Fotografie Praxistipps

Tierfotografie: Allgemeine Tipps und Hinweise

Lesezeit: 4 Minuten Das Fotografieren von Lebewesen empfinden viele Fotografen als besonders reizvoll. Wer sich für diese Art von Fotografie interessiert, der wird sich früher oder später vermutlich mit der Tierwelt beschäftigen. Hier gibt es beinahe unendlich viele Motive in unterschiedlichsten Umgebungen – in diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über das Ablichten von Tieren wissen müssen.

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Tierfotografie: Allgemeine Tipps und Hinweise

Tierfotografie: Allgemeine Tipps und Hinweise

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Die verschiedenen Möglichkeiten

In der Tierfotografie bieten sich dem Fotografen sehr viele Möglichkeiten. Das liegt schon daran, dass es ja extrem viele Tiere gibt: kleine Tiere wie beispielsweise Insekten, Haustiere wie Hunde oder Katzen, Tiere, die bei uns in der freien Natur leben und die wir als alltäglich wahrnehmen (dazu zählen zum Beispiel Vögel) sowie all die Tiere, die man normalerweise nur von Bildern oder aus dem Zoo kennt, wie Löwen, Bären, Elefanten, Affen und all die anderen exotischen Tiere.

Wenn Sie sich besonders für einen bestimmten Bereich bzw. für ein bestimmtes Tier interessieren und dieses eine Tier vor die Linse bekommen wollen, überlegen Sie sich zunächst einmal, wo genau dieses Tier in erster Linie zu finden ist. Ist es ein exotisches Tier? Dann sollte der nächste Zoo ihr nächster Anlaufpunkt sein, wobei  hier oftmals die Umgebung einfach nicht wirklich natürlich wirkt, gerade wenn sich die Tiere in sehr kleinen Käfigen aufhalten.

Deshalb sollten Sie sich auch informieren, wo der nächste Wildpark in Ihrer Umgebung angesiedelt ist, dort ist es einfacher, die Tiere mit der natürlichen Umgebung in Einklang zu bringen.

Die richtige Vorbereitung

Wenn Sie eine professionelle Fotoausrüstung Ihr Eigen nennen können, sollten Sie im Voraus natürlich die richtigen Vorbereitungen treffen und die passenden Objektive einpacken. Während vor allem Insekten eindeutig in das Gebiet der Makrofotografie fallen, werden Sie Löwe und Co. wohl kaum ohne ein Teleobjektiv mit mindestens 250 mm Brennweite ablichten können. Natürlich sollten auch ein Stativ und ein Fernauslöser nicht fehlen, die werden in einigen Situationen mit Sicherheit sehr hilfreich sein.

Die Reaktionen der Tiere kennen

Bei der Tierfotografie sollten Sie unzählige Aspekte beachten. Wenn Sie sich über einen längeren Zeitraum mit einem bestimmten Tier beschäftigen möchten, lohnt es sich eventuell, vorher ein bisschen zu recherchieren, um Verhaltensweisen und mögliche Reaktionen des Tieres besser vorhersehen zu können. Auch können Sie sich informieren, zu welcher Tageszeit Sie wohl die besten Bilder schießen können – in einem Zoo würden sich zum Beispiel die Fütterungszeiten anbieten, da die Tiere in dieser Zeit nicht nur schläfrig in der Sonne liegen, sondern richtig aktiv werden.

Los geht’s: Darauf sollten Sie beim Fotografieren achten

Beim Fotografieren selbst sollten Sie dann darauf achten, dass Sie auf die Augen des Tieres scharf stellen. Nur so empfindet der spätere Betrachter auch wirklich das ganze Bild als scharf. Natürlich gibt es auch einige Situationen, in denen Sie von dieser Regel abweichen können, beispielsweise wenn Sie ein Tier von hinten fotografieren und der Schwanz im Vordergrund stehen soll.

