuchen kann. Jeder Mensch geht anders mit seiner Trauer um. Manche Menschen sind Meister im Verdrängen, anderen hilft die Erinnerung. Ja es gibt sogar Menschen, die am Grab mit dem Verstorbenen sprechen.

Grabpflege und Grabschmuck spenden Trost

Die Pflege eines Grabes erfordert das ganze Jahr über unsere Aufmerksamkeit. Der Herbst mit seinem Sterben in der Natur erinnert an den Tod und verbindet doch mit der Gegenwart. Die Hinterbliebenen haben so die Möglichkeit, ihren Verstorbenen noch einen lieben Dienst zu erweisen – Jahr für Jahr.

Wie Sie ein Grab schmücken für Totensonntag und es gleichzeitig winterfest machen

Bevor der Winter kommt und mit weißem Schnee alles zudeckt, bekommt die Grabstelle jetzt eine Decke aus Zweigen. Das ist die Vorbereitung für den Totensonntag. Wenn Sie Tannen oder Fichten im eigenen Garten haben, spenden diese Bäume Ihnen gern ein paar Zweiglein. Besonders die unteren Zweige, die ohnehin meistens ziemlich tief hängen, eignen sich als Materialspender.

 

Schneiden Sie die Zweige schon vor dem Weg zum Friedhof

Es lohnt sich, wenn Sie die vorgesehenen Zweige schon zu Hause zurechtschneiden. Ich empfehle eine Länge von zirka 15 bis 20 Zentimetern. Rechnen Sie auf eine Breite von 50 Zentimetern mit zirka 10 Zweiglein. Wenn der Friedhof im Wohnort liegt, holen Sie bei Bedarf lieber noch Nachschub. So vermeiden Sie unnötige Abfälle.

Entfernen Sie Pflanzen und Laub und decken Sie das Grab mit Zweigen ab

Vor dem Abdecken säubern Sie das Grab von Laub und abgestorbenen Pflanzen. Es lohnt sich, wenn Sie den Boden etwas auflockern und mit einer Friedhofsharke glatt harken. Erdklumpen werden zerkleinert. Wenn es schnell gehen soll, nehme ich zum Glätten des Bodens auch schon mal die flache Hand. Ich ziehe vor Beginn der Arbeiten dünne Arbeitshandschuhe an. Auch eine kleine Schaufel ist oft hilfreich.

Stecken Sie grüne Zweige in die Erde

Nach dem Vorbereiten der Erde stecken Sie die mitgebrachten Zweiglein etwas schräg in die Erde. Fichtenzweige, Tannenzweige oder Douglasienzweige liegen fast flach. Das Einstecken jedoch verhindert, dass Zweiglein bei stürmischem Wetter wegfliegen. Die Zweige einer Hemlockstanne haben lange weiche Nadeln und auch die Stiele sind weicher. Daher stecke ich sie etwas schräger in die Erde. Von Kiefernzweigen rate ich ab.

Wie Sie die Zweige anordnen

Stecken Sie also eine Reihe Zweige dicht nebeneinander in die Erde. Die nächste Reihe gestalten Sie so, dass immer die Hälfte der ersten Reihe verdeckt wird. Am besten gelingt es, wenn Sie die Zweige versetzt einstecken, also immer vor den Lücken zwischen zwei Zweigen. Decken Sie so das ganze Grab ab.

Gesteck, Kranz oder Gebinde

Die Größe der Grabstelle und die Beschaffenheit der Zweige bestimmen die Art des Grabschmucks. Auch das persönliche Empfinden, die zur Verfügung stehenden Materialien sowie Vorlieben des oder der Verstorbenen nehmen Einfluss auf die Grabgestaltung für den Totensonntag. Ein Gesteck, Kissen, Herz oder ein kleiner Kranz eignen sich gut für Urnengräber. Aber auch ein Gebinde in der passenden Größe gibt einen schönen Grabschmuck ab. Für große Gräber eignen sich größere Kränze oder Gebinde, ebenfalls größere Kissen.

 

Wie Sie den Grabschmuck gestalten und wo Sie das Material bekommen

Für einen selbst gemachten Kranz, ein Kissen, Herz oder Kreuz brauchen Sie zunächst einen Untergrund. Das kann Stroh sein, Styroporformen oder auch Steckmasse. Vielleicht kennen Sie jemanden aus der Verwandtschaft, der noch das Kranzbinden gelernt hat. Frühere Generationen konnten diese Kunst noch selbst ausführen und gaben ihre Fertigkeiten an die Nachkommen weiter. Materialien zum Stecken, Dekorieren und Gestalten bekommen Sie

  • im eigenen Garten,
  • in Baumärkten,
  • Pflanzencentern und Blumenläden,
  • im Bastelhandel,
  • auf Floristikmäkten
  • und im Internet.

Auch in der freien Natur lassen sich mitunter Materialien finden, die sich für Gestecke gut eignen, beispielsweise Zapfen.

Römerhaften brauchen Sie als wichtiges Hilfsmittel zum Feststecken. Es gibt sie in verschiedenen Größen. Sie bestehen aus starkem Draht und haben die Form eines Hufeisens mit 2 langen Seiten. Das Hufeisen hat aber keinen Bogen, sondern 2 Ecken.

Holen Sie sich für Ihren Grabschmuck weitere Anregungen und Tipps, Ideen und Infos in meinem Beitrag „Totensonntag: Bedeutung, Brauchtum, Grabschmuck“. Erfahren Sie, wie der Totensonntag entstanden ist und warum er auch als Ewigkeitssonntag bezeichnet wird.

 

Ein Licht für stilles Gedenken

Ein schönes Ritual, das wohl aus den Bräuchen um Allerheiligen hervorging, ist das Anzünden von Lichtern. Grablichte gibt es inzwischen überall zu kaufen. Wenn Sie Ihren Grabschmuck sinnvoll ergänzen wollen, zünden Sie für den geliebten Menschen am Totensonntag eine Kerze an. Das Licht schlägt eine Brücke, es verbindet und es trägt Ihre Gedanken, Wünsche und Bitten. Nutzen Sie das Licht der Kerze für ein stilles Gebet oder einfach für einen Moment des Gedenkens.

Bildnachweis: vulkanismus / stock.adobe.com

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