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TESTOSTERONMANGEL – Die Wechseljahre des Mannes – Teil 2: Therapie

Lesezeit: 2 Minuten Lesen Sie in diesem Beitrag, alles über die Therapie beim Testosteronmangel beim Mann in den Wechseljahren.

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TESTOSTERONMANGEL - Die Wechseljahre des Mannes - Teil 2: Therapie

TESTOSTERONMANGEL – Die Wechseljahre des Mannes – Teil 2: Therapie

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Therapie

Die Grundlage der Therapie hat der Patient selbst in der Hand, denn begleitend müssen Ernährung, Körpergewicht und Blutzuckerspiegel optimiert werden. Dies sollte in Abstimmung mit dem Hausarzt, dem Kardiologen und dem Diabetologen erfolgen. In der richtigen Dosierung kann Sport den Testosteronspiegel steigern. Intensive und kurze Einheiten bis 45 Minuten steigern den Blutspiegel, während längere Ausdauereinheiten jedoch den Testosteronwert senken. In der Testosteronersatztherapie werden meist Haut-Gele in verschiedenen Dosierungen verwendet. Diese werden in den Morgenstunden auf die Haut des Oberarmes oder im Bauchbereich aufgetragen. Der natürliche Tagesverlauf wird so nachgeahmt. Die Anwendung muss täglich erfolgen und die Dosierung kann den Beschwerden und dem Serumspiegel mit und mit angepasst werden. Eine weitere Möglichkeit stellt die Verwendung von Depotspritzen dar, welche in circa dreimonatlichen Abständen in einen Muskel appliziert werden. Kurzfristige Depotspritzen, die alle 2-3 Wochen gegeben werden müssen, werden heute nur noch selten verwendet. Weitere Alternativen sind die Verwendung von Haut-Pflastern oder Kapseln zum Schlucken, die allerdings nur kurzfristig wirksam sind (einige Stunden) und daher mehrmals täglich eingenommen werden müssen.

Effekte

Viele der in Teil 1 beschriebenen Fehlfunktionen werden verbessert. Studien haben gezeigt, dass ein zuckerkranker Patient, der auch unter einem unbehandelten Testosteronmangel leidet, früher stirbt, als ein Diabetiker mit normalisierten Hormonspiegeln. Da sich diese Beschwerdebilder – wie bereits erwähnt – gegenseitig bedingen, kann bei gestörtem Zuckerstoffwechsel durch die Hormonersatztherapie auch eine verbesserte Blutzuckereinstellung ermöglicht werden.

Die Vorteile für das Herz-Kreislauf-System sind ebenfalls in Studien dokumentiert. Eine Normalisierung der Testosteronwerte senkt das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt und vermindert die Gesamtsterblichkeit. Es kann eine Verbesserung der Muskelmasse und eine Abnahme der Bauchfettmasse erreicht werden. Bei Osteoporose besteht durch eine langfristige Testosteronzufuhr die Möglichkeit die Knochendichte zu erhöhen und damit Knochenbrüche zu vermeiden. Es konnte zudem eine Verbesserung des psychischen und körperlichen Wohlbefindens und eine Normalisierung des Lustempfindens (Libido) nachgewiesen werden. Im Verlauf regeneriert sich auch die Potenz. Ein in diesem Zusammenhang interessanter und nützlicher Nebeneffekt der Testosterontherapie ist, dass Patienten mit normalisiertem Testosteronspiegel besser auf eine Behandlung beispielsweise mit Viagra (Sildenafil) ansprechen.

Die Therapieeffekte treten nach sehr unterschiedlicher Behandlungsdauer auf. Während sich die Libido oft schon nach drei bis sechs Wochen wieder meldet, braucht die erektile Funktion oft bis zu sechs Monate. Ein maximaler Effekt auf die genannten Funktionsstörungen kann auch noch nach drei bis fünf Jahren möglich sein.

Risiken und Kontrollen

Diagnostik und Behandlung sollten nach den Leitlinien der ärztlichen Fachgesellschaften erfolgen. Vor Beginn der Hormonersatztherapie ist es wichtig, dass der Patient über den Nutzen, aber auch über Nebenwirkungen wie mögliche Auswirkungen auf die Prostata oder die Fruchtbarkeit aufgeklärt wird. Bis heute besteht kein Anhalt dafür, dass eine Testosterongabe zur Normalisierung des Blutspiegels einen Prostatakrebs auslöst. Ein bereits bestehendes Prostatakarzinom wird jedoch durch Testosteron im Wachstum gefördert. Eine Therapie ist dann nur selten und nach intensiver Beratung und Risikoabwägung möglich. Auch bei bestimmten Blutkrankheiten, schwerer Schlafapnoe oder deutlicher Prostatavergrößerung sollte kein Testosteron ersetzt werden. Neben Testosteronspiegelkontrollen sind regelmäßige Kontrollen des Blutbildes zu empfehlen, da eine Eindickung des Blutes zu einem erhöhten Schlaganfall- oder Herzinfarktrisiko führen kann. Eine leichte Zunahme von PSA und Prostatagröße im ersten Jahr der Therapie ist normal. Das während der Therapie empfohlene Kontrollintervall ist dreimonatlich im ersten Jahr, danach jährlich, jeweils mit PSA-Bestimmung und Tastuntersuchung der Prostata.

Bildnachweis: Mitmachfoto / stock.adobe.com

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