In Sachen Perspektive empfiehlt es sich, das Tier nicht von oben herab zu fotografieren, versuchen Sie vielmehr, sich auf Augenhöhe zu begeben. Überhaupt gelten bei der Tierfotografie natürlich auch die allgemeinen Regeln und Tipps zur Bildkomposition: Lassen Sie diagonale Linien miteinfließen, beachten Sie den Goldenen Schnitt und variieren Sie geschickt zwischen Hoch- und Querformat, je nachdem was sich eben gerade anbietet.

Machen Sie sich auch Gedanken, was für eine Art von Foto Sie schießen wollen. Generell sollten Sie dabei folgende Überlegungen anstellen und diese Möglichkeiten in Erwägung ziehen:

Ganzkörperaufnahme

Bei der Ganzkörperaufnahme eines Tieres sollten Sie Ihren Fokus in erster Linie darauf lenken, dass es wirklich eine Ganzkörperaufnahme ist und alle Körperteile zu sehen sind. Sonst wirkt das Bild schnell, als würde etwas fehlen, da der Betrachter relativ schnell die Absicht der Ganzkörperaufnahme erkennt, aber das eine fehlende Körperteil auch ziemlich schnell vermissen wird.

Versuchen Sie aber auch innerhalb einer Ganzkörperaufnahme die Körperteile im Mittelpunkt stehen zu lassen, die Sie persönlich als wichtig empfinden. Wenn man nun das hintere rechte Bein eines Pferdes nicht genau sieht, weil es durch den eigenen Körper des Tieres verdeckt wird, dann sollte das eigentlich kein großes Problem darstellen.

Körperausschnitt

Oftmals ist eine Ganzkörperaufnahme einfach nicht möglich oder nur sehr schwer zu realisieren. Wenn das der Fall ist, sollten Sie es in Erwägung ziehen, nur einen bestimmten Körperausschnitt zu fotografieren. Wichtig ist dabei eigentlich nur, dass die Körperteile, die Sie ablichten möchten, auch ganz zu sehen sind. Ein Bein ohne Hufe oder Pfote wirkt unvollständig und wird somit auch keine Begeisterung beim Betrachter hervorrufen.

Porträtaufnahme

Porträtaufnahmen unterscheiden sich im Prinzip nicht wirklich von Körperausschnitten, der Kopf ist schließlich auch Teil des Körpers. Trotzdem sollten Sie bei der Porträtfotografie von Tieren sehr auf den richtigen Moment achten, um vielleicht sogar dann den Auslöser betätigen zu können, wenn das Tier gerade direkt in die Kamera schaut.

Da ein solcher Moment oftmals nur eine Sekunden lang sein kann, müssen Sie natürlich stets wachsam sein und den Finger schon auf dem Auslöser bereithalten, auch sollten Sie mit der Serienbildfunktion arbeiten und in spannenden Momenten lieber einige Bilder zu viel als zu wenig schießen.

Abschließende Tipps

Wenn Sie über weite Entfernungen fotografieren, wählen Sie eine kurze Verschlusszeit sowie eine relativ hohe ISO-Empfindlichkeit. Mit aktuellen Kameras hält sich das störende Bildrauschen inzwischen in Grenzen und so erhalten Sie ein Bild ohne Bewegungsunschärfe, das aber trotzdem ansprechend abgelichtet ist.

Bei der Makrofotografie von Tieren (bzw. Insekten) oder auch, wenn Sie etwas näher an große Tiere herankommen, können Sie jedoch auch mit einer offenen Blende arbeiten, um den Hintergrund unscharf werden zu lassen und so den Kopf oder das Tier noch mehr in den Vordergrund des Bildes zu bringen.

Seien Sie stets wachsam. Wie der Begriff „Lebewesen“ schon sagt, leben die Tiere, bewegen sich und tun unerwartete Dinge. Der perfekte Moment für ein gutes Bild kann manchmal nur wenige Sekunden lang sein, üben Sie sich also in Geduld und seien Sie stets bereit.  Und wie schon gesagt: Oftmals kann es nützlich sein, die Verhaltensweisen der Tiere vorher zu studieren, gerade wenn Sie vielleicht sogar die Möglichkeit haben, sie in freier Natur zu beobachten und abzulichten.

Bildnachweis: Pictures news / stock.adobe.com

